Kap. 10: Über der Justiz stehender Staatsterrorismus in kommunistischen Ländern – Gesetze haben der Partei zu dienen (Teil 1)

Gesetze sollten mit den allgemeinen Prinzipien von Moral und Glauben im Einklang stehen, so der amerikanische Rechtswissenschaftler Harold J. Berman in "Law and Religion". Doch in manchen Ländern steht eine Partei unangreifbar über dem Gesetz und Richter und Justiz unterliegen der Parteilichkeit des herrschenden Kommunismus.

Der amerikanische Rechtswissenschaftler Harold J. Berman glaubte, dass die Gesetze mit den allgemeinen Prinzipien der sozialen Moral und des Glaubens im Einklang sein müssten. Auch bei der Trennung von Kirche und Staat gehören beide zusammen. In jeder Gesellschaft müssten Gerechtigkeit und Legalität auf dem beruhen, was als heilig und geheiligt gilt.

Anders ausgedrückt, das Gesetz muss nicht nur fair und gerecht, sondern auch heilig sein. Das moderne Rechtssystem enthält tatsächlich viele Facetten von religiösen Ritualen, die seine Macht stärken.

Doch wer es wagt, den „Willen der herrschenden Klasse“ in Frage zu stellen und damit gegen die Interessen der herrschenden Partei zu sein, kann gerichtlich als Klassenfeind verfolgt werden. Anwälte, die in kommunistischen Ländern tätig sind, kennen die dortigen Gesetze sogar als „Gummiparagraphen“, die den politischen Vorgaben entsprechen müssen … Die Epoch Times veröffentlicht hier den 1. Teil vom 10. Kapitel des neuen Buches „Wie der Teufel die Welt regiert“.

Die Serie wird am Samstag, den 5. Januar 2019, mit Teil 2 fortgesetzt.

1. Recht und Glaube

2. Das formale Recht als Instrument der Unterdrückung in kommunistischen Regimen
a. Über dem Gesetz stehender Staatsterrorismus
b. Ständig wechselnde Standards von Recht und Unrecht
c. China: Offizielle Missachtung der Gesetze durch die Kommunistische Partei

In den folgenden Teilen geht es um:
3. Wie der Kommunismus die Gesetze im Westen verzerrt: Die Untergrabung der moralischen Grundlagen von Gesetzen – Die Macht über die Gesetzgebung ergreifen –
Verabschiedung böser Gesetze – Einschränkung der Strafverfolgung – Verwendung ausländischer Gesetze zur Schwächung der Souveränität der US-Regierung
4. Den Geist des Gesetzes wiederherstellen

1. Recht und Glaube

In Gesetzen wohnt die Kraft der Fairness und Gerechtigkeit, die das Gute bejaht und das Böse bestraft. Was gut und was böse ist, muss von denen bestimmt werden, die die Gesetze schreiben. Aus der Sicht von Gläubigen kommen diese Kriterien von Gott. Die religiösen Schriften bildeten die Grundlage für die Gesetze, die die menschliche Gesellschaft regieren.

Der Kodex von Hammurabi im alten Babylon war wahrscheinlich das erste niedergeschriebene Gesetz der Menschheitsgeschichte. Es wurde in eine Steintafel eingraviert. Über dem Code ist eine machtvolle Szene zu sehen: Shamash, der Gott der Sonne und der Gerechtigkeit, schenkt König Hammurabi die Gesetze. Dieses Bild stellt damit dar, wie eine Gottheit einem menschlichen Souverän die Autorität gibt, sein Volk mit Hilfe der Gesetze zu regieren.

Für die Hebräer galten die Zehn Gebote des Alten Testaments gleichzeitig als göttliches und weltliches Gesetz – eine Tradition, die zur Grundlage der westlichen Rechtskultur wurde. Beginnend mit den römischen Kaisern des vierten Jahrhunderts, dem oströmischen Justinian I. und seinen Nachfolgern, bis hin zu Alfred dem Großen, dem ersten angelsächsischen König in Großbritannien, ließ sich das Rechtssystem von den Zehn Geboten des Moses und der christlichen Lehre inspirieren. [1]

Religiöse Menschen glauben, dass rechtmäßige Gesetze göttliche Standards von Gut und Böse sowie religiöse Lehren berücksichtigen müssen. Das Denken hinter dem gewaltfreien zivilen Ungehorsam in den Vereinigten Staaten kann auf die frühchristliche Lehre zurückgeführt werden. Die römischen Besatzungstruppen in Israel brachten die Juden durch die Symbole und Zeichen, in denen der römische Cäsar (seit Augustus 37 v.Chr.-14 n.Chr.) vergöttert wurde, gegen sich auf. Da dies einen direkten Verstoß gegen die ersten beiden Gebote bedeutet hätte, entschieden sich die Christen, sich lieber der Verfolgung  zu stellen, als die Gebote zu brechen. Mit anderen Worten, das weltliche Gesetz musste dem göttlichen Gebot untergeordnet sein, das heilig und unantastbar ist.

Generell lassen sich die Zehn Gebote aus dem Buch Moses in zwei Kategorien einteilen. Die ersten vier Gebote beschreiben die Beziehung zwischen Mensch und Gott und regeln die angemessene Verehrung des Göttlichen. Die anderen sechs regeln die Beziehungen zwischen den Menschen. Jesus bezog sich auf die Zehn Gebote und wies verstärkt auf die Barmherzigkeit hin: andere so zu lieben, wie man sich selbst liebt. Die Ehrfurcht vor Gott ist ein Gebot, das die Menschheit zu unveränderlicher Fairness und Gerechtigkeit befähigt.

Dasselbe gilt für China, wo die Gesetze historisch gesehen durch kaiserliche Verordnungen verkündet wurden. Der Kaiser, der als Sohn des Himmels galt, musste dem Schicksalsweg und den Prinzipien von Himmel und Erde folgen. Dies ist das „Tao“ oder der „Weg“, der von Laotse und dem Gelben Kaiser vermittelt wurde. Ein wichtiger Gelehrter der Han-Dynastie, Dong Zhongshu, sagte: „Die Größe des Tao kommt vom Himmel. Der Himmel ändert sich nie und das Tao auch nicht.“ [2] Im alten chinesischen Sprachgebrauch ist „Himmel“ der Ausdruck für das höchste Göttliche. Der Glaube an das Tao des Himmels bildet das moralische Fundament der chinesischen Kultur. Die daraus abgeleitete chinesische Gesetzgebung beeinflusste China über Jahrtausende hinweg.

Der amerikanische Rechtswissenschaftler Harold J. Berman glaubte, dass die Gesetze mit den allgemeinen Prinzipien der sozialen Moral und des Glaubens im Einklang sein müssten. Auch bei der Trennung von Kirche und Staat gehören beide zusammen. In jeder Gesellschaft müssen Gerechtigkeit und Legalität auf dem beruhen, was als heilig und geheiligt gilt. [3]

Anders ausgedrückt, das Gesetz muss nicht nur fair und gerecht, sondern auch heilig sein. Das moderne Rechtssystem enthält viele Facetten von religiösen Ritualen, die seine Macht stärken.

2. Das formale Recht als Instrument der Unterdrückung in kommunistischen Regimen

Kommunistische Parteien sind anti-theistische Glaubenssysteme. Sie werden in ihren Prinzipien der Gesetzgebung niemals den Lehren von rechtschaffenen Gottheiten folgen. Eines ihrer Ziel ist, die Verbindungen der Gesellschaften von ihrer angestammten Kultur und ihren traditionellen Werten zu durchtrennen. Von Anfang an gab es im Kommunismus keine Aussicht auf Gerechtigkeit und Fairness. Sie wurden uminterpretiert und durch „Parteigehorsam“ ersetzt.

a. Staatsterrorismus

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In der traditionellen Gesellschaft sprachen die Christen davon, andere so zu lieben, wie man sich selbst liebt. Die konfuzianische Lehre spricht davon, dass der gütige Mann andere liebt. Hier beschränkt sich die Liebe nicht auf den engen Begriff der Liebe zwischen einem Mann und einer Frau oder auf die Liebe, die unter Familienmitgliedern oder Freunden existiert. Liebe umfasst auch Wohlwollen, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Selbstlosigkeit und andere Tugenden. Mit dieser kulturellen Grundlage ist das Gesetz nicht nur heilig, sondern es verkörpert auch den Geist der Liebe in der menschlichen Gesellschaft.

Kein Rechtssystem kann es schaffen, alle möglichen Konflikte im Detail regeln zu können. Gesetze sind nicht nur spezifische Regelungen, sondern müssen auch der Subjektivität aller Beteiligten Raum lassen. Der Richter muss dem Geist des Gesetzes folgen und ein Urteil fällen, das dem Grundsatz der Güte folgt.

Im Tempel von Jerusalem ermahnte Jesus die Pharisäer wegen ihrer Heuchelei, denn obwohl sie sich strikt an die Worte des Moses hielten, ignorierten sie die vom Geist der Gebote geforderten Tugenden wie Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Wahrhaftigkeit und dergleichen. Jesus hielt nicht an den oberflächlichen Worten fest. Jesus heilte am Sabbat und saß zusammen mit Nichtjuden, denn ihm war der Geist der Güte in den Lehren wichtig.

Im Gegensatz dazu wurzelt der Kommunismus in Hass und Neid. Kommunisten ignorieren oder verachten nicht nur das Göttliche, sondern auch die Kultur, den Lebensstil und alle Traditionen, die von den Gottheiten für die Menschheit geschaffen wurden. Marx nahm kein Blatt vor den Mund, als er seinen Wunsch zum Ausdruck brachte, sich selbst ins Verderben zu stürzen und die Welt mit sich in den Abgrund zu reißen. Er sagte: „Mit Verachtung werf ich der Welt den Fehdehandschuh voll ins Gesicht, und beobachte den Zusammenbruch dieses Zwergriesen, dessen Fall meinen Hass nicht ersticken wird.“ [4]

Sergei Gennadijewitsch Netschajew, der verrückte Revolutionär des russischen Kaisers, schrieb in seiner Broschüre „Der revolutionäre Katechismus“, dass der Revolutionär „alle Bande gebrochen hat, die ihn an die soziale Ordnung und die zivilisierte Welt mit all ihren Gesetzen, Moralvorstellungen und Bräuchen und all ihren akzeptierten Konventionen binden“. „Er ist ihr unerbittlicher Feind, und wenn er weiter mit ihnen lebt, dann nur, um sie schneller zu vernichten.“ [5]

Netschajew sah sich selbst jenseits der Autorität des Gesetzes, er hasste die Welt. Er benutzte den klerikalen Begriff „Katechismus“, um seine Vision von einem Kult zu beschreiben, der die Welt verachtet. „Man ist kein Revolutionär, wenn man Sympathie für diese Welt hat“, sagte Netschajew.

Lenin äußerte eine ähnliche Ansicht: „Diktatur ist eine Herrschaft, die direkt auf Gewalt basiert und durch keine Gesetze eingeschränkt wird. Die revolutionäre Diktatur des Proletariats wird durch die Anwendung von Gewalt durch das Proletariat gegen die Bourgeoisie gewonnen und aufrechterhalten, eine Herrschaft, die durch keine Gesetze eingeschränkt ist.“ [6]

Die Ausübung politischer Macht um zu töten, zu foltern und kollektive Bestrafungen durchzuführen, wobei man durch kein Gesetz gehindert wird, ist nichts anderes als Staatsterror. Diese Brutalität ist eine der ersten Stufen der Herrschaft eines klassischen kommunistischen Regimes.

Beispielsweise wurden im ersten Monat nach dem Sturz der russischen Regierung 1917 durch die Bolschewiken Hunderttausende von Menschen im Zuge der politischen Kämpfe getötet. Die Bolschewiken gründeten die „Allrussische Außerordentliche Kommission“, abgekürzt Tscheka, und statteten sie mit Vollstreckungsbefugnissen aus – sie hatte die Macht, beliebig ohne gesetzliche Verfahren zu töten. Von 1918 bis 1922 brachten die Tschekisten nicht weniger als zwei Millionen Menschen ohne Gerichtsverfahren um. [7]

Alexander Nikolajewitsch Jakowlew, ehemaliger Propagandaminister des Zentralkomitees, Mitglied des sowjetischen Politbüros und Sekretariats der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU), schrieb im Vorwort seines Buches „Die Abgründe meines Jahrhunderts“: „Allein in diesem Jahrhundert starben 60 Millionen Menschen in Russland an den Folgen von Krieg, Hunger und Unterdrückung.“ Mit Hilfe von öffentlichen Archiven schätzte Jakowlew die Zahl der allein durch die sowjetische Verfolgung getötete Menschen auf 20 bis 30 Millionen.

1987 richtete das Politbüro der Sowjetunion ein Komitee ein, dem Jakowlew angehörte, um Justizirrtümer unter sowjetischer Herrschaft zu überprüfen. Nach Durchsicht von Tausenden von Dateien schrieb Jakowlew: „Es gibt ein Gefühl, das ich schon lange nicht mehr loswerden konnte. Es scheint, dass die Täter dieser Gräueltaten eine Gruppe von Menschen sind, die geistesgestört sind, aber ich fürchte, dass eine solche Erklärung das Problem zu sehr zu vereinfachen droht.“ [8]

Um es deutlicher zu sagen: Jakowlew sah, dass die Gräueltaten in der kommunistischen Ära nicht von gewöhnlichen menschlichen Gedanken oder Impulsen herrührten, sondern sorgfältig geplant waren. Diese Verbrechen wurden nicht für das Wohl der Welt begangen, sondern wegen eines tiefen Hasses auf das Leben selbst. Die treibenden Kräfte hinter dem Kommunismus animieren nicht aus Unwissenheit, sondern aus Bosheit zu Gräueltaten.

Nicht nur in der Sowjetunion, sondern auch in den ihr später folgenden kommunistischen Regimen von China, Kambodscha und Nordkorea wurde der Staatsterrorismus Alltag.

Wie im „Siebenten Kommentar“ der „Neun Kommentare über die Kommunistische Partei“ nachgewiesen wird, forderte der staatliche Terror der Kommunistischen Partei Chinas vor der Zeit der Reform- und Öffnungspolitik, die 1973 begann, zwischen 60 und 80 Millionen Tote in China. Die Gesamtzahl könnte sogar die Anzahl der Toten aus beiden Weltkriegen übersteigen. [9]

b. Ständig wechselnde Standards von Recht und Unrecht

Während der Kommunismus in den Ländern, in denen er an der Macht ist, das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit ignoriert, um innenpolitisch seine Herrschaft mittels Staatsterrorismus zu sichern, zeigt er sich in den westlichen Ländern anders. Hier behauptet er, dass er sich der Durchsetzung der Rechtsstaatlichkeit verpflichtet fühle. Sein Ziel ist, freie Gesellschaften im Namen der Handels- und Wirtschaftspartnerschaft, des kulturellen Austauschs und der geopolitischen Zusammenarbeit zu gemeinsamen Aktivitäten zu bewegen und diese gleichzeitig zu infiltrieren und zu unterwandern.

So verabschiedete die Kommunistische Partei Chinas während der Reform und der Öffnung im Jahr 1979 ein „Strafprozessrecht“, welches angeblich die Justiz stärken sollte. Aber dieses Gesetz wurde nicht ernsthaft durchgesetzt.

Laut Marx ist das Gesetz ein Ergebnis der widersprüchlichen Interessen der gesellschaftlichen Klassen und ein Werkzeug, das den Willen der herrschenden Klasse verkörpert. Die Gesetze einer kommunistischen Partei stammen weder von Gott, noch beruhen sie auf einer echten Liebe zum Volk. Es geht auch nicht um eine gerechtere Gesellschaft – sondern einzig und allein um die Macht der herrschenden Gruppe. Die Interessen der Kommunistischen Partei sind alles, was zählt. Sobald sich die Ziele und Interessen der Partei ändern, ändern sich auch ihre Gesetze.

Nachdem die Kommunistische Partei Chinas die Macht übernommen hatte, nahm sie den Klassenkampf als Leitlinie und enteignete und beschlagnahmte das Vermögen der „Bourgeoisie”. Spezielle Gesetze wurden geschaffen, die das Verbrechen der „konterrevolutionären Tätigkeit“ schufen. Wer sich der Partei widersetzte, wurde der Konterrevolution beschuldigt, ins Gefängnis geworfen oder erschossen.

Nachdem die KP Chinas den Prozess der massenhaften Enteignung im Namen des öffentlichen Eigentums abgeschlossen hatte, brauchte sie eine Möglichkeit, um das zu behalten, was sie gestohlen hatte. Die Partei verlagerte ihre Prioritäten auf den Aufbau der Wirtschaft und setzte erste Gesetze zum Schutz des Privateigentums um.

Im Wesentlichen bedeutete dies allerdings nicht viel mehr, als den Schutz der Interessen der Kommunistischen Partei, da das Eigentum der gewöhnlichen Chinesen in der Praxis nicht den gleichen Schutz genießt. Die weiterhin andauernden Zwangsenteignungen von Häusern und Land, die der „Landentwicklung“ weichen müssen, zeigen, dass das Regime weiterhin Gewalt anwendet, um seine Interessen rücksichtslos durchzusetzen.

Anfang 1999 verkündete die Kommunistische Partei die Notwendigkeit, den „Staat auf der Grundlage des Gesetz zu regieren“. Einige Monate später begann die landesweite Verfolgung von Falun Gong-Praktizierenden, die den Prinzipien der Wahrhaftigkeit, der Barmherzigkeit und der Nachsicht folgen. Die Partei richtete eine spezielle Behörde, das Gestapo-ähnliche „Büro 610″ ein, um diese Kampagne gegen Falun Gong durchzuführen. Um seinen Auftrag zu erfüllen, ist das „Büro 610“ befugt, alle Gesetze und Gerichtsverfahren zu umgehen. Es herrscht über die Organe der öffentlichen Sicherheit wie Polizei, Geheimdienst und die Justiz, um Falun Gong zu unterdrücken.

Die Partei muss ständig neue Feindbilder erschaffen, um das Volk einzuschüchtern, ihre monströsen Verbrechen zu vertuschen und das Ziel der brutalen Unterdrückung um ihrer selbst willen zu erreichen. Die Formen und Ziele der Verfolgung ändern sich ständig und umfassen beispielsweise die Kampagnen gegen Vermieter und Kapitalisten, das Massaker an Studenten auf dem Tiananmen-Platz 1989, die Unterdrückung von Falun Gong-Praktizierenden und die Verfolgung von Menschenrechtsanwälten.

Dementsprechend muss sich auch das Gesetz ändern. In mehr als 60 Jahren hat die Partei vier Verfassungen verkündet, von denen die letzte seit ihrer Einführung im Jahr 1982 vier Revisionen erfahren hat. Die Kommunistische Partei Chinas hat in unzähligen politischen Kampagnen Erfahrungen gesammelt und das Gesetz verdreht. Ihr Ziel ist stets, ihre Motive und Handlungen zu tarnen und zu verschleiern. Manchmal gibt sie sich noch nicht einmal die Mühe, die Missachtung der Gesetze zu verbergen.

c. China: Offizielle Missachtung der Gesetze durch die Kommunistische Partei

Die Kommunistische Partei Chinas füllt ihre Verfassung mit vielen schönen Worten, um vorzugeben, dass sie der Rechtsstaatlichkeit und zivilisierten internationalen Normen verpflichtet sei. In der Praxis wird die Verfassung jedoch nie strikt eingehalten. Rechte wie die Meinungs- und Glaubensfreiheit sowie die Freiheit, Vereine oder Parteien zu gründen, werden nicht wirklich geschützt.

Nach der marxistischen Theorie spiegeln die Gesetze den Willen der herrschenden Klasse wider und sind nur ein Instrument ihrer Herrschaft. Für eine kommunistische Partei ist es daher selbstverständlich, Gesetze zu verabschieden und zu ändern, um ihre Feinde zu unterdrücken.

Wer es wagt, den „Willen der herrschenden Klasse“ in Frage zu stellen – also gegen die Interessen der Kommunistischen Partei zu sein – kann gerichtlich als Klassenfeind verfolgt werden, sei es als Arbeitsloser, als Soldat, als Bauer, dessen Land enteignet wurde, als Menschenrechtsanwalt oder als klar denkender Mensch, der die Partei durchschaut hat.

Für Anwälte, die in kommunistischen Ländern tätig sind, sind die Gesetze „Gummiparagraphen“, die den politischen Vorgaben entsprechen müssen. Wenn ein Anwalt aus Gesetzen zitiert und für Gerechtigkeit plädiert, werden der Richter und die Staatsanwälte ihn zum Schweigen bringen, indem sie über den vermeintlichen Sinn des Gesetzes sprechen. Sie sagen sehr deutlich, dass das Gericht durch die Kommunistische Partei geführt wird und die Parteibefehle befolgen muss. Was auch immer die einzelnen Juristen denken – was sie sagen, spiegelt in der Tat den Parteigehorsam wider, welcher der Rechtsauffassung unter kommunistischen Regimen zugrunde liegt.

Im chinesischen Justizsystem können die Richter bei Verhandlungen gegen verfolgte Falun Gong-Praktizierende Dinge sagen wie: „Warum berufen Sie sich auf das Gesetz?“ „Mich interessiert nur die Politik.“ „Die Partei erlaubt keine Verteidigung.“ „Die Worte der Führer sind das Gesetz.“ „Die Kommunistische Partei führt das Gericht, also müssen wir der Linie der Partei folgen.“ „Für Falun Gong-Angelegenheiten ist kein juristisches Vorgehen erforderlich.“ „Erzählen Sie mir nichts über das Gewissen.“ [11]

Der englische Philosoph Francis Bacon (1561-1626) schrieb im Artikel „Of Judicature“: „Ein übles Urteil schmerzt mehr als viele üble Beispiele. Denn diese verderben nur den Bach, die anderen verderben den Brunnen.“ [12]

Die Gesetze der Kommunistischen Partei, immer formbar und nur selektiv angewandt, besitzen keine göttliche Grundlage, um aus ihnen eine legitime Autorität abzuleiten. Im vergangenen Jahrhundert hat der „Spirit of law“, der das Rechtssystem der Partei regiert, unzählige Ungerechtigkeiten hervorgerufen und den Tod von 80 bis 100 Millionen unschuldiger Menschen verursacht. Diese Schuld kann kein Vertreter der kommunistischen Sache jemals wiedergutmachen.

„Ein Mörder muss mit seinem Leben bezahlen, wie ein Schuldner mit Geld“, wie das gängige Sprichwort besagt. Würde die Kommunistische Partei es mit der Beachtung der Gesetze wirklich ernst meinen, müsste sie sich für ihre Geschichte selber anklagen.

Die Serie wird am Samstag, den 5. Januar 2019, mit Teil 2 fortgesetzt.

Quellen

[1] Harold J. Berman, The Interaction of Law and Religion (Nashville: Abingdon Press, 1974), 51–55.
[2] Ban Gu, The Book of Han: Chronicle of Dong Zhongshu [班固,《漢書·董仲舒傳》]
[3] Berman, The Interaction of Law and Religion.
[4] W. Cleon Skousen, The Naked Communist (Salt Lake City: Izzard Ink Publishing, 1958, 2014). https://horst-koch.de/marx-und-satan-richard-wurmbrand/, abgerufen am 28.08.2018
[5] Sergey Nechayev, The Revolutionary Catechism, 1869. https://www.marxists.org/subject/anarchism/nechayev/catechism.htm.
[6] Vladimir Lenin, The Proletarian Revolution and the Renegade Kautsky,  https://www.marxists.org/archive/lenin/works/1918/prrk/common_liberal.htm.
[7] Li Yuzhen, Work of Inssurection: 20th-Century Russian History, (Yanhuang Chunqiu, Tenth edition of 2010 ) [ 李玉貞, 〈一部顛覆性著作:《二十世紀俄國史》〉,《炎黃春秋》2010年第十期。]
[8] Alexander N. Jakovlev, Die Abgründe meines Jahrhunderts (Leipzig: Verlag Faber und Faber, 1993).
[9] “Commentary Seven: On the Communist Party’s History of Killing,” Nine Commentaries on the Communist Party, The Epoch Times, http://www.ninecommentaries.com/english-7.
[10] On March 15, 1999, the “Amendment of the Constitution of the People’s Republic of China” adopted at the Second Session of the Ninth National People’s Congress inserted in Article 5 of the Constitution: “The People’s Republic of China implements the rule of law and builds a socialist country ruled by law.” See An Linxian, “Constitutional Principles and Governing the Country by Law,” www.people.com.cn, 2. November 2006, http://legal.people.com.cn/GB/43027/73487/73490/4990833.html.
[11] Ouyang Fei, „Red Nonsense”, Minghui.org, January 8, 2015 [歐陽非:〈紅色荒唐言論〉,明慧網,2015年1月8日,http://www.minghui.org/mh/articles/2015/1/8/302850.html.]
[12] Francis Bacon, “Of Judicature”, Essays, Civil and Moral, http://www.notable-quotes.com/b/bacon_francis_viii.html.

Chinesisches Original: http://www.epochtimes.com/
Englische Version: https://www.theepochtimes.com/how-the-specter-of-communism-is-ruling-our-world

Ein Ausblick auf die anderen Kapitel, die nach und nach ebenfalls hier veröffentlicht wurden und werden:

(0) Einführung
(1) Kap. 1: Strategien des Teufels zur Zerstörung der Menschheit – Teil 1 / Teil 2
(2) Kap. 2: „Ich will mich an dem Einen rächen, der dort oben regiert“ – Teil 1 / Teil 2
(3) Kap. 3: Der Kommunismus braucht einen Feind – wenn es keinen gibt, muss einer erfunden werden Link
(4) Kap. 4: Export der Revolution: Asien, Lateinamerka, Afrika, Europa – Teil 1, Teil 2
(5) Kap. 5: Europa ist in den Händen des Feindes, Offene und verdeckte Gewalt – Jedes Mittel ist erlaubt – Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5
(6) Kap. 6: Die heutigen Jugendlichen sind zu einer Generation ohne traditionelle Kultur geworden, Verdrehung und Zerstörung der Religionen Teil 1, Teil 2
(7) Kap. 7: Die Zerstörung der Familie, Feminismus, „sexuelle Befreiung“ – Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4
(8) Kap. 8: Politik, Die sozialistische Ideologie dominiert in Europa, Wohlfahrtssystem, Linke Politik, Liberalismus und Progressivismus und andere neue Varianten des Kommunismus – Teil 1, Teil 2, Teil 3
(9) Kap. 9: Der westliche Wohlfahrtsstaat: Hohe Steuern und zerstörerische Sozialpolitik, Die Wahrheit über Chinas wirtschaftlichen Aufstieg, Sozialistische Ökonomie, Planwirtschaft, Ausbeutung, Sklaverei – Teil 1, Teil 2 Teil 3 , Teil 4
(10) Recht und Gesetz, Staatsterror – Teil 1, Teil 2
(11) Der Einfluss auf Kunst und Kultur, Umkehrung der traditionellen Ästhetik: Das Hässliche als Kunst, Perversion der Literatur
(12) Sabotage der Bildung und Kampf gegen die Klassiker
(13) Die Übernahme der Medien, der Filmindustrie (Hollywood) und des Fernsehen, Verantwortung in die Medien zurückbringen
(14) Partykultur, populäre Kultur, Woodstock, Rockmusik, Drogenmissbrauch, Pornographie, sexuelle Befreiung und Promiskuität, Homosexualität, die Hippie-Kultur, Videospiele, Online-Kultur und spirituelle Leere, die Kultur der Gewalt
(15) Islamischer Terrorismus, Ursprünge des Terrorismus, Sayyid Qutb: Der Marx des islamischen Extremismus, Unterstützung des Terrorismus durch die Kommunistische Partei Chinas, wie gewöhnliche Muslime geopfert werden, verborgene Allianz zwischen Terrorismus und der westlichen radikalen Linken …

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