Konkurrenz für die Weltbank: Die AIIB wurde feierlich eröffnet

Die Asiatische Infrastruktur-Investmentbank (AIIB) ist offiziell eröffnet. Heute wird über die ersten Projekte beschlossen, es tagen der Verwaltungs- und der Aufsichtsrat. Deutschland will in den Jahren 2016 bis 2019 rund 900 Millionen Dollar einbringen.

Nachdem im Dezember die Ratifizierungsurkunden von 17 Staaten vorlagen und die Abkommen in Kraft treten, hat nun die offizielle Eröffnungszeremonie stattgefunden.

Chinas Staatschef Xi Jinping und Premier Li Keqiang eröffneten die feierliche Zeremonie. Zu den Feierlichkeiten kamen Vertreter anderer Staaten, multilateralen Banken und Finanzinstituten. Der erste Präsident der AIIB, Jin Liqun, bezeichnete die Eröffnung als „einen wahrlich historischen Anlaß“.

Derzeit sind 57 Staaten Mitglieder der AIIB, auch Deutschland nimmt teil. Die AIIB wird ihren Hauptsitz in Peking haben. Es ist vorgesehen, dass das Stammkapital der Bank 100 Milliarden Dollar beträgt, den größten Teil davon erbringt China. Der Verwaltungsrat wird seine erste Sitzung kurz nach der Aufsichtsratsitzung abhalten.

Die AIIB wird in den Medien als eine chinesische Alternative zur Weltbank bezeichnet. China, Indien, Russland, Deutschland, Südkorea und Australien sind die sechs größten Teilhaber der AIIB. China hält mit 30,34 Prozent den Hauptanteil der Aktien, Indien 8,52 und Russland 7,5 Prozent der Anteile. Deutschland ist mit 4,1 Prozent vertreten.

Deutschland will in den Jahren 2016 bis 2019 rund 900 Millionen Dollar zuschießen und daneben 3,6 Milliarden Dollar Gewährleistungen ab 2016 übernehmen. Das deutsche Finanzministerium begründete seine Beteiligung damit, dass die Bundesregierung über multilaterale Finanzinstitutionen Infrastrukturprojekte fördern will. (ks)