Wegen schwachem Wachstum: Chinas Finanzminister will noch mehr Schulden machen

Epoch Times, Montag, 7. März 2016 14:47
China habe Spielraum noch mehr Schulden zu machen, meint der Finanzminister des Landes. Wieviel sei "schwer zu sagen". US-Finanzexperten zeigen sich skeptisch.
Chinas Finanzminister Lou Jiwei
Chinas Finanzminister Lou Jiwei
Foto: Lintao Zhang/Getty Images

Die Volksrepublik China macht sich laut Finanzminister Lou Jiwei auf steigende Staatsdefizite gefasst. "Unsere Steuereinnahmen sind in einer schwierigen Situation", sagte Lou am Montag in Peking, berichtet die Agentur Reuters.

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China müsse das Haushaltsdefizit ausweiten, "aber es ist schwer zu sagen, wieviel angemessen ist," so der Minister. 

In 2016 werde es einen Fehlbetrag von drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes geben. Davon geht die chinesische Regierung aktuell aus. In 2015 waren es 2,4 Prozent. "Wir haben noch Spielraum, dürfen aber auch nicht zu stark erhöhen", sagte Lou laut "Reuters".

Experten zeigen sich jedoch skeptisch und meinen: "Je länger die chinesische Volkswirtschaft Schulden aufbaut, desto riskanter wird die Lage einzuschätzen sein."

Die Ratingagentur Moody's drohte unlängst sogar, Chinas Kreditwürdigkeit zu senken.

"Ohne glaubhafte und effiziente Reformen wird sich das Wachstum in China kräftig abkühlen, weil die hohe Verschuldung bei Unternehmen Investitionen lähmt und der demografische Wandel sich zunehmend bemerkbar macht", schrieben die Moody's-Experten, laut "Reuters". 

Demnach gehen die Experten auch davon aus, dass das Staatshaushaltsdefizit größer ausfallen könnte als von Chinas Regierung derzeit angenommen. Dieser Trend lasse sich durch das verlangsamen des Wachstums der chinesischen Wirtschaft bereits erkennen. In 2015 wuchs das Bruttoinlandsprodukt um nur 6,9 Prozent. Dies seien die niedrigsten Wachstumszahlen innerhalb eines Vierteljahrhunderts. Auch in 2016 werde das Wirtschaftswachstum in China nicht über diese 6,9 Prozent hinausgehen. (so) 

Schlagworte

China, Finanz


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