Chinas geheime Goldreserven: Enorme Importe und Fördermengen – offiziell kaum Anstieg

Chinas Goldimporte haben sich seit 2010 versiebenfacht. Dies geht aus den neuesten Daten aus Hongkong hervor. Trotzdem ist die offiziell zugegebene Goldreserve nur wenig gewachsen. Wie groß ist sie wirklich?

Seit wenigen Wochen veröffentlicht China auf Wunsch des IWF Zahlen zu seinen Goldreserven. Zuletzt hatte China im Frühling 2009 seine Reserve bei 1.054 Tonnen angegeben. Diese Zahl wurde damals schon für untertrieben gehalten. Bloomberg Intelligence schätzte damals 3.500 Tonnen. Nun, Ende 2015 sprachen die Chinesen von 1.700 Tonnen und vor kurzem von 1.787 Tonnen. Es kamen also 87 Tonnen im Dezember dazu. Doch dürften im Hintergrund noch größere Goldeinkäufe laufen, schätzt der CNN-Bericht.

Goldimporte nach China werden über Hongkong abgewickelt – und von dort gibt es Zahlen.

CNN berichtet, dass sich die Goldimporte über Hongkong seit 2010 versiebenfacht haben. Von nur mehr als 100 Tonnen Gold im Jahr 2010 stiegen die Importe auf knapp 1.000 Tonnen im vergangenen Jahr. Im Vergleich dazu ist Chinas Inland-Goldreserve jedoch verhältnismäßig wenig gewachsen.

Natürlich haben auch Chinas Privathaushalte einen riesigen Goldbedarf, denn von 1950 bis 2004 war diesen Goldbesitz nicht erlaubt. Sie machen jedoch nur einen Teil der Käufer aus. Die Regierung dürfte deshalb ein großer Abnehmer sein.

Chinas gigantische Goldproduktion

Seit 2014 ist China auch der größte Goldproduzent der Welt und 40 Prozent der Fördermenge wird von den Chinesen selbst verbraucht. Die Goldproduktion im Reich der Mitte stieg in den letzten 15 Jahren stetig an, verdreifachte sich nahezu. 2015 sank die Fördermenge erstmals wieder ein wenig, was Chinas Zentraler Verband der Goldförderer mit dem niedrigeren Goldpreis und den damit einhergehenden Betriebsschließungen von kleineren und mittleren Mienen erklärte.

In einer Statistik des Verbands vom Februar heißt es: Im Jahr 2015 wurden insgesamt 450 Tonnen Gold gefördert (exakt 450,053 t). Im Vergleich zum Vorjahr waren dies 1,746 t weniger – eine Reduzierung von 0,39 Prozent.

Zur Stabilisierung des Yuan

Über Chinas steigende Goldreserven sagte Seniorberater Jeffrey Nichols von Rosland Capital gegenüber Sina.com:

Dass China jetzt mehr Goldreserven anhäuft, sei nicht verwunderlich. Wahrscheinlich wolle die Zentralbank dadurch die Internationalisierung des Yuan vorantreiben. Um die Währung zu stärken, sei eine gewisse Menge an Goldreserven nötig. Deswegen habe China Dollarreserven und andere Devisen verkauft und damit Gold angekauft, welches die härteste Währung sei.

Nichols vermutet, dass dieser Prozess noch weiter läuft und die Zentralbank in den kommenden Monaten Goldankäufe von je 10 bis 20 Tonnen bekanntgeben wird. Die Stabilisierung des Yuan ist eine langfristige Aufgabe für Chinas Zentralbank.

Aktuell bildet die offiziell bekannte Goldreserve der chinesischen Zentralbank nur einen kleinen Anteil der Währungsreserve – 1,8 Prozent. Thomas Bachheimer vom Goldstandard Institut International schätzt Chinas tatsächliche Goldreserve zwischen 25.000 bis 40.000 Tonnen. Mehr dazu unter: "So bringt Chinas Gold den Dollar zur Strecke"

Die USA besitzen laut CNN über 8000 Tonnen Gold, womit das Verhältnis von Goldreserve zu Währungsreserve bei über 70 Prozent liegt. (yz / rf)