Aktuelle Nachrichten – China - Menschenrechte
01.11.2011
Foto: Philippe Lopez/AFP/Getty Images
Um Chinas rasantes Bevölkerungswachstum zu kontrollieren, setzte die Partei-Führung der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) im Jahr 1980 die "Ein-Kind-Politik" ein, die bis heute Bestandteil der Familienplanung in China ist. Unter dieser Politik wurden in den letzten 31 Jahren nach Schätzungen der "National Population and Family Planning Commission of China" 400 Millionen Babys abgetrieben.
Zahlenspiele in China
Nach offiziellen chinesischen Statistiken liegt Chinas jährliche Abtreibungsrate bei mehr als 13 Millionen Babys. Die Zeitung „China Daily", ein kommunistisches Sprachrohr, zitierte medizinisches Personal, das aussagte, dass die Zahl noch höher liegen könnte, wenn man die Abtreibungen durch Medikamente und diejenigen, die nicht im Krankenhaus durchgeführt werden, auch noch berücksichtigen würde.
Die Ein-Kind-Politik und ihre gewaltsame Durchsetzung hat zu einem ernsthaften Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern in China geführt und ein überproportionales Alterungsphänomen sowie eine Reihe weiterer gesellschaftlicher Probleme verursacht. Obwohl die internationale Gemeinschaft diese Verletzung der grundlegenden Menschenrechte immer wieder verurteilt hat, weigern sich die chinesischen Behörden, ihre Familienplanungs-Politik zu ändern.
Achtung: Folgende Galerie ist nicht für Herzschwache, Leser unter 18 Jahren oder sensible Menschen gedacht.
Um die Familienplanung durch Abtreibung auf allen Ebenen umsetzen zu können, hat das chinesische Regime ein System von Beamten und „Helfern" eingerichtet. Laut Frau Chai Ling, ehemalige Studentenführerin bei dem Tiananmen Massaker vom 4. Juni 1989, werden offiziell rund 300.000 Beamte durch das kommunistische Regime für die Familienplanung durch Abtreibung eingesetzt. Inoffiziell sind bis zu 92 Millionen Menschen auf verschiedenen Ebenen involviert. Die Beamten müssen Quoten erfüllen und sich nach den jährlichen Gesundheits-Indikatoren richten. Die Nichterfüllung der Quoten wird administrativ bestraft, während eine Überquote zu Beförderungen und Anreizen führt.
Kommunistische Doktrin eingetrichtert
Frau Chai selbst wurde als Studentin zu drei Abtreibungen „beraten". Die ersten zwei wurden ihr aufgezwungen und sie musste noch begleitet werden, bei der dritten wusste sie schon von allein, wie die notwendigen Schritte zu unternehmen sind.
Die Entscheidung für Frau Chais vierte Abtreibung zeigt die perverse Seite der "Parteikultur" in China, mit denen die Menschen indoktriniert werden. Frau Chai lebte schon in Paris und war nicht mehr von der staatlichen Zwangsabtreibungespolitik bedroht. Sie war verheiratet und musste ihre Schwangerschaft nicht mehr als „Schande" verbergen. „Trotzdem hatte ich die Denkweise aus China, dass in schwierigen Umständen eine Abtreibung die richtige Wahl ist", sagte sie. So hatte Frau Chai noch eine Abtreibung - die vierte.
Verschwundene Mädchen und Frauen
Frau Chai ist die Gründerin der Organisation „ All Girls Allowed" [Alle Mädchen sind erlaubt], die für die Enthüllung der Wahrheit über die Ein-Kind-Politik der Kommunistischen Partei Chinas kämpft. Zu Beginn dieses Jahres, unmittelbar vor dem Besuch des chinesischen Präsidenten Hu Jintao in den USA, sagte Frau Chai auf einer Pressekonferenz in Washington:
„Die brutale und gewaltsame Durchsetzung der Ein-Kind-Politik ist das größte Verbrechen gegen die Menschlichkeit; es ist eine unmenschliche und geheime Schlacht gegen Mütter und Babys, es ist ein stündlich stattfindendes Tiananmen-Massaker; und es ist ein unendlicher Holocaust, der schon über 30 Jahren im Gange ist... Stell dir vor, unter deinen zwei wunderschönen Kindern darfst du nur eins behalten. Das andere muss hingerichtet werden."
Eine Frauenbeauftragte in China
Frau Jin, die zur ethnischen koreanischen Minderheit gehört, war zwei Jahre lang Beauftragte für Frauenangelegenheiten in Jilin. In einem Interview sprach sie mit der Epoch Times über den Alltag des Berufs der Frauenbeauftragten:
„Wenn ein Kind einer im siebenten oder achten Monat schwangeren Frau abgetrieben werden sollte ... manchmal waren die Babys schon sehr groß und konnten nicht glatt ausgeschieden werden. Die Mütter schrien vor Schmerz. Dem Arzt war das egal. Kam das Kind zuerst mit dem Kopf herraus, wurde es am Kopf rausgezogen. Dabei riss oft der Kopf ab. Wenn die Beinchen zuerst rauskommen, wird es an den Beinen rausgezogen und um Zeit zu sparen, Stück für Stück abgeschnitten. Ein ganzes und perfekt geformtes Baby wurde so in kürzeste Zeit zu weichem Fleisch verarbeitet... Schauen Sie sich diese Frauen an, manche fallen vor Schmerz in Ohnmacht. Es gibt welche, die zur Sterilisation gezwungen wurden, die meisten dieser Frauen leiden an schwerwiegenden Folgen der Zwangssterilisation. Einige verlieren sogar die Arbeitsfähigkeit. Die Kommunistische Partei kümmert sich nicht um diese Fälle, sie (die Partei) hat dein Leben und deinen Tod unter Kontrolle."
Frau Jin konnte sich nicht erinnern, wie viele Frauen unter ihrer Aufsicht gezwungen worden sind, abzutreiben. Sie sagte, dass sie später die Bewegungen der Babys in einem Alptraum gesehen hätte. Etliche kleine Leben seien durch solch brutale Methoden in eine unvorstellbar erbärmliche Situation gebracht. Sie traue sich nicht mehr, die Position der Frauenbeauftragten der Stadtregierung in Jilin anzunehmen.
40 Millionen „Junggesellen" in China
Aufgrund der traditionellen Vorliebe für Jungen in China, hat die Einführung der Ein-Kind-Politik zu einem „Gendercide" [Genozid durch geschlechtsbezogene Tötungen] von Mädchen geführt, und China zum Land mit dem weltweit größten ungleichen Geschlechter-Verhältnis verwandelt. Die chinesische Volkszählung von 2010 zeigt, dass es heute in China schon 34 Millionen mehr Jungen als Mädchen gibt.Demographen schätzen, dass es in China bis zum Jahr 2020 30-40 Millionen Männer im heiratsfähigen Alter geben wird, von denen einer von fünf keine Ehefrau finden wird. Der Begriff „Junggeselle" im herkömmlichen Sinn wird eine neue Bedeutung bekommen: ein Mann, der heiraten möchte, aber unfähig ist, eine Frau zu finden, weil sie zur seltenen „Ware" geworden ist. Angesichts dieser hohen Zahlen befürchten Experten, dass die Frustration des Nicht-Heiraten-Könnens zum sozialen Chaos führen wird.
„Nicht heiraten können" hat Auswirkungen auf die Gesellschaft
Frau Valerie Hudson, Professorin für Politikwissenschaft an der Brigham Young University in den USA sagt, „Für jede Tochter, die aussortiert wird, wird ein Sohn zu einem Überschuss - oder wie es in der chinesischen Umgangssprache genannt wird - ein „kahler Ast" des Stammbaums. Unseren Schätzungen zufolge werden bis zum Jahr 2020, 23-25 Millionen männliche „kahle Äste" im Alter von 15-24 zu finden sein. Das stellt 13 Prozent der jungen, erwachsenen, männlichen Bevölkerung dar".
Alleinstehende junge Männer würden viel eher an anti-sozialem Verhalten teilnehmen, als verheiratete junge Männer. Mit einer steigenden Bevölkerung von ungebundenen jungen Männern, werde China mit einem Anstieg von Kriminalität, Gewaltverbrechen, Verbrechen gegen Frauen, Drogenmissbrauch und der Bildung von Banden konfrontiert werden, so Frau Hudson.
Familienplanung unter Zwang, Kritiker zum Schweigen gebracht„Wird ein Kind zu viel geboren, muss das ganze Dorf sterilisiert werden". „Das erste Kind wird geboren, zweiter, dritter, vierter Fötus - abschaben, abschaben, abschaben." „Lieber ein Blutbad verursachen, als die Quote zu überschreiten". Diese Parolen bedecken Chinas Gesellschaft seit über 30 Jahren. Sie stellen ein Zeugnis der gewalttätigen und brutalen Arbeitsweise der Familienplanungspolitik dar. Zudem kommen streng kontrollierte Berichte der staatlichen Medien hinzu. Offene und ehrliche Aussagen kommen nichts an Licht der Öffentlichkeit.
Ein bekannter Aktivist gegen Zwangsabtreibung und staatlich verordnete Sterilisierung, Chen Guangcheng, wurde wegen des Offenlegens der fragwürdigen Richtlinien der Familienplanungspolitik, Ziel staatlicher Verfolgung. Der blinde Aktivist und Rechtsanwalt wurde unter anderem zu Haft verurteilt. Auch nach seiner Entlassung wird ihm und seiner Familie der Kontakt zur Außenwelt durch die Behörden verwehrt.Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.
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