Obama-Biographie: Drogen, Sex und ein schwuler Professor

Marihuana und Kokain soll der Ex-Präsident noch nach seiner Teenager-Phase konsumiert haben, eine Liebhaberin Obamas soll ihn im Buch jedoch als verhältnismäßig vernünftigen Konsumenten beschrieben haben: "Wenn immer jemand fünf Linien zog, hätte er die Hälfte genommen." Mehr Enthüllungsbuch als Biographie: „Rising Star: The making of Barack Obama“

Kaum hat Barack Obama seine Präsidentschaft beendet, kommt auch schon das große Enthüllungsbuch über ihn heraus. Die neue Biographie mit dem Namen „Rising Star: The making of Barack Obama“ soll so manch Pikantes aus Obamas Vergangenheit preisgeben, ob das alles so stimmt, sei dahingestellt.

Pulitzer-Preisträger David J. Garrow soll angeblich neun Jahre an dem Werk gearbeitet haben, inhaltlich beziehe er sich vor allem auf Zeitzeugen und Briefwechsel. Spannende Highlights der 1.472 Seiten umfassenden Biographie finden sich offenbar in den kleinen aber feinen unmoralischen Ausrutschern, die wenig ungewöhnlich, aber bei einem Ex-Präsidenten doch mal der Rede wert sind.

Amerikas Boulevardpresse lässt sich nicht davon abhalten, das Buch bereits als „Skandal- und Sexbuch“ zu benennen. Wenn man bedenkt, wie viel über Obama schon geschrieben wurde, braucht es schon ein wenig Schmuddelcharakter, um das Interesse der Menge zu wecken.

Und hier werden keine Klischees ausgelassen. Einmal soll Obama in einem Brief an eine Freundin gestanden haben, er hätte eine Affäre mit einem befreundeten, schwulen Professor aus Los Angeles in Erwägung gezogen, nach einer Phase des Nachdenkens habe er sich aber dann doch für heterosexuelle Partnerschaften entschieden.

Marihuana und Kokain soll der Ex-Präsident noch nach seiner Teenager-Phase konsumiert haben, eine Liebhaberin Obamas soll ihn im Buch jedoch als verhältnismäßig vernünftigen Konsumenten beschrieben haben: „Wenn immer jemand fünf Linien zog, hätte er die Hälfte genommen.“

Im Buch soll Obama außerdem mit einem Hang zu Seitensprüngen dargestellt sein. In den Achtzigern soll Obama mit der niederländisch-japanische Studentin Sheila Miyoshi Jager zusammengelebt haben, später hätte er sich getrennt, weil er laut einem damaligen Freund befürchtete, sein Ansehen als Politiker könnte mit einer weißen Frau an seiner Seite leiden. Vorher soll er aber schon Michelle kennengelernt und laut dem Autor zwei intensive, sich überlappende Beziehungen geführt haben. Andere angebliche Sex-Partnerinnen beschreiben ihn mal als „nicht sehr kreativ“ im Bett, mal als übermäßig laut.

Für Größeres bestimmt

Die „Süddeutsche“ fasst das Werk wie folgt zusammen: „Das Buch ist mehr als eine Sammlung von verkaufsfördernden Bettgeschichten über die Sturm-und-Drang-Periode des ehemaligen Präsidenten. Garrow porträtiert den Studenten Obama als jungen Mann, der schon früh daran glaubte, für etwas Größeres bestimmt zu sein – und der jede seiner Entscheidungen im Leben der Vision unterordnete, der erste farbige Präsident der Vereinigten Staaten zu werden.“

Obama selbst hat sich bisher nicht zum Buch geäußert. „The New York Times“ resümiert, dass der Leser, der sich für das Leben von Barack Obama interessiert, gut daran tun würde, sich anderen Büchern über ihn zuzuwenden, „und nicht Garrows überfüllter und letztlich ungerechter Arbeit hier“. Oder er soll „zurück zu Obamas eigenen beredten Memoiren gehen“.