„Herr der Ringe“-Star Elijah Wood: Hollywood ist voll von Kinderschändern

Die Vorwürfe, dass es in Hollywood viele mächtige Männer gibt, die sich an Kindern vergehen, sind nicht neu. Doch deswegen sind sie nicht weniger brisant wenn sie erneut Öffentlich angesprochen werden. Nun bezeichnete der "Herr der Ringe"-Schauspieler Elijah Wood die Mächtigen in Hollywood als "Vipern".

Der Filmschauspieler Elijah Wood bezeichnete hochrangige Persönlichkeiten in Hollywood als „Giftschlangen“: Wood der den „Frodo“ in der Tolkien-Verfilmung „Herr der Ringe“ spielte, sagte in einem Interview mit der britischen „Sunday Times“, dass Hollywood voll mit Pädophilien wäre.

„Es gibt viele Giftschlangen in der Filmindustrie, es war alles organisiert. Ich wurde damals in dunkle Abgründe geführt“, sagte der heute 35-Jährige zur Zeitung. Er habe von den Pädophilien schon als Jungstar erfahren, „und diese Dinge passieren vermutlich immer noch“.

In dem Gespräch prangerte Wood nicht nur die Filmindustrie generell an, sondern stellte auch einen Bezug zu anderen Schauspielern her, die entweder zu Tätern oder Opfern wurden. Er sprach über Studiomitarbeiter, die Kinderschauspieler zu sexuellen Handlungen überredeten und dabei ihre Machtpositionen ausnutzten.

Von der Mutter beschützt

Woods Karriere begann als Achtjähriger. Damals hatte er eine Rolle in dem Film „Zurück in die Zukunft 2“. Mit „Herr der Ringe“ gelang ihm der internationale Durchbruch.

Er selbst wurde als Kind immer von seiner Mutter beschützt, sagte Wood zur Zeitung. Sie hätte ihm den Zugang zu Hollywood-Parties verboten und ihn dadurch vor Drogen und sexuellen Übergriffen bewahrt. Dennoch konnte er beobachten, wie einige seiner damals ebenfalls sehr jungen Kollegen regelrecht „gejagt“ wurden. „Wenn man jung ist und wenig von der Welt weiß, aber trotzdem erfolgreich sein möchte, wird man von anderen schnell als Beute gesehen,“ so Wood.

Die Industrie sei „voller Vipern“, die nur ihr Eigeninteresse verfolgten. Als Beispiel nannte Wood Jimmy Savile. Der berühmte BBC-Moderator wurde erst nach seinem Tod 2011 für zahlreiche mutmaßliche sexuelle Übergriffe angeklagt. Über 500 Menschen soll Savile im Laufe seiner Karriere missbraucht haben.

Berühmte Sexualstraftäter

Nach dem Tod von Savile, der ein britisches Popidol war, gelangten Hunderte von Fällen an die Öffentlichkeit, in denen ihm vorgeworfen wurde, seine Position als Berühmtheit für sexuellen Missbrauch, vorwiegend an jungen Mädchen, ausgenutzt zu haben. Scotland Yard nannte ihn den „schlimmsten Sexualverbrecher in der Geschichte des Landes“. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden seien nie zuvor in der britischen Kriminalgeschichte so viele Anschuldigungen wegen sexuellen Missbrauchs gegen eine einzelne Person erhoben worden.

Verschiedenen Berichten zufolge nutzt Savile seine Beziehungen und brachte den Schlüssel für eine psychiatrische Kinderheilanstalt in seinen Besitz. Dort vergriff er sich dann an Kindern und Jugendlichen, sein jüngstes Opfer soll zwei Jahre alt gewesen sein.

Auf die Frage warum die Betroffenen und Mitwisser diese Übergriffe so lange verheimlichten, sagte Wood, dass dies nicht verwunderlich sei denn: „Opfern wird weniger zugehört als Menschen mit Macht“.

Bill Cosby, Woody Allen und wahrscheinlich viele mehr

Auch andere Hollywood-Stars wie Bill Cosby wurden bereits öffentlich wegen zahlreicher sexueller Übergriffe angeprangert. 50 Frauen werfen dem Schauspieler vor sie in den letzten 50 Jahren sexuell belästigt zu haben. Cosby muss sich dafür nun vor Gericht verantworten.

Auch gegen Woody Allen wurden Vergewaltigungsvorwürfe erhoben. Die Stieftochter der Hollywood-Größe beschuldigte ihn sie als Kind vergewaltigt zu haben. Kurz vor den Filmfestspielen von Cannes veröffentlichte Allens Sohn eine Essay, in dem er seinen Vater erneut beschuldigte, seine Adoptivtochter vergewaltigt zu haben. Dabei kritisierte er auch das Schweigen der US-Medien, die seiner Meinung nach nicht ausreichend berichtet hatten.

Schon vor Jahren berichtete der einstige Kinderstar Corey Feldman über das „Problem Nr. 1 in Hollywood“ – die Pädophilie. Wood und Feldman waren als Kinder Kollegen. Feldman spielte in ‚The Goonies‘ oder ‚Lost Boys‘ und gab 2011 in seiner Biografie an, im Alter von 14 Jahren von Pädophilen „umzingelt“ gewesen zu sein. „Das Problem Nr. 1 in Hollywood war und ist Pädophilie – und wird es immer sein.“

Auch der Film „An Open Secret“ beschäftigt sich mit dem Thema Pädophilie in Hollywood. In der Dokumentation werden einige Schicksale von Kinderschauspielern aufgearbeitet, die den Hollywood-Filmemachern zum Opfer fielen. (so)