Zahnschmerzen mit Akupunktur behandeln – wertvolle Tipps aus der traditionellen chinesischen Medizin

Jeder Zahnschmerz hat eine Ursache, die im komplexen Körpersystem gefunden werden kann. Mit der traditionellen chinesischen Medizin kann ein ganzheitlicher Blick auf Zahnprobleme gerichtet und erweiterte Lösungsansätze gefunden werden.

Als Dr. Hu Naiwen, ein Arzt für chinesische traditionelle Medizin (TCM), vor 40 Jahren die heilende Wirkung von Akupunktur kennenlernte, erzählte ihm ein Klassenkamerad, dass seine permanenten Zahnschmerzen mit einigen stimulierten Akupunkturpunkten plötzlich verschwanden.

Der Klassenkamerad war auf ein Buch gestoßen, das die „Sanjian“-Akupunktur bei Zahnschmerzen anwendet, also setzte er eine Akupunkturnadel auf diesen besagten Punkt. Der Sanjian-Akupunkturpunkt befindet sich entlang des Dickdarm-Meridians. Die Zahnschmerzen waren durch Probleme im Dickdarm-Meridian verursacht worden. So wurde der Zahnschmerz wie durch ein Wunder geheilt, weil die Darmentzündung behoben wurde.

Die Mediziner, die sich nach den alten Traditionen der chinesischen Medizin richten, glauben, dass es einen Grund für Zahnschmerzen gibt. Wenn die richtigen Ursachen und Meridiane identifiziert werden, können sie behandelt werden. Dadurch erspart man sich vielleicht aufwendige Operationen oder sogar die Extraktion eines Zahnes. Denn der klassische Zahnarzt sieht nur den Zahn und nicht die Möglichkeiten, dass die Schmerzen auch durch etwas ganz anderes verursacht werden können.

Jedem von uns plagen irgendwann Zahnschmerzen, aber nur wenige Menschen gehen zu TCM-Ärzten um die wirklichen Ursachen zu erforschen. Die TCM hat effektive Möglichkeiten, mit Zahnschmerzen umzugehen. Es lohnt sich also, diese näher zu betrachten.

Zahnprobleme und ihre Ursachen aus Sicht der TCM

Es gibt zwei Hauptarten von Zahnschmerzen: Eine hat mit den Zähnen direkt zu tun, die andere mit dem Zahnfleisch.

Die TCM konstatiert, dass Zähne eine Erweiterung der Knochen sind und da die Nieren die Knochen „beherrschen“, reagieren sie auch auf die Zähne und beeinflussen diese. Wenn die Nieren Probleme haben, weisen auch die Zähne Probleme auf.

Da der „Hand-Yang-Ming-Dickdarm-Meridian“ das untere Zahnfleisch durchläuft, sind Zahnfleischprobleme im Unterkiefer mit dem Dickdarm verbunden. Das heißt: Eine Dickdarmentzündung wird auf jeden Fall Zahnschmerzen verursachen!

Da der „Fuß-Yang-Ming-Magen-Meridian“ durch das obere Zahnfleisch hindurchgeht, sind Probleme des oberen Zahnfleischs mit dem Magen verbunden. Magenschmerzen lösen auf jeden Fall Zahnschmerzen im Oberkiefer aus.

Um seine Zähne besser zu schützen, sollte man generell seine Nieren stärken. Wenn sich ein Zahn lockert und seine Wurzel freigelegt wird, ist dies ein Zeichen dafür, dass die Nieren schwach und überarbeitet sind.

Hier einige Tipps:

Lösen Sie „Fructus tribuli (Ji li)“ in Wasser, es dient als heilendes Mundwasser.

Salz dringt in die Nieren ein. Eine Mundspülung mit „Halitum (Qing Yan)“ hilft bei der Behandlung von Zahnschmerzen. Reiben Sie auch die Zähne damit ein, das macht sie stark und stabil. Viele Dentalpulver im Handel enthalten „Halitum“.

Pfeffer dient als Anästhetikum. Mit einem Pfefferkorn im Mund wird der schmerzende Zahn betäubt.

Schnittlauch stärkt die Nieren. Schnittlauch hilft bei Zahnschmerzen als auch bei Nierenproblemen.

Bei Zahnhalsschmerzen, das heißt wenn ein Zahn keine Kälte und Hitze verträgt, sollten Medikamente verabreicht werden, die die Empfindsamkeit regulieren. Nehmen Sie hier „Wen Feng San“ (1.).

Im Falle eines empfindlichen Zahnhalses gibt es keine Schwellungen, aber das Zahnfleisch ist sehr schmerzempfindlich. Das Trinken von heißem Wasser hilft, es zu beruhigen.

Fügen Sie Rhizoma et radix notopterygii (qiang huo), Herba ephedrae (ma huang) und Radix aconiti praeparata (chuan fu zi) zu Wen Feng San (1.) hinzu. Verwenden Sie die Hälfte davon, um den Mund zu spülen, und nehmen Sie die andere Hälfte oral ein.

Ein stechender Zahnschmerz wird hauptsächlich durch Hitze im Magen verursacht. Das Zahnfleisch schwillt an und der Schmerz tritt besonders bei der Aufnahme von extrem heißen oder kalten Dingen auf. Sobald die Temperaturen niedriger sind, setzt sofort eine Verbesserung ein. Verwenden Sie hierfür Aloe Vera Extrakt als Mundwasser.

Ist eine Extraktion wirklich notwendig?

Sollte der Zahn bei Zahnschmerzen herausgezogen werden? Verschiedene Ärzte haben diesbezüglich unterschiedliche Ansichten.

Nachdem Dr. Hu einige seiner Zähne verloren hatte, dämmerte es ihm, dass wenn er seine erste Extraktion damals nicht gehabt hätte, die nachfolgenden Extraktionen hätten vermieden werden können.

Er gab ein Beispiel: Wenn ein Molar (Backenzahn) des oberen linken Bereichs extrahiert wird, wirkt sich dies auch auf den entsprechenden oberen rechten Molaren aus, was im Laufe der Zeit zu Fehlausrichtung und Karies führt und Nahrung sich in den Lücken festsetzt. Wenn dieser Zahn entfernt wird, kann der entsprechende Zahn im Unterkiefer länger werden und die anderen Zähne unter Druck setzen. Der Schmerz kann dann zu weiteren Extraktionen führen. Daher schlägt Hu vor, jeden Zahn, so weit wie möglich, mit einer Füllung zu behandeln.

Nichtsdestotrotz, jeden Tag zweimal Zähne putzen, das muss schon sein. Und es lohnt sich auf jeden Fall, sich zweimal im Jahr eine Profilaxe zu gönnen. Hier werden die Zähne professionell gereinigt. Eine allgemein gute Mundhygiene verringert damit das Risiko der Folgeerkrankungen von Zähnen und Zahnhalteapparat. Zahnarztbesuche in regelmäßigen Abständen sind sinnvoll, um bereits entstandene Karies frühzeitig zu erkennen und behandeln zu können und so die Folgeschäden zu minimieren.

Bereits 3000 v. Chr. wurden im Gebiet der Indus-Kultur Zähne behandelt. Zu dem ersten belegbaren zahnmedizinischen Eingriffe gehörte vor allem die Therapie von Zahnschmerzen. Zähne waren und sind immer noch ein kostbares Gut! Ein schönes Lächeln ist mehr wert als ein teures Auto!

(Übersetzt und bearbeitet von Jacqueline Roussety)

Anmerkungen: (1.) Wen Feng San – Zusammensetzung: dang gui (chinesische Angelikawurzel / weiblicher Ginseng) 6g, xi xin (Herba asari) 4.5g, chuan xiong (Rhizoma chuanxiong) 6g, bi bo (fructus piperis longi / langer Pfeffer) 6g, gao ben (rhizoma ligustici) 6g, bai zhi (radix angelicae dahuricae) 6g, lu feng fang (Polistes mandarinus Saussure / Honigwabe) 18g. In Wasser kochen.

Quelle: Traditional Chinese Medicine has Answers for Toothache

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