Gute körperliche Konstitution verlangt ausreichenden Schlaf

Ausreichender Schlaf ist für die Gesundheit unseres Körpers sehr wichtig.

Hat der Schlaf tatsächlich Auswirkung auf unsere körperliche Fitness? Viele Menschen behaupten, unser Körpergewicht ließe sich vollständig über Ernährung und Bewegung kontrollieren. Eine diätetische Ernährung soll sich dabei laut Forschungsergebnissen am stärksten auswirken. Allerdings werden das Gewicht und die Fettleibigkeit nicht allein von diesen Faktoren bestimmt.

Hormonelle Faktoren spielen auch eine Rolle. Eine Unterfunktion der Schilddrüse kann zum Beispiel auch zur Gewichtszunahme führen. Wenn dieses Problem unbehandelt bleibt, macht es keinen Unterschied, ob man weniger isst oder mehr Übungen macht.

Ein Lebensstil-Faktor, der allerdings beides beeinflussen kann, nämlich den Hormonspiegel und das Gewicht, ist der Schlaf. In der Tat gibt es schon viele Beweise dafür, dass zu wenig Schlaf die für die Nahrungsaufnahme verantwortlichen Hormone verändern kann. Der Spiegel appetit-anregender Hormone steigt, wobei der Spiegel appetit-hemmender Hormone sinkt. Dies kann schließlich zu einer erhöhten Nahrungsaufnahme führen.

Eine Studie im Bereich Fachpublikationen über innere Medizin befasste sich mit den Auswirkungen von Schlafentzug auf das Körpergewicht und die Konstitution. Das Ergebnis dieser Studie ergab, dass eine kürzere Schlafdauer zu weniger Fettabbau, dafür aber zu einem größeren Verlust an Muskelmasse führt.

Wahrscheinlich ist diese Auswirkung der kurzen Schlafdauer auf eine komplexe Ursache zurückzuführen, bei der es mit ziemlicher Sicherheit auch zu hormonellen Veränderungen kommt. Ein Hormon, das dabei eine wichtige Rolle spielen könnte, ist Kortisol. Dieses Hormon wird ausgeschüttet, wenn der Körper auf Stress reagiert. Kortisol kann bei verkürzter Schlafdauer in größeren Mengen ausgeschüttet werden.

Einer der Kortisol-Effekte besteht darin, den Katabolismus, der für den Abbau von Körpergewebe zuständig ist, zu stimulieren. Ein potenzielles Ziel ist das Muskelgewebe, vor allem in den Gliedmaßen. Kortisol fördert auch die Fettablagerung, insbesondere im Bereich von Bauch und Rumpf. Die bei verkürzter Schlafdauer festgestellten Veränderungen entsprechen einem erhöhten Kortisol-Spiegel, obwohl sie nicht das eigentliche Ziel dieser Studie waren.

Nun, die Freunde des Schlafs können diesem weiter frönen, denn die Studie lässt stark vermuten, dass ausreichender Schlaf für die Gesundheit des Körpers wichtig ist. Dies ist ein weiterer Beleg dafür, wie sehr gute Schlafgewohnheiten Gesundheit, Fitness und Wohlbefinden steigern können.

Info: Dr. John Briffa ist ein in London ansässiger Arzt und Autor mit besonderem Interesse an Ernährung und Naturheilkunde.

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