„Es wird immer häufiger gemischte Paare geben“: Hessischer Rundfunk verteidigt umstrittene Kika-Doku

Der Hessische Rundfunk hat sich gegen die Kritik an der Kika-Dokumentation über ein junges deutsch-syrisches Liebespaar gewehrt.

Der Hessische Rundfunk hat sich gegen die Kritik an der Kika-Dokumentation über ein junges deutsch-syrisches Liebespaar gewehrt. Tanja Nadig, betreuende Redakteurin beim Hessischen Rundfunk, sagte der „Welt“ (Donnerstagsausgabe): „Viele Menschen in Deutschland haben einen Migrationshintergrund. Unsere Töchter und unsere Söhne werden sich in Menschen verlieben, die nicht deutsch sind, und es wird immer häufiger gemischte Paare geben.“

Das sei nicht erst seit der Flüchtlingskrise der Fall. Auch die Kritik an der Auswahl der beiden Protagonisten weist Nadig zurück: „Wir wollen niemanden vorführen, und wir haben keinen pädagogischen Zeigefinger.“ Das Ziel sei es gewesen „eine Liebesgeschichte zu zeigen“. Dabei habe man auch die Probleme der Beziehung offenbart: „Es war uns ganz wichtig, nichts zu beschönigen.“ So habe die Dokumentation auch die Sorgen der Eltern thematisiert – zum Beispiel, dass die 16-jährige deutsche Protagonistin sich nicht selbst treu bleibe. Nadig zeigt sich nach der großen öffentlichen Aufmerksamkeit besorgt um die beiden Protagonisten: „Die beiden haben ja nichts getan. Wir müssen sehen, dass wir die beiden schützen.“

Der Film „Malvina, Diaa und die Liebe“ hatte in den öffentlichen Netzwerken zu harscher Kritik geführt, da die Macher des Films, sowie der Sender, völlig unkommentiert Äußerungen der beiden Protagonisten ausgestrahlt hatten. Hier geht es darum, dass der Syrer seine eigenen religiösen Vorstellungen auf das Mädchen projizieren will und somit eine gewisse Akzeptanz islamischer Weltbilder den Jugendlichen vor dem Fernseher suggeriert werden würde, so die Kritiker.

Auch falsche Altersangaben ließen die Kritiker aufhorchen. So wurde der Syrer im Film als minderjähriger 17-Jähriger ausgegeben, in Wirklichkeit war er zur Zeit des Drehs bereits 19 Jahre alt. KIKA hat sich zwischenzeitlich für das Versäumnis entschuldigt. (mcd/dts)

Siehe auch:

„Falsche Toleranz“: Ärger über KIKA-Beziehungsfilm – Sender korrigierte Altersangaben nach öffentlicher Kritik

„Sie gehört mir“: Besorgte Mutter schreibt Brief an KIKA wegen Beziehungsfilm

„Pädagogisch nicht geeignet“: Unions-Politiker fordern Stopp der KIKA-Liebesdoku

 

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