Migrantenanteil in Deutschland bei fast 23 Prozent – Asylbewerber in Statistik nicht erfasst

18,6 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund leben in Deutschland, so das Ergebnis eines Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes. Sie stellen somit 23 Prozent der Gesamtbevölkerung – und die Zahl der sogenannten Herkunftsdeutschen wird immer kleiner. Asylbewerber wurden dabei in der Statistik noch nicht erfasst.

Fast 23 Prozent der 82 Millionen in Deutschland lebenden Menschen haben einen Migrationshintergrund – diese Zahl veröffentlichte das Statistische Bundesamt Anfang des Monats. Somit stieg die Zahl der Migranten in Deutschland um 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – der stärkste Zuwachs seit 2005.

Damit leben 63,8 Millionen Menschen ohne Migrationshintergrund und 18,6 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in der Bundesrepublik – und die Zahl der sogenannten Herkunftsdeutschen wird immer kleiner.

Bundesregierung: Zuwanderung wird Bevölkerungszahl über 80 Millionen halten

Durch die Zuwanderung werde die Bevölkerungszahl aber trotzdem noch in Jahrzehnten konstant bleiben, prognostizierte die Bundesregierung Anfang Februar. Die EPOCH TIMES berichtete. „Der Zuwanderungsüberschuss der letzten Jahre hat dafür gesorgt, dass die Bevölkerungszahl gestiegen ist, obwohl die natürliche Bevölkerungsbilanz negativ war“, heißt es laut der „Welt“ in der demografiepolitischen Bilanz der Bundesregierung.

Nach den Erfahrungen der Jahre 2015 und 2016, in denen laut offizieller Zahlen 1,139 Millionen und 550.000 Personen zuwanderten, rechnet man damit, dass es auch in Zukunft mehr Zuwanderung als nur 100.000 bis 200.000 Menschen pro Jahr geben wird: „Aus bevölkerungswissenschaftlicher Sicht erscheint auch eine höhere dauerhafte Zuwanderung von 300.000 möglich“, so die Bundesregierung in dem Papier. Damit werde der Anteil von Migranten in der Bevölkerung immer größer und Deutschland immer mehr zu einer Zuwanderungsgesellschaft.

Migrantenanteil bei unter Fünfjährigen bei 38 Prozent

Besonders deutlich zeigt sich diese Tatsache bei der Betrachtung des Durchschnittsalters der Bevölkerungsgruppen: Während die Bevölkerung mit Migrationshintergrund im Durchschnitt 35,4 Jahre alt ist, liegt das Alter der sogenannten Herkunftsdeutschen durchschnittlich bei 46,9 Jahren, so die Zahlen des „Statistischen Bundesamtes“.

Insbesondere bei den Altersgruppen bis 25 Jahren wird der Migrantenanteil in der Bevölkerung immer größer: 13,05 Millionen Menschen haben in diesen Altersgruppen keinen Migrationshintergrund und 6,48 Millionen weisen einen Migrationshintergrund auf. Der Anteil der Migranten liegt bei den Jüngeren also bei 32,4 Prozent. Bei den unter Fünfjährigen beträgt er sogar 38 Prozent.

Enkel von Eingebürgerten zählen zur herkunftsdeutschen Bevölkerung

Wer hat statistisch eigentlich einen Migrationshintergrund? Es sind Personen, die selbst oder eines ihrer Eltern ohne deutsche Staatsangehörigkeit geboren wurden. 9,6 Millionen von ihnen haben einen deutschen Pass und fast 9 Millionen sind Personen mit nicht-deutscher Staatsangehörigkeit.

Enkel von Eingebürgerten werden automatisch zur herkunftsdeutschen Bevölkerung gezählt, wenn beide ihrer Elternteile als deutsche Staatsbürger geboren wurden. Asylbewerber wurden in die Statistik nicht einbezogen.

Asylbewerber wurden in Statistik nicht erfasst

Die Zahlen für seine Statistiken errechnet das Statistische Bundesamt auf Grundlage des Mikrozensus – einer Stichprobenerhebung, bei der jährlich ein Prozent der Bevölkerung befragt wird. Das Ergebnis wird dann auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet.

Für die Statistik des Jahres 2016 stellte das Amt sein Vorgehen um: „Die Stichprobe basiert erstmalig auf den Daten des Zensus 2011“, heißt es in der Pressemitteilung.

Asylbewerber wurden nicht erfasst, weil sie mehrheitlich in Aufnahmeeinrichtungen leben, heißt es ebenfalls. Für die Hochrechnung des Mikrozensus könnten nur „Angaben der in Privathaushalten lebenden Befragten“ berücksichtig werden, so das Statistische Bundesamt.

(as)

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