5.300 Euro im Monat pro Flüchtlingskind und Millionen Familiennachzüge – CDU-Politiker warnt vor Überlastung

Der CDU-Politiker Mike Mohring rechnet mit einer Überforderung des Deutschen Staatssystem wegen der hohen Flüchtlingszahlen. Auch die hohen Standards für die Unterbringung der Flüchtlingskinder seien auf Dauer nicht finanzierbar.

Die derzeitige Asylkrise ist noch lange nicht überwunden: Vor allem da nicht nur die Menschen die bereits in Deutschland sind Unterstützung und Integration brauchen, sondern auch die Familiennachzüge, die in kurzer Zeit auch nach Deutschland kommen werden.   

Der Thüringer CDU-Landeschef Mike Mohring erwartet mehr als drei Millionen Familiennachzüge in die Bundesrepublik. Der Politiker warnt davor, dass so viele Menschen Deutschland überfordern würden. Er erwartet auch, dass pro Flüchtling eine größere Anzahl von Familienangehörigen nachkommt, als gedacht. 
"Meines Erachtens wird die Rechnung mit durchschnittlich drei Personen pro Flüchtling nicht aufgehen. Nach meinem Besuch im Libanon würde ich sagen, dass die Zahl viel höher sein wird," sagt der CDU-Politiker, berichtet die Wochenzeitung Junge Freiheit. 
Es wäre oft so, dass eine Person der Familie vorgeschickt werde und dann ein "größerer Kreis an Personen" nachkommen würde. Das Deutsche Recht zum Familiennachzug ermöglicht es auch den Verwandten dritten und vierten Grades nach Deutschland zu kommen. Dazu meint Mohring: "Das wird so nicht weiter funktionieren können. Das sollte der CDU-Parteitag auch klar festhalten." 

Im Monat: 5.300 Euro pro Flüchtlingskind

Mohring kritisiert auch die zu hohen Ausgaben bei der Unterbringung und Betreuung unbegleiteter minderjähriger Asylbewerber.

Pro Kind würden monatlich rund 5.300 Euro aufgewendet, was einem Tagesatz von 175 Euro entspreche – für deutsche Heimkinder hingegen liege der Satz bei rund 100 Euro täglich, sagte Mohring, berichtet die Ostthüringer Zeitung. Außerdem müssten für die Aufnahme von 57 unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge, 27 Betreuer im Weimarer Land zur Verfügung gestellt werden.
Der CDU-Politiker befürchtet eine Überforderung: Im kommenden Jahr würden auch mehr minderjährige Migranten kommen als von der Bundesregierung angekündigt, meint Mohring. Seiner Einschätzung zufolge gebe es jetzt schon um die 100 Millionen Euro zu wenig im Haushalt, um die Anforderungen der Asylkrise im Weimarer Land bewältigen zu können.
Der Landrat Hans-Helmut Münchberg (parteilos) sagte in seiner Rede zum Haushalt des Kreises Weimarer Land für 2016, dass angesichts nicht abschließend geklärter Flüchtlingszahlen, die Planbarkeit einem Chaos gleiche, schreibt die Zeitung weiter. Der Kreis werde länger hohen Belastungen ausgesetzt sein, warnte Münchberg. Er fügte hinzu, dass die bestehenden Verwaltungsstrukturen auf Dauer mit den zusätzlichen Belastungen überfordert wären. (so)