„Ärztliche Gefälligkeitsgutachten“: Caritas wirft de Maizière Diffamierung von Ärzten in Flüchtlingsdebatte vor

Der Präsident der Caritas, Peter Neher beklagte auch Angriffe auf Einrichtungen und Mitarbeiter der Caritas. "Sie werden dafür beschimpft, dass sie sich für Flüchtlinge einsetzen".

Der katholische Sozialverband Caritas hat in der Flüchtlingsdebatte pauschale Kritik an Ärzten und Therapeuten zurückgewiesen.

Vorwürfe zu ärztlichen Gefälligkeitsgutachten, mit denen eine Abschiebung von Migranten verhindert werden solle, wie sie auch von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) geäußert worden seien, „vergiften das gesellschaftliche Klima und diffamieren auch unsere Mitarbeiter“, sagte der Präsident der Caritas, Peter Neher, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Montagsausgabe).

„Einzelne Fälle mag es geben“, räumte Neher ein. Generell leisteten Ärzte und Therapeuten jedoch eine hohe anspruchsvolle und auch belastende Arbeit. „Sie pauschal abzustempeln und in eine fast schon kriminelle Ecke zu stellen, das geht gar nicht“, sagte Neher.

Er beklagte zudem Angriffe auf Einrichtungen und Mitarbeiter der Caritas. „Sie werden dafür beschimpft, dass sie sich für Flüchtlinge einsetzen.“ Dies sei „bedrückend“ und „demotivierend“. (afp)