Al-Bakr-Fall: Khalil A. wurde an einem Sonntag entlassen – „Still und leise“

Khalil A. (33), der Mann, der dem mutmaßlichen Chemnitz-Terroristen Dschaber al Bakr seine Wohnung zur Verfügung stellte und angeblich von nichts wusste, wurde jetzt freigelassen. "Die Indizienlage gegen meinen Mandanten war von Anfang an schwach", so sein Anwalt.

Der Anwalt erklärte, dass die Indizienlage gegen seinen Mandanten von Anfang an schwach gewesen sei. Allerdings: „Warum der Haftbefehl nun still und leise an einem Sonntag aufgehoben wird, darüber kann man nur mutmaßen“, so Peter Hollstein.

Mein Name ist Hase…

In der Wohnung von Khalil A. wurden 500 Gramm fertiger Sprengstoff, nach Ermittlerangaben für einen Anschlag auf einen Berliner Flughafen, gefunden und Chemikalien für ein weiteres Kilo.

Khalil A. hatte seine Beteiligung an den geplanten Sprengstoffanschlägen des Dschaber al Bakr (22) stets bestritten. Er habe nicht gewusst, was in seiner Wohnung vor sich gehe, welche er al Bakr überlassen hatte. Er habe sich auch nicht an der Beschaffung der Chemikalien beteiligt.

Allerdings räumte Khalil A. ein, dem Terroristen im Auftrag eines Düsseldorfer Verbindungsmannes Geld überbracht zu haben, ohne zu wissen, wer al Bakr sei und was er vorhabe, berichtet der „Stern“, der mit dem Anwalt des Syrers gesprochen hatte.

Der „Spiegel“ berichtete hingegen, dass Khalil A., der Unwissende, zuvor den Ermittlern Hinweise auf ein Unterstützernetzwerk in NRW gegeben habe.

Terrorist spaziert während SEK-Einsatz davon

Der kurz vor dem Zugriff geflüchtete Terrorist al Bakr wurde später in einer Leipziger Wohnung von drei Landsleuten überwältigt und der Polizei übergeben. Das war am 10. Oktober. Zwei Tage später erhängte sich der Terrorist in der JVA Leipzig in seiner Zelle. Anfang November wurde der Terrorist in Berlin nach muslimischem Ritual beigesetzt. Vor Weihnachten soll noch eine unabhängige Expertenkommission einen Bericht darüber vorlegen.

Al Bakr wurde nach Hinweisen ausländischer Geheimdienste schon eine ganze Weile observiert, bevor ein sächsisches SEK den Syrer in der Wohnung des Khalil A. festzunehmen versuchte. Der Terrorist entkam auf merkwürdige Weise.

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