Alarmbereitschaft in Wien – Militärschutz für Privatschulen, Botschaften und internationale Organisationen

Mit insgesamt 110 Soldaten bewacht seit August das Österreichische Bundesheer 23 sensible Objekte. Der Militärschutz wurde kürzlich auch auf zwei Privatschulen ausgedehnt, die Lycee Francais und die American International School. Wie lange die Posten vor den Schulen stehen bleiben, ist ungewiss.

Eine Truppe von insgesamt 110 Soldaten des Österreichischen Bundesheeres bewacht seit August verschiedene sensible Einrichtungen in der Hauptstadt. Waren es am Anfang ausschließlich Polizisten, werden nun Soldaten zum Schutz vor Terror eingesetzt. Dies bestätigte Wiens Militärkommandant Brigadier Kurt Wagner einem Bericht von „Heute.at“ zufolge.

Auch zwei Privatschulen wurden kürzlich zur Überwachung aufgenommen, die Lycee Francais im 9. Wiener Bezirk Alstergrund und die American International School im 19. Bezirk Döbling.

Wir haben die Bewachung kurz vor dem Schulbeginn dort aufgenommen.“

(Brigadier Kurt Wagner, Militärkommandant Wien)

Sicherheitsübungen in der Lycee Francais

Wie der Wiener „ORF“ auf Anfrage erfuhr, fänden in der Lycee Francais regelmäßig Übungen zur Sensibilisierung der Schüler statt. Dabei gehe es um das richtige Verhalten in gefährlichen Situationen (Brand, unbefugtes Eindringen, etc.). Details über den Umfang und Inhalt der Übungen wurden jedoch nicht bekannt gegeben.

Vor dem Schulgebäude ist seit einem Jahr eine permanente Überwachungskraft der österreichischen Behörden stationiert.

Assistenzeinsatz an der American International School

Militär steht auch vor der American International School im nordwestlichen Wiener Gemeindebezirk Döbling. Die Soldaten wurden für diesen speziellen Einsatz entsprechend geschult. Laut Kurt Wagner gebe es keine Ängste der Kinder vor den bewaffneten Soldaten, ganz im Gegenteil:

Es gibt für uns positives Feedback von den Schulen und von den Eltern. Die sind sehr zufrieden.“ (Brigadier Wagner)

Militär soll Polizei für Flüchtlingssituation freimachen

Zum derzeitigen Stand werden insgesamt 24 Botschaften in sechs Wiener Bezirken bewacht. Weiterhin stehen Posten vor anderen Gebäuden internationaler Organisationen, wie etwa der UNO City. Der Einsatz des Militärs soll vor allem auch eine Entlastung der Polizeikräfte bewirken und diese für die Bewältigung der gegenwärtigen Flüchtlingssituation, vor allem für fremden- und kriminalpolizeiliche Aufgaben freimachen, so der „ORF“.

Die Berufssoldaten stammen größtenteils von der Kaderpräsenzeinheit des Panzergrenadierbataillons 13 aus Ried im Innkreis und vom Kommando Militärstreife und Militärpolizei in Wien. Die Dauer des Einsatzes in der Bundeshauptstadt und im Rahmen des laufenden Assistenzeinsatzes ist noch nicht klar. Die militärische Führung hat das Militärkommando Wien übernommen. (sm)