Anonymer Feuerwehrmann: Fehlalarme in Asylheim sind Sicherheitsproblem

31 Einsätze in 88 Tagen, und jedes Mal war es ein Fehlalarm: Diese Situation schildert ein anonymer Hamburger Feuerwehrmann über Einsatzfahrten zu einem Asylheim. Ein Sicherheitsrisiko, wie er findet. Seine Vorgesetzten sehen das anders.

Ein Hamburger Feuerwehrmann hat anonym über Sicherheitsrisiken durch Fehleinsätze ausgepackt und damit internen Wirbel ausgelöst. In der Hamburger Morgenpost war gestern der Bericht erschienen, worin er beklagt, dass er und seine Kollegen ständig zu einem Asylheim am Kiwittsmoor ausrücken müssten – ganz einfach weil die dortigen Bewohner häufig mit offenen Flurtüren kochen, was den Rauchmelder auslöst.

„Sobald der Qualm im Flur ist, schlagen die zu uns geschalteten Rauchmelder Alarm. Jeder weiß dann schon, dass wir wieder einmal umsonst rausfahren“, zitierte die Morgenpost das anonyme Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr.

Bei jedem Einsatz ist der Aufwand groß: Zehn Kräfte der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr und sechs Polizisten rücken aus, sobald ein Notruf eingeht. „Das ist vor allem gefährlich, weil in dem Moment woanders Einsatzkräfte fehlen“, so der Retter.

Insgesamt 31 Einsätze in 88 Tagen habe es gegeben – gebrannt habe es jedoch nie.

„Unsere Motivation ist extrem gesunken“

„Das ist völlig unnormal. Unsere Motivation ist deshalb extrem gesunken. Ich und einige meiner Kollegen haben schon fast keine Lust mehr zum Kiwittsmoor zu fahren“, sagte er laut Morgenpost.

Den Flüchtlingen gibt er nicht die Schuld an dem laut seinen Angaben „unerträglichen Zuständen“. Sie wären der deutschen Sprache nicht mächtig und würden im Grunde nur kochen. Eine Lösung könnte sein, dass der Betreiber „Fördern & Wohnen“ Security beauftragt, die in den Abendstunden aufpasst. Da die Unterkunft jedoch keine Erstaufnahmeeinrichtung sei, würden die Einwohner dort nicht kontrolliert.

In anderen Heimen wären Fehlalarme weit seltener, so die „Morgenpost“, die mit der Pressesprecherin von Fördern & Wohnen sprach. Sie meinte: „Wir machen immer wieder die Erfahrung, dass es bei neu eröffneten Einrichtungen einige Zeit dauert, bis alle Bewohner die Regeln der Hausordnung verstanden und verinnerlicht haben.“

Feuerwehrsprecher dementiert

„Dieser Bericht der Morgenpost ist so nicht mit uns abgesprochen. Wir prüfen derzeit die Zahlen, ob das so wirklich stimmt“, sagte der Pressesprecher der Hamburger Feuerwehr Torsten Wessely auf Nachfrage des „Focus“. Die Haltung seines anonymen Kollegen sei nicht die richtige – auch falls die Zahlen stimmen würden: „Wenn ein Alarm ausgelöst wird, fahren wir hin – auch nach dem 100. Fehlalarm“, versicherte Wessely, der darauf hinwies, dass bei einem Notruf das Ausmaß einer Notlage nicht bekannt sei.

Er bestätigte jedoch, dass die Angabe über die Stärke der Einsatzkräfte stimmte. Man wolle herausfinden, wer mit der Zeitung gesprochen habe, um dies intern zu klären.

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