BKA stuft derzeit nur vier Linksextremisten als „Gefährder“ ein

Das BKA geht offenbar von einer geringen Zahl sehr gefährlicher Linksextremisten in Deutschland aus. Derzeit gelten nur vier Linksextremisten als "Gefährder", so das BKA.

Das Bundeskriminalamt (BKA) geht einem Bericht zufolge von einer geringen Zahl sehr gefährlicher Linksextremisten in Deutschland aus.

Derzeit gelten nur vier Linksextremisten als „Gefährder“, denen jederzeit schwere Gewalttaten zugetraut werden, wie die Zeitung „Welt“ (Mittwochsausgabe) unter Berufung auf das BKA berichtete. Rund 120 weitere Linksextreme gelten demnach als „relevante Personen“, die innerhalb der Szene als Logistiker oder Unterstützer tätig sind.

Im Vorfeld des G20-Gipfels fanden dem Bericht zufolge im Gemeinsamen Extremismus- und Terrorismusabwehrzentrum (GETZ) mehrfach Besprechungen über die linksextremistische Gefahrenlage statt. Dabei sei auch die Anreise gewaltbereiter Linksextremisten aus dem europäischen Ausland thematisiert worden. Das GETZ ist eine Plattform der Sicherheitsbehörden aus Bund und Ländern.

Das BKA ermittelt dem Bericht zufolge inzwischen auch gegen mutmaßliche Linksextremisten, die kürzlich dreizehn Brandanschläge gegen Bahnanlagen in mehreren Bundesländern verübt haben könnten. Rund 900 Züge waren vollständig oder teilweise ausgefallen. Es entstand zudem ein Sachschaden in sechsstelliger Höhe. Auf einer linksextremistischen Internetplattform war kurz nach der Anschlagsserie ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Darin hieß es, die Anschläge seien aus Protest gegen den bevorstehenden G20-Gipfel verübt worden.

Der  Verfassungsschutzbericht 2016 vermerkt einen Anstieg um zehn Prozent bei der Zahl gewaltbereiter Linksextremisten. Demnach lag sie im vergangenen Jahr demnach bei 8500. (afp)