Berichte über sexuelle Übergriffe zu Neujahr – jetzt auch aus Bielefeld

Dutzende Frauen wurden am Silvesterabend zu Opfern von sexuellen Übergriffen. Die ersten Fälle wurden aus Köln gemeldet, dann aus Hamburg, Stuttgart und jetzt meldeten sich mehrere Frauen, sie seien in Bielefeld zu Opfern von Übergriffen geworden.

Die Übergriffe in der Silvesternacht in Köln beherrschen die deutschen Schlagzeilen: Rund 1000 Männer vergingen sich an Dutzenden Frauen, bestahlen und nötigten sie sexuell. Die Männer wurden als Araber und Schwarzafrikaner, die der deutschen Sprache nicht mächtig waren, beschrieben.

Danach wurde berichtet, dass es auch auf dem Hamburger Kiez und in Stuttgart zu ähnlichen Vorfällen kam. Seit Dienstag ist bekannt, dass es anscheinend auch in Bielefeld zu sexuellen Belästigungen und Übergriffen auf Frauen kam. 

"In Bielefeld war es am Boulevard nicht anders, man konnte sich dort als Frau nicht sicher fühlen", schrieb eine Bielefelderin in einer Email an die "Neue Westfälische" Zeitung. Mehrere junge Männer hätten dort in der Silvsternacht Frauen bedrängt, festgehalten und unsittlich angefasst.

Auf Anfrage der "NW"-Redaktion meldet sich dann auch die 23 Jahre alte Freundin der Verfasserin der E-Mail. Sie erzählte dem Blatt über die Geschehnisse.

Demnach waren die Freundinnen zu dritt am Bielefelder Boulevard in der Silvesternacht unterwegs. Um 1 Uhr erreichten sie das Kino, wo ihnen eine Männergruppe von acht bis zehn Männern begegnete. Die Männer, die laut der Beschreibung der 23-Jährigen kein Deutsch sprachen, hielten die junge Frau fest. 

"Plötzlich war ich gefangen. Überall waren Männer, die mich geküsst haben, auf die Stirn, auf die Wangen, auf den Mund," berichtet die Studentin der Zeitung den Vorfall. 

Die Freundinnen konnten sich gegenseitig helfen und sich von den Männern losreißen.

Polizei bestätigt Probleme mit Migranten 

Dass es in der Silvesternacht am Bielefelder Boulevard Probleme mit Zuwanderern gab wurde laut "NW" von der Polizei bestätigt.

"Die Diskobetreiber hatten die Polizei um Hilfe gerufen, weil zu dem Zeitpunkt bis zu 150 Zuwanderer in die Diskotheken wollten," erzählt Polizeisprecher Achim Ridder dem Blatt.

Es sei zu einem Gerangel vor der Türe gekommen. Die Asylsuchenden setzten auch Böller und Raketen ein. Die Polizei konnte die Situation nur "mit massiver Präsenz" unter Kontrolle bringen. Sexualstraftaten seien allerdings nicht gemeldet worden, so die Polizei.

Die Freundinnen gaben jedoch an, dass auch andere Frauen die Polizei vor dem Kino am Bielefelder Boulevard um Hilfe baten. Die Beamten hätten den Frauen aber nicht geholfen und gemeint: "Eine Anzeige bringe sowieso nichts". 

Gestohlen wurde der Studentin nichts. "Meine Wertsachen stecken in einer verschlossenen Innentasche meiner Handtasche." Die 23-Jährige meinte, die Männer hatten Spaß daran die Frauen zu bedrängen. Im Interview sagte sie, froh zu sein, dass es für sie "so glimpflich" ausgegangen sei. "Mir ist zum Glück nichts Schlimmes passiert", sagte sie zu "NW". "Aber was wäre geschehen, wenn ich dort ganz alleine gewesen wäre?" (so)