Bundestagswahl: AfD könnte am Ende stärker sein als erwartet

Die Afd könnte zur Bundestagswahl doch besser abschneiden, als im Moment noch angenommen. Meinungsforscher sprechen davon, dass es in den Umfragen noch "Luft nach oben" gebe. Besorgt darüber zeigen sich vor allem die etablierten Parteien.

Die Afd könnte am 24.9. doch besser abschneiden, als im Moment noch angenommen. Wie die „Stuttgarter Zeitung“ berichtet, wachse bei der politischen Konkurrenz die Sorge um ein erfolgreiches Abschneiden der Alternative zur Bundestagswahl.

Vieles deute darauf hin, dass bei den Umfragen der Meinungsforscher „noch Luft nach oben sei“, so sehe es zumindest das Institut Infratest dimap, heißt es dort. Wenn die Themen, die die AfD erfolgreich bespielen würde, immer weiter in den Vordergrund dringen würden, ziehe das auch ihre Ergebnisse nach oben, sagen diese.

Die Einschätzung, dass die AfD doch drittstärkste Kraft im Bundestag werden könnte, komme aber nicht nur von den Meinungsforschern, schreibt das Blatt, sondern auch manche Politiker der etablierten Parteien würden diesen Eindruck gewinnen.

An Wahlständen gebe es „unversöhnliche“  Auseinandersetzungen heißt es weiter in dem Stuttgarter Blatt. Und selbst die Stuttgarter CDU-Bundestagsabgeordnete Karin Maag habe aus vielen Gesprächen den Eindruck gewonnen, dass die AfD in ihrem Wahlkreis stark sein wird.

Und auch der baden-württembergische FDP-Spitzenkandidat Michael Theurer erwähnte bereits, dass er und seine Partei auf „viele beunruhigte Menschen mit diffusen Zukunftsängsten, auch Überfremdungsängsten“ treffen würde und man somit nicht ausschließen könne, dass die AfD besser abschneidet, als es Umfragen im Moment zeigen würden.

Ähnliches sage auch CDU-Innenpolitiker Armin Schuster, der im Haustürwahlkampf mitbekomme, „bis in welche Schichten hinein die AfD auf Resonanz stößt“.

„Ein Fiasko für unser Land“

SPD-Vize Ralf Stegner wolle zwar einerseits kein „Spiel von kalkulierter Provokation und Eklats“ in diesem Zusammenhang mitmachen, aber warnen wolle er trotzdem vor den Konsequenzen einer noch stärkeren AfD, berichtet das Blatt weiter. „Es wäre nicht normal, wenn Nazis, wie es sie in den Reihen der AfD gibt, in den Bundestag einziehen, sondern eine Zäsur in der Geschichte der Bundesrepublik.“ Würden die demokratischen Parteien nicht verhindern, dass die AfD auf Platz 3 lande, würden wir in einem Deutschland aufwachen, „das sich niemand wünschen kann“, sagte er zudem. Auch für Grünen-Chefin Simone Peters wäre dies ein „Fiasko für unser Land mit seiner dunklen Vergangenheit“.

Seit Anfang der 60er Jahre habe es keine Rechtspartei mehr im Bundestag gegeben, heißt es weiter in der Stuttgarter Zeitung. Nun könnte es wieder eine geben – in nie da gewesener Größe. Doch in der Bundesrepublik scheint das ein größeres Problem darzustellen als in anderen Ländern. Während die AfD darin eine „Normalisierung“ sehe, spreche CDU-Vize Thomas Strobl im Zusammenhang mit der AfD über „eine Schande mit Parteistatut“, die nichts zur Lösung von Problemen beitrage, sondern „von der Krise, von der Katastrophe“ lebe.

Und auch Linksparteichef Bernd Riexinger sehe es als unfassbar an, dass SPD und Grüne den Kampf um die Ablösung von Angela Merkel offenbar aufgegeben hätten – somit könne sich die AfD „als einzige Opposition zur teils verhassten Kanzlerin in Szene setzen“. Und zu guter Letzt sei auch noch die FDP schuld, denn „wer AfD-Parolen nachplappert, braucht sich über Zugewinne am rechten Rand nicht zu wundern“, meint die Grüne Simone Peters.

(mcd)

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