CDU sieht CSU laut Seehofer als „Fehlkonstruktion“

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer forderte einen Kurswechsel der Bundeskanzlerin: "Stabile Umfragen, große Zustimmung für die Volkspartei CSU in Bayern. Und die GroKo in Berlin ist im Sinkflug. Das muss doch ein Warnsignal sein. Das muss doch wachrütteln."

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer verdächtigt Teile und Spitzenpolitiker der CDU offenbar, die bayerische Schwesterpartei nicht als politischen Partner zu akzeptieren. Nach einem Bericht von "Bild" (Dienstag) soll Seehofer in einer Sitzung des CSU-Vorstands am Montag gesagt haben, es gebe "in der CDU mittlerweile Kräfte bis hinein ins Kanzleramt, die CSU als Fehlkonstruktion der Nachkriegszeit darzustellen, die korrigiert werden müsse". Einige in der CDU wollten die Sonderrolle der CSU nicht akzeptieren, sagte Seehofer.

"Bild" beruft sich auf Teilnehmer der Sitzung. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer äußerte gegenüber "Bild" großen Unmut über den Kurs der CDU und forderte einen Kurswechsel der Bundeskanzlerin: "Stabile Umfragen, große Zustimmung für die Volkspartei CSU in Bayern. Und die GroKo in Berlin ist im Sinkflug. Das muss doch ein Warnsignal sein. Das muss doch wachrütteln."

Der CDU warf er politische Konturlosigkeit vor. "Wenn sich CDU und SPD immer mehr angleichen, schadet es allen", sagte Scheuer. "Nur ein klarer Kurs und überzeugende Zukunftsthemen werden für die Union gegen die Proteststimmung wieder Vertrauen zurückgewinnen. Jetzt heißt es: die Groko muss endlich Umsetzungskraft in vielen Themen beweisen. Die nächsten Wochen werden dafür entscheidend."

(dts Nachrichtenagentur)

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