Chaos bei Europas Sicherheitsbehörden: Anzahl der Dschihad-Rückkehrer unbekannt

Viele Dschihad-Anhänger aus Europa sind nach Syrien und dem Irak gereist, um dort eine Terror-Ausbildung zu absolvieren. Wie viele von ihnen bereits wieder in die EU zurück gekommen sind weiß scheinbar niemand.

Es gibt Tausende junge kampfbereite Männer, die sich in den Trainigscamps in Syrien und dem Irak für Terror-Einsätze ausbilden lassen. Viele dieser Kämpfer stammen aus Europa und reisen nach ihrer Ausbildung wieder in die EU zurück. 

Wie viele Rückkehrer es tatsächlich gibt sind weiß anscheinend niemand so genau. Dies lässt sich aus der Aussage des EU-Antiterrorbeauftragten Gilles de Kerchove entnehmen, der die EU-Staaten vor "bedeutenden Lücken" bei der Erfassung von islamistischen Kämpfern warnte, berichtet "n24".

Das Europäische Polizeiamt Europol wisse lediglich von weniger als 3000 EU-Bürger, die sich der Terror-Gruppe Islamischer Staat und anderen Terror-Milizen in Syrien oder dem Irak angeschlossen haben, hieß es laut n24 in einem Dokument Kerchoves, das am Donnerstag in Luxemburg den EU-Innenministern vorgelegt wurde. Schätzungen zufolge müssten es aber um die 5000 sein.

Diese große Lücke sei darauf zurückzuführen, dass "einige Mitgliedstaaten ihre Informationen nicht in die gemeinsamen Datenbanken einspeisen", sagte ein EU-Vertreter. Somit könnten "gefährliche Individuen" ohne erkannt zu werden wieder nach Europa zurückkehren.

In Brüssel gehe man davon aus, dass die ausländischen Kämpfer nach ihrer Europa-Rückkehr im Auftrag der islamistischen Radikalen Anschläge verüben könnten.

Den deutschen Sicherheitsbehörden zufolge seien aus der Bundesrepublik rund 800 Dschihad-Anhänger in den Nahen Osten gereist um dort ihre Terror-Ausbildung zu erhalten. Ein Drittel davon sei bereits wieder nach Deutschland zurückgekommen. 

Um diesem Problem entgegenzukommen fordert der EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos einen stärkeren Datenaustausch zwischen den nationalen Sicherheitsbehörden in Europa. Darüber hinaus müssten die Datenbanken auf EU-Ebene miteinander vernetzbar gemacht werden. (so)