Chemnitz: Tunesischer Sex-Täter dank Richter auf freiem Fuß – Staatsanwaltschaft protestiert heftig

Eigentlich müsste Fahed K. (31) noch für fünf Monate in den Knast. Der Tunesier saß bereits sieben Monate in Untersuchungshaft, wegen Fluchtgefahr. Mit Gerichtsurteil vom Mai diesen Jahres bekam der Sex-Täter ein Jahr ohne Bewährung aufgebrummt. Die Verteidigung ging in Berufung. Doch der Grapscher aus der Spielothek in der Blankenauer Straße in Chemnitz ist nun frei, dank dem Richter, der keine Fluchtgefahr sieht. Fahed K. ist wieder in den Straßen der Stadt unterwegs.

Die Staatsanwaltschaft protestierte am Dienstag heftigst gegen die Freilassung des tunesischen Sex-Täters Fahed K. (31), der im Januar eine Angestellte (30) der Spielothek in der Blankenauer Straße in Chemnitz brutal sexuell angriff, wobei die 30-jährige Frau nur knapp einer Vergewaltigung entging.

Entsprechend verlief das Urteil in erster Instanz, welches Ende Mai dem Tunesier ein Jahr Haft bescheinigte. Die Verteidigung ging in Berufung. Die Verhandlung fand gestern statt. Bis dahin saß Fahed K. in Untersuchungshaft – wegen Fluchtgefahr. Der Mann war gerichtlich auch kein Unbekannter. In den letzten fünf Jahren sammelte er zehn Vorstrafen an.

Noch während der Verhandlung am Dienstag zog die Verteidigung die Berufung zurück. Somit wurde das Urteil vom Mai aus erster Instanz rechtskräftig. Rund sieben Monate der Haftstrafe hatte Fahed K. schon abgesessen, fünf verbleiben noch. Der Richter sah keine Fluchtgefahr mehr gegeben und hob den Haftbefehl auf.

Dies alles geschah sehr zum Leidwesen der Staatsanwältin: „Die U-Haft müsste nahtlos in Strafhaft übergehen. Es kann nicht sein, dass er jetzt auf freien Fuß kommt“, beschwerte sich Daniela Mündel (39) heftig schimpfend.

Und dennoch: Der Tunesier, der im Gericht noch Handschellen trug, spazierte anschließend in aller Ruhe nach Hause. Wann der Mann die restliche Haftstrafe absitzen muss, blieb vorerst offen. „Tag24“ berichtete.

Rückblick: 15. Januar 2016, morgens

Am Freitagmorgen, 15. Januar, gegen 8 Uhr betrat der Fahed K. (31) die Räumlichkeiten der Spielothek – kein ungewöhnlicher Besuch, zählte der Mann doch zu den Stammgästen.

Nach einer halben Stunde Zocker-Aufenthalt ging der mit 1,38 Promille angetrunkene Mann plötzlich von hinten auf die Mitarbeiterin los, die gerade telefonierte. Der Tunesier betatschte ihre Brüste und griff ihr brutal zwischen die Beine, wollte Sex. Die Chemnitzerin schrie laut um Hilfe und wehrte sich heftig gegen den Angreifer. Eine weitere anwesende Mitarbeiterin kam ihr zu Hilfe. Der Täter ließ von seinem Opfer ab und flüchtete. Der Bekannte des Opfers, mit dem sie vor dem Angriff am Telefon sprach, hörte alles mit und alarmierte die Polizei, so der Polizeibericht.

Die sofort ausgelöste Fahndung hatte Erfolg. Der 31-Jährige wurde noch in der Nähe geschnappt und wegen versuchter Vergewaltigung festgenommen, wie „Tag24“ berichtete.