"Das Land ist nicht ihr Eigentum!" - Islam-Kritikerin Dr. Necla Kelek mahnt Kanzlerin Merkel

Epoch Times, Dienstag, 16. Februar 2016 07:58
Die deutsch-türkische Sozialwissenschaftlerin und Publizistin Dr. Necla Kelek mahnt Bundeskanzlerin Angela Merkel angesichts der Migrationswelle die Verantwortung für 80 Millionen Menschen in Deutschland zu übernehmen. Kelek, die zugleich Islamkritikerin, als auch Muslimin ist, die ihren Glauben als Philosophie versteht, war Mitglied der Deutschen Islamkonferenz und ist im Senat der Deutschen Nationalstiftung tätig.
Dr. Necla Kelek ist Trägerin des Geschwister-Scholl-Preises, des Hildegard-von-Binge-Preises für Publizistik und des Freiheitspreises der Friedrich-Naumann-Stiftung
Dr. Necla Kelek ist Trägerin des Geschwister-Scholl-Preises, des Hildegard-von-Binge-Preises für Publizistik und des Freiheitspreises der Friedrich-Naumann-Stiftung
Foto: Screenshot/Youtube

Die 58-jährige Frauenrechtlerin und ihr Sohn Julian (20) fühlen sich in Deutschland wohl. In einem Interview in "Die Welt" sprechen die beiden aus ihrer Sicht über die aktuelle Migrationslage, gescheiterte Integrationen, dem linksromantischen Multikulti-Diktat und der Sorge um die Zukunft.

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Necla Kelek hat einiges zu verlieren: "Ich hänge an meinem Leben hier. Es ist paradiesisch, ich empfinde das als Glück, mit allem, was dazugehört – Bildung, Kultur, Sicherheit und eine Frauenbewegung, von der ich nur lernen konnte."

Eine arabische "Armee" und die Verantwortung für 80 Millionen Bürger

Die Islamkritikerin ist entrüstet über die Migrationspolitik von Angela Merkel: "Das Land ist nicht ihr Eigentum", so Necla Kelek, "sie trägt Verantwortung für 80 Millionen. Da kann man nicht einfach die Tür aufmachen." Doch genau das ist schon passiert.

Wie solle man eine Masse von an die 600.000 jungen Männern bewältigen. Da kämen ja nicht nur Familien, die der Krieg vertrieben hätte, sondern "im wahrsten Sinne des Wortes ist eine Armee gekommen", so Dr. Kelek.

"Ob man den Männlichkeitskult dieser Männer mit Integrationskursen beheben kann?" Sie stellt die Frage, lässt aber die Antwort offen. 

Dabei sind sich Mutter und Sohn Kelek einig, dass die Kanzlerin ernsthaft darüber nachdenken müsse, was sie den Menschen im Land zumute.

Julian Kelek spürt, "dass die Dinge sich sehr ändern werden". Der 20-jährige junge Mann weiß: "Integration funktioniert nicht von selbst." Mutter Kelek erklärt, dass sie ihrem Sohn immer versucht habe zu vermitteln, Deutschland zu lieben. "Wenn man gerne in einem Land lebt, dann möchte man, dass es verteidigt wird und erhalten bleibt", so die Deutsch-Türkin.

Geschöntes Islam-Bild im Ethikunterricht

Auch ihr Sohn erinnert sich: "Schon in der fünften Klasse im Ethikunterricht in Hamburg fing ich dann an, Fragen zu stellen. Der Islam wurde darin als ultrafriedliche und superkonstruktive Religion präsentiert. Das passte nicht zu dem Bild, das ich schon als kleiner Junge mitbekommen habe."

In den Schulen in Hamburg, in denen Julian Kelek lernte, gab es nur wenige türkische oder muslimische Mitschüler, später auf dem Gymnasium auch kaum. "Ich habe kaum türkischstämmige Freunde. Es ist keine Absicht, es hat sich einfach so ergeben. Das merke ich jetzt sogar an der Uni", so der 20-Jährige.

Dabei störte ihn bei den meisten das schlechte Benehmen, die Lautstärke und die mangelhafte Grammatik. Auch die extrem chauvinistische Haltung gegenüber Frauen gefiel ihm nicht. "Viele gehen schon in jungen Jahren ins Bordell und brüsten sich damit. Ich verstehe nicht, warum es kulturell keine größeren Berührungen gibt. Das ist traurig", sagte er im Interview.

20 Jahre Multikulti-Romantik

Besonders die muslimischen Migranten hätten größere Probleme, in einer freien Welt zu leben, "anzukommen, einen eigenen Platz zu finden", ist sich Necla Kelek sicher. Sie habe aber nicht das Gefühl, dass in Deutschland tatsächlich Integrationspolitik betrieben werde. "Immer noch regiert der Multikulturalismus. Er ist so hartnäckig!", versichert die Islamkritikerin und bekennende "philosophische" Muslimin.

"Die letzten 20 Jahre waren ja wissenschaftlich geprägt von einer unglaublichen Heroisierung und Romantisierung von Diversität und Multikulturalität. Jede Ethnie, die hier ihre eigene Kultur lebe, wäre eine Bereicherung, lautete das Mantra", so Dr. Kelek. Dabei sei Kritik unerwünscht gewesen und Hinweise auf muslimische Menschenrechtsverletzungen wurden nur von "Störenfrieden" gegeben.

"Alle behaupten jetzt, die Grünen, die SPD, die frühere Integration sei gelungen. Das ist doch falsch. Diese Relativierung ohne Ende, die keine Fragen über Parallelwelten zulässt!" Necla Kelek ist empört darüber. Das Machotum und die Gewalt an den Schulen werde weiterhin tabuisiert. Die Jungs seien die Verlierer im Bildungssystem und die Mädchen werden dennoch unter dem familiären Druck verheiratet. "Wenn das gelungen sein soll, dann gute Nacht, was die Neuen anbelangt", so die Islamkritikerin.

Eine Diktatur des Islam à la 7. Jahrhundert

"Die Muslime sind eine ziemlich geschlossene homogene Gruppe", so Kelek. Da gebe es in Deutschland die Islamwächter, jene Verbände, welche die klassische Form des muslimischen Lebens politisch einfordern würden. Sie würden auch die Reformer kontrollieren.

Ihnen zur Hand stehen die deutschen Islamversteher, "idealistisch und von universitären Konstrukten beeinflusst." Es gebe eine Islam- und Orientwissenschafft, die nicht auf Reformen setze, sondern auf "Verstehen und Nachvollziehen". Es gebe hier so viele andere ethnische Grupen, die ihre eigene Kultur leben würden, aber keine "maximalistischen Ansprüche" erheben würden. In Deutschland gebe es zu viele Tabus, den Islam betreffend, so die Kritikerin weiter.

"Die muslimischen Migranten besonders haben große Schwierigkeiten, sich mit der eigenen Religion auseinanderzusetzen. Kritik am Islam ist weltweit tabuisiert. Wer das als Muslim dennoch wagt, der ist draußen. Auf der ganzen Welt. Der Islam tobt als Diktatur, er entwickelt sich nicht weiter, im Gegenteil, er fällt ins 7. Jahrhundert zurück. Da ist es unsere Bürgerpflicht, ja Menschenpflicht, sich mit den Irrungen des Islam auseinanderzusetzen."

Necla Kelek sagte, dass Europa eine klare Wertvorstellung habe, dass der Mensch ein Individuum sei und durchaus mit Erkenntnissen glauben könne. Dies sei in den islamischen Ländern nicht so. Hier werde die Untertänigkeit geprägt. Dies sei eine gravierend fremde Kultur, die kollektiv mit dem islamischen Weltbild agiere.

"Neue" Araber & Islampolitik

"Die meisten geflüchteten Muslime suchen Schutz, Sicherheit und Versorgung in Deutschland." Sie kämen als Flüchtlinge, nicht als Einwanderer, die sich bewusst ein säkulares Land ausgesucht hätten und bereit wären, "ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben zu führen und diese Rechte auch ihren Frauen zu gewähren".

Und die Islamverbände würden sich über den Zulauf freuen. So könnten sie den politischen Islam noch besser durchsetzen, sich anmaßen, im Namen aller Muslime zu sprechen. Irgendwann würden sie anfangen zu drohen, so wie es heute schon junge Männergruppen gegenüber der Polizei tun würden.

Die "bürgerlichen Türkischstämmigen" hielten sich wie immer zurück, würden sich nicht wohl fühlen, mit einer offenen Debatte über den Islam. "Auch unsere 'Integrationsbeauftragte' freut sich über die vielen Muslime", offenbart die Insiderin im Interview. Diese habe selbst zwei gefährliche islamistische Brüder. Von denen habe sie sich auch noch nie distanziert und über den politischen Islam gebe es auch kein kritisches Wort.

"Sie und die meisten Ämter tragenden Türken machen Islampolitik. Auch die Parlamentarier", so die 58-jährige Deutsche mit den türkischen Wurzeln. Diese seien Islamversteher, die nicht für Integration, sondern für Multikulti stünden.

Der Mann mit den Blumen

Bevor Necla Kelek 1966 als 8-Jährige nach Deutschland kam, pflegte die Familie in der Türkei einen westlich-säkulären Lebensstil. "Meine erste Entscheidung war, dass ich keinen muslimischen Macho heiraten wollte. Das wusste ich schon mit fünf, sechs Jahren – ungelogen", gesteht sie im Interview.

Sie hätten in Istanbul ein offenes Haus gehabt. Einmal sei ein Amerikaner zu Besuch gewesen, den fand sie toll, weil er so anders war, legerer angezogen und er kam mit einem Blumenstrauß.  Da hätte sie sich gesagt: "Ich möchte einen Mann, der mir Blumen schenkt."

Sie habe mit ihrer Mutter Fotoromane gelesen, italienische Storys mit schönen Männern, keine Machos. "In dieser romantischen Welt wollte ich leben. In den türkischen Romanen gab es fast nur Schmerz, Verzicht, Angst."

(Quelle: Die Welt) (sm)

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