"Die Gefallsüchtigen": Ex-ZDF-Mann sorgt mit Enthüllungsbuch über deutsche Medien für Aufsehen

von Gastautor Udo Ulfkotte, Freitag, 26. Februar 2016 11:47
Der Ex-ZDF-Mann Wolfgang Herles hat mit dem Buch "Die Gefallsüchtigen" ein Sachbuch über Medien verfasst, welches für Unruhe sorgt. Denn Herles bestätigt darin, was viele Bürger ahnten, aber bislang noch nicht so recht belegen konnten.
Wolfgang Herles
Wolfgang Herles
Foto: Wikimedia

Wenn ein bekannter ZDF-Mann das ZDF einen "Gesinnungssender" nennt, dann ist ihm Aufmerksamkeit gewiss. Wolfgang Herles, ein vor rund einem Vierteljahrhundert wegen politischer Unkorrektheit als Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios geschasster Journalist, ist nicht nur für die öffentlich-rechtlichen Medien zu einem Ärgernis geworden. Denn er sagt immer wieder Dinge, welche andere Journalisten gern verschweigen. So hob er im Deutschlandfunk unlängst hervor, es gebe "Anweisungen von oben. Auch im ZDF".

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Das erinnert an die WDR-Journalistin Claudia Zimmermann, die in einem niederländischen Sender ausplauderte, man habe die Vorgabe, positiv über Flüchtlinge zu berichten. Während Claudia Zimmermann nach einem Aufschrei ihres Arbeitgebers aus Angst vor ihrem Arbeitsplatz dementierte, legt Wolfgang Herles nach. In seinem medienkritischen Sachbuch Die Gefallsüchtigen enthüllt er vieles, was die Menschen ahnten, aber bislang nie von einem Insider bestätigt bekamen.

Nachrichtensendungen wie Tagesthemen und Heute-Journal werden demnach so zusammengestellt, dass sie "einen günstigen Quotenverlauf versprechen" (Seite 24). Herles schreibt: "Die Redaktionsleitung achtet also darauf, in welchem Moment auf Konkurrenzkanälen Sendungen zu Ende gehen. Dann ist die Gelegenheit günstig, Zuschauer 'herüberzuziehen'. Stücke, die Gefühle ansprechen, werden zur Umschaltzeit als Köder platziert, unabhängig von ihrem nachrichtlichen Wert".

Der konservative Journalist Herles geht mit seiner ganzen Branche hart ins Gericht, nennt beispielsweise ZDF-Nachrichten über Auftritte von Kanzlerin Angela Merkel "Parteitagsinszenierungen" und "Hofberichterstattung". Journalisten stellen sich aus seiner Sicht heute Politikern "zur Verfügung", sind "kritiklos" und haben keine kritische Distanz zu denen, über die sie berichten. Mehr noch: Sie "verdichten, verkürzen, verfälschen".

Herles hebt hervor: "Was Zuschauer für Realität halten sollen, ist nur ein stark bearbeiteter Ausschnitt von Realität. (…) Damit das Produkt besser ankommt, inszenieren und arrangieren Journalisten ihr Material ganz ähnlich, wie es zuvor auch schon die Pressestäbe und PR-Experten der Parteien, Ministerien oder NGPs getan haben. So kommt die Realität beim Empfänger meist doppelt bearbeitet an".

Auf 250 Seiten greift der Ex-ZDF-Mann die deutschen Lügenmedien frontal an. Sein Buch gipfelt in der Aussage: "Denn es ist unbestreitbar, dass ARD und ZDF, vor allem in ihren Hauptprogrammen, Geld und Geduld ihrer Zuschauer über Gebühr verschwenden und ihren Auftrag verfehlen. So, wie es ist, macht sich das öffentlich-rechtliche Fernsehen selbst überflüssig".  (S. 243.)

Herles erklärt, wie Lügenmedien im Hintergrund arbeiten. Fasziniert haben mich seine Ausführungen zu den Skandalisierungen, welche unsere immer stärker miteinander konkurrierenden Medien unbedingt für die Quote brauchen. Da werden Feindbilder geschaffen wie PEGIDA. Herles schreibt: "PEGIDA ist genau das, was die Entrüstungsindustrie braucht". (Seite 93.) Und er fährt fort: "Das Ganze verläuft nach einem beeindruckenden dramaturgischen Muster: Zuerst werden politisch kontroverse Diskussionen zu Themen wie 'Islam' und 'Zuwanderung' unterdrückt. In den Parteien wie in den Medien. Dann, wenn sich abweichende Haltungen oder auch Ängste ein Ventil suchen, wird skandalisiert".

Herles fährt fort, das alles diene der Politik: "Denn nichts lenkt von eigenen Versäumnissen wirkungsvoller ab als ein solides Feindbild". (S. 94.)

Politik und Medien versorgen uns also mit Feindbildern. Wolfgang Herles ist nicht nur Journalist. Er hat auch Psychologie studiert. Und in seinem lesenswerten Buch Die Gefallsüchtigen liefert er dem Leser eine beeindruckende Hintergrundanalyse über unsere Lügenmedien, die man als mündiger Bürger unbedingt lesen sollte.

Originalquelle: 

http://info.kopp-verlag.de

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Schlagworte

Deutschland, Lügenmedien, ARD, ZDF,

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