Die Wahrheit: Eine Hamburger Flüchtlingshelferin packt aus

Epoch Times, Freitag, 22. Januar 2016 08:55
Der Alltag hat sich verändert, von der schönen Stimmung ist nichts mehr übrig. Auch von offizieller Seite aus sei nichts zu erwarten, weder von der Innenbehörde noch vom örtlichen BAMF: "Wenn man bei denen anruft, gehen die oft gar nicht mehr ans Telefon", sagte die Flüchtlingshelferin resigniert. Sie denkt an Kündigung.
Asylkrise in Europa
Asylkrise in Europa
Foto: Sean Gallup/Getty Images

Doch sie mag ihre Kollegen, auch die Flüchtlingskinder. Es fällt schwer, sich einzugestehen, dass alles anders ist, als sie es sich vorgestellt hatte. Vielen Kollegen und Kolleginnen geht es ähnlich, sie wollen weg, können es nicht mehr aushalten, können es auch nicht mehr mit ansehen, wie "schief das hier alles läuft und dass sie nichts dagegen machen können."

Anzeige

Der neue Job auf "Wolke 7"

Dabei fing alles super gut an: "Seit dem Herbst 2015 arbeite ich hauptberuflich und fest angestellt in einer Hamburger Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge. Auf diesen Job hatte ich mich explizit beworben, das war genau das, was ich machen wollte. Als ich die Zusage dafür dann endlich in meinem Briefkasten hatte, habe ich mich wie verrückt darüber gefreut; endlich konnte ich nicht nur theoretisch helfen, sondern auch wirklich praktisch etwas für die Flüchtlinge tun", zitiert die "Welt" aus dem Brief der Helferin.

Der erste Arbeitstag war klasse, super nette Kollegen, alle engagiert. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie im Job noch nichts direkt mit den Migranten zu tun, „aber ich habe voller Begeisterung in die Gegend gegrüßt und fand die alle ganz toll."

Die rosa Brille geht kaputt

Sie stürzte sich in die Arbeit, war für die Sozialberatung zuständig, also auch Asylverfahren und Arzttermine. Mit den ersten direkten Kontakten, änderte sich ihr euphorisches Bild von den Zuwanderern. Natürlich gebe es auch viele, die sehr freundlich, dankbar und integrationswillig seien. Diese sind auch sehr froh, hier zu sein.

"Aber wenn ich ehrlich bin, dann ist die Zusammenarbeit mit 90 Prozent von denen, die ich treffe, eher unangenehm und leider nicht so, wie ich mir das vorher gedacht habe", so die Mitarbeiterin.

Die Flüchtlingshelferin lernte ihre "Schützlinge" von einer Seite kennen, die zu ihren anfänglichen idealistischen Vorstellungen so gar nicht passen wollen. Viele waren extrem fordernd, wollten "jetzt sofort eine Wohnung und ein schickes Auto" und am besten gleich noch einen guten Job.

Sie glaubten, dass die Helferin ihnen dies alles besorgen müsse, weil sie dafür ja da sei und sie, die Flüchtlinge, "seien ja nun mal hier angekommen". Sie konnten nicht verstehen, dass die Mitarbeiterin ihnen ihre Forderungen nicht erfüllen konnte. Sie wurden dann oftmals "laut oder auch mal richtig aggressiv. Ein Afghane hat erst letztens gedroht, er werde sich umbringen", berichtet die Frau. Andere, Syrer und Afghanen, hätten gedroht, in den Hungerstreik zu treten.

Einmal, erinnert sich die Helferin, wurde einer arabisch sprechenden Kollegin sogar mit dem Tod gedroht: "Wir köpfen dich!", hätten die Migranten sie angeschrien. Wegen solcher und ähnlicher Dinge kam dann auch schon mal die Polizei, das heißt, sie war mehrmals in der Woche da.

Angaben wie aus 1.001 Nacht

Die Angaben der Betroffenen stellte die Helferin als oft unzuverlässig dar. Sie hätten Geschichten erzählt, die ihr unwahrscheinlich vorkamen. Nach Rückfrage bei den Kollegen erfuhr sie dann, dass dieselbe Person am Vortag die Geschichte ein bisschen anders erzählt hatte.

Dabei arbeiten sie auch mit Betrug, der auch noch gedeckt wird, wie ein Beispiel der Mitarbeiterin verdeutlicht: "Es gab beispielsweise einen Bewohner, der kam mit seinem Abschiebe-Bescheid zu mir und wollte wissen, was nun passieren würde. Ich habe es ihm erklärt, er ist dann gegangen. Bald darauf kam er zu meiner Kollegin und zeigte plötzlich völlig neue Ausweispapiere auf einen anderen Namen vor und sagte, er sei dieser Mensch mit dem anderen Namen. Er wurde dann nicht mehr ausgewiesen, sondern nur in ein anderes Lager verlegt", schildert sie den Vorgang.

Von Absprachen mit ihnen braucht man nichts zu erwarten, diese werden oft nicht eingehalten. Auch Arzttermine würden oft platzen gelassen, weil die Leute einfach nicht erschienen sind. Die Ärzte baten die Mitarbeiter schon, nicht mehr so viele Termine zu machen.

Frauen: geduldet oder begehrt

Die Mitarbeiterinnen werden nicht ernst genommen, lediglich ihre Anwesenheit wird geduldet, notgedrungen. Anweisungen von einer Frau überhören sie einfach, tun es als unwichtig ab und wenden sich anschließend noch einmal an einen männlichen Kollegen.

Oft hätten sie nur verächtliche Blicke für die Frauen übrig oder aber aufdringliche, pfeifen ihnen laut hinterher oder rufen in ihrer uns fremden Sprache irgendwelche Sprüche hinterher, lachen dann. Als sie einmal eine steilere Treppe hochgegangen sei, seien ihr einige Männer hinterhergelaufen, hätten sie die ganze Zeit angegafft und zweideutig gelacht.

Ein Job, der einen verändert

Kolleginnen berichteten ähnliches, sagte sie. Das gehöre halt zum Job hier dazu, es wird hingenommen. In den letzten Wochen sei es schlimmer geworden. Es kamen immer mehr Männer aus Nordafrika, aus Marokko, Tunesien, Libyen in die Einrichtung. Die seien noch aggressiver gewesen.

Da habe sie sich anders angezogen, weite Hosen, hochgeschlossene Oberteile, kaum Schminke. Auch die Orte auf dem Gelände, wo sich die alleinstehenden Männer aufhalten, umgeht die Helferin, wenn möglich.

Lasse es sich nicht vermeiden dort entlang zu gehen, beeile sie sich, schaue niemanden an, lächle nicht, um nichts zu provozieren. Am liebsten sei sie aber in ihrem kleinen Büro, den ganzen Tag über. Auch die U-Bahn nutze sie nicht mehr, seit einer Kollegin ein paar der Männer bis zur Station hinterhergelaufen seien, sie bedrängt hätten, sogar noch in der Bahn. (Quelle: Die Welt) (sm)

Schlagworte

Flüchtlinge, Migranten, Helfer,

Kommentieren

Werte Leserinnen und Leser!
Konstruktive Kommentare sind für uns alle ein Gewinn.
Es gab schon viele Zuschriften, von denen wir sehr profitiert haben und dafür möchten wir Ihnen danken. Wir freuen uns, wenn Sie mit uns gemeinsam die Kommentarfunktion schätzen und sich mit allzu rabiaten Äußerungen zurückhalten. Als Medium können wir die Nachrichtenlage nicht ändern. Aber wir können gemeinsam einen kühlen Kopf bewahren.


Anzeige