Disziplinarbuße gegen Soldat für scherzhaften Putschaufruf gegen von der Leyen

1.500 Euro Disziplinarbuße soll ein Oberleutnant zahlen. Er hatte Mitte Mai scherzhaft gesagt, die Truppe müsse „endlich den Mund aufmachen oder putschen“.

Bei kritischen Witzen über Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) versteht die Bundeswehr offenbar keinen Spaß: Mitte November wurde gegen einen Oberstleutnant eine Disziplinarbuße von 1.500 Euro verhängt.

Er hatte am 12. Mai in einer Kaserne in Wildflecken einen Vortrag gehalten, in dem er sich kritisch über von der Leyen äußerte. Anlass war ihre Pauschalkritik an der Truppe nach dem Fall Franco A.

Er sei es leid, dass 185.000 Soldaten „wegen zwei durchgeknallten Oberleutnanten“ pauschal abgeurteilt würden, so der Redner. Er meinte damit die beiden festgenommenen Offiziere Franco A. und Maximilian T.

Für seinen Dienst erwarte er keinen Dank, wolle aber „nicht auch noch dafür beschimpft werden“. Er schloss seine Rede mit dem Satz, die Truppe müsse „endlich den Mund aufmachen oder putschen“.

Obwohl weder der Militärgeheimdienst MAD noch die Staatsanwaltschaft Schweinfurt darin einen ernsthaften Putschaufruf sehen, entschieden sich die Disziplinarvorgesetzten für die Geldbuße. Der Oberstleutnant will dagegen klagen. (dts/as)

Mehr dazu:

„Putsch-Aufruf“: Ermittlungen gegen Bundeswehroffizier eingestellt

Bundeswehr: Offizier zeigt von der Leyen wegen „politischer Verfolgung“ an

Bundeswehr stellt Strafanzeige gegen Offizier wegen Putsch-Aufruf – „Das war ein Witz“

Aufruf zum Putsch in der Bundeswehr: MAD ermittelt gegen Stabsoffizier