„Historischer Babyboom“ in Deutschland – Jedes 5. Baby hat ausländische Mutter

In Deutschland bahnt sich ein "historischer Babyboom" an. 2016 wurden so viele Kinder geboren, wie seit Jahrzehnten nicht mehr. 20 Prozent der Neugeborenen hatten eine ausländische Mutter, so die offiziellen Zahlen.

Deutschland steckt in der Krise – und zwar in der „Kinderkrise“, meint die ehemalige ARD-Moderatorin Eva Herman. Die Krise sei so tief, dass es kaum noch Auswege gebe.

Die „Kinderkrise Deutschlands“ habe in den 60er Jahren angefangen. Seit 1964 – dem geburtenstärksten Jahrgang – sank die Geburtenrate jährlich. 2015 betrug sie 1,5 Kinder pro Frau, so das Statistische Bundesamt.

UNO empfahl 2001 „Bevölkerungsaustausch“ in Europa

Diese Entwicklung rief die UNO auf den Plan: Schon 2001 empfahl sie, das Problem der sinkenden und alternden Bevölkerung in Europa durch Migration zu lösen. Sie stellte dazu in ihrem Bericht zum „Bevölkerungsaustausch“ (Replacement Migration) verschiedene Szenarien vor.

Um die Wirtschaftskraft zu erhalten, sollten ab 2015 bis 2035 um die 2 Millionen Migranten jährlich in Deutschland aufgenommen werden, so die Empfehlung der UNO in Szenario 5.

Bis 2050 würden die Migranten und ihre Nachkommen fast die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland ausmachen, so die Schätzung der UNO damals.

„Historischer Babyboom“ in Deutschland

Nun bahnt sich ein „historischer Babyboom“ in Deutschland an. Vor allem in den Großstädten werden immer mehr Kinder geboren, berichtete die „Huffington Post“ Ende Juni.

In Berlin kamen 2016 rund 25 Prozent mehr Babys zur Welt als 2006. In München stieg die Zahl im gleichen Zeitraum sogar um 40 Prozent. Auch Hamburg erfreue sich immer steigender Geburtenzahlen, schreibt die Zeitung.

Der Babyboom sei der aktuellen Familienpolitik, insbesondere dem Ausbau von Kitas und dem Elterngeld zu verdanken, meinen Experten laut der HuffPost.

Herman: „Deutsche spielen beim Babyboom kaum eine Rolle“

Eva Herman sieht das anders: Der Babyboom werde durch die Massenmigration verursacht – die Deutschen spielten dabei kaum eine Rolle, so ihre Meinung.

Dies sei darauf zurückzuführen, dass das Ansehen der Mutter in Deutschland seit den 80er und 90er Jahren stark gelitten habe: Politik, Medien und Feministinnen hätten es nahezu zerstört, so die Journalistin. Es zähle nur noch die Karriere und „da das Hamsterrad von innen wie eine Karriereleiter aussieht, glauben die meisten auch an das Mantra“, schreibt Herman.

Der Bevölkerungsaustausch sei im vollen Gange und trage bereits ein Jahr nach Beginn der Masseneinwanderung 2015 Früchte, so Herman.

Jedes fünfte Neugeborene hat ausländische Mutter

Ob Migranten verstärkt zum Babyboom beitragen, lässt sich statistisch nicht belegen. Die Zahlen vom Statistischen Bundesamt zeigen aber, dass im Jahr 2015 von den rund 740.000 geborenen Kindern fast 148.000 von Ausländerinnen zur Welt gebracht wurden. Jedes fünfte Neugeboren hatte demzufolge eine ausländische Mutter.

Je nach Gruppe unterschieden sich die Geburtenraten: So gebären Frauen mit Migrationshintergrund im Durchschnitt 1,95 Kinder pro Frau – bei Frauen ohne Migrationshintergrund läge diese Zahl bei 1,43, berichtete „Huffington Post“ im Oktober.

Die Migranten seien keine homogene Gruppe, sagte der Forschungsdirektor des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden, Martin Bujard zur HuffPost. Die Geburtenrate bei Frauen aus Osteuropa sei mit der in Deutschland vergleichbar. Frauen aus der Türkei oder Afrika wiesen hingegen eine höhere Geburtenrate auf, so Bujard.

Er unterstreicht außerdem, dass die Geburtenrate auch ohne die Frauen mit Migrationshintergrund gestiegen wäre.

Kita-Plätze und Erzieher fehlen

Der Babyboom zieht ein Problem nach sich: „Immer mehr Eltern fragen für immer mehr Kinder, immer früher und länger einen Platz in Kita oder Kindertagespflege nach“, erklärte das Familienministerium Anfang der Woche. In Deutschland fehlten aber fast 300.000 Kita-Plätze, berichtet die „faz“ Mitte Mai.

Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung fehlten 2016 zudem rund 100.000 Erzieherinnen und Erzieher. Die zusätzlichen Stellen würden die Kommunen 4,8 Milliarden Euro jährlich kosten, so die Studie.

Falsche Planung in Politik – Folge: Erziehermangel

Der Erziehermangel sei nicht nur auf den Babyboom zurückzuführen. Die Politik habe falsch geplant: „Die Bundesregierung garantierte ab 2012 per Gesetz, dass jedes Kind unter drei Jahren einen Kitaplatz bekommt. Nicht bedacht hatte man aber anscheinend, dass der Betreuungsschlüssel für Kleinkinder viel höher ist als der für ältere Kinder. Sprich: Für kleine Kinder sind mehr Betreuer nötig. Der Bedarf an Erziehern ist damit sprunghaft gestiegen“, berichtet HuffPost.

Niedriges Gehalt: Erzieher müssen Zweitjob suchen

Den Kitas fehlt es an Fachkräften, doch der Erzieherberuf ist für junge Menschen unattraktiv. Sie müssten ihr Berufsleben lang mit rund 2400 Euro brutto rechnen, wie das Projekt „LohnSpiegel“ errechnete.

Vom Erziehergehalt lasse es sich auf dem Land noch gut leben. In den Städten hingegen seien die Lebenshaltungskosten so hoch, dass die Kita-Angestellten noch einen Zweitjob brauchen, schreibt HuffPost.

Deswegen kommen auf „eine Handvoll freie Kitaplätze […] in manchen Münchner Betreuungseinrichtungen […] mehr als 1000 Kleinkinder auf der Warteliste“, so die Zeitung.

Bund pumpt Milliarden in die Kita-Industrie

Außerdem seien Kitas in Großstädten wegen der hohen Mieten kaum wirtschaftlich zu betreiben. Sie stünden dort in Konkurrenz zu Geschäften, Büros und Wohnungen, berichtet die „HuffPost“.

Ein anderes Problem ist, dass viele Städte überfordert seien. „In Berlin zum Beispiel müssen Eltern teils monatelang auf Elterngeld warten, weil die Behörden überlastet sind“, schreibt die Zeitung.

Laut der Bertelsmann-Stiftung zahle der Bund rund 16,6 Milliarden Euro jährlich für das Personal der Kitas. Außerdem investiere die Bundesregierung rund 2 Milliarden Euro in den Kita-Ausbau.

Zudem sollen „Sprach-Kitas“ weiter ausgebaut werden, wie das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Ende Juni schrieb.

„Wahre Einwanderungsflut“ steht noch bevor

Doch das sei noch nicht das Ende der „Kinderkrise“, denn die „wahre Einwanderungsflut“ stehe Deutschland noch bevor, sagt Herman. Mitte Juni warnte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller, dass in Zukunft 100 Millionen Menschen aus Afrika nach Europa wandern könnten.

„Wenn wir es nicht schaffen, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, werden in Zukunft bis zu 100 Millionen Menschen Richtung Norden wandern“, meinte der Minister.

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