Facebook löscht PEGIDA-Seite nach „Meldemarathon“ endgültig

Der Facebook-Auftritt von „Pegida“ ist gelöscht worden. Freitag nachmittag war die Seite nicht mehr erreichbar. Kurze Zeit später erschien sie unter gleicher Adresse mit geänderten Inhalten wieder, was für Verwirrung im Netz sorgte.

„Unbekannte übernehmen Pegida-Facebookseite“ schrieb der Focus am Freitag abend, nachdem auf der Seite des Bündnisses auf einmal andere Inhalte zu sehen waren. In der Tat wurde die Pegida-Seite heute nachmittag gelöscht und Gegner sicherten sich daraufhin deren Namen. „Gekapert“ wurde der Auftritt nicht.

Die Löschung der Pegida-Seite kommt drei Tage, nachdem sie erstmals kurzzeitig verschwunden war: Erst am 19.Juli war der Auftritt der umstrittenen Dresdener Bürgerbewegung für einige Stunden offline gegangen. Damals erklärten die Pegida-Admins beim Wiedererscheinen, Facebook habe die Seite „aufgrund eines organisierten, sogenannten ‚Meldemarathons’“ gesperrt.

Ein Meldemarathon von linken Gegnern der rechtskonservativen Dresdener Bewegung soll jetzt zu der Löschung geführt haben. Wenn eine große Menge Facebook-Nutzer auf einer Seite Hassbotschaften melden, kann dies zur Abschaltung führen.

Wieviele Meldungen wegen bei Facebook eingehen müssen, damit eine endgültige Löschung erfolgt, sei unbekannt, sagte Pegida-Frontmann Siegfried Daebritz auf Anfrage gegenüber EPOCH TIMES. Er bestätigte die Löschung und sagte, man werde eine andere Seite zur offiziellen Seite der Bewegung machen. „Wir wurden übrigens wegen des Hakenkreuzes gemeldet, welches in den Mülleimer fliegt. Das Logo hatten wir von Anfang an so“, fügte er hinzu.

Unter der bisherigen offiziellen Adresse https://www.facebook.com/pegidaevdresden/ ist nun eine Seite mit 3800 Followern zu finden, die von sich selbst sagt: „Wir sind die Bildungswebseite Pegida und sind keine Bewegung.“

Pegida-Gründer Lutz Bachmann schrieb danach auf Facebook: „da Facebook uns ‪#‎geMAASregelt‬ hat, wechseln wir vorerst auf unsere Ersatzseite!“ Der neue Auftritt war kurz darauf aktualisiert.

Die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ stehen seit ihrer Entstehung im Herbst 2014 in der Kritik fremdenfeindlich und rassistisch zu sein. Die Dresdner befinden sich in Opposition zu Merkels Asylpolitik der offenen Grenzen und kritisieren Asylmissbrauch, Migrantenkriminalität und den radikalen Islam.

Die Seite der Dresdener Bürgerbewegung hatte vor ihrem Verschwinden rund 200.000 Follower. In den vergangenen Monaten wurden bereits mehrfach Administratoren der „Pegida“-Seite vorübergehend gesperrt. Dies betraf jedoch nie den ganzen Facebook-Auftritt.

Politischer Druck auf Facebook

Erst dieser Tage veröffentlichte der „Spiegel“ Auszüge aus einem Brief des Bundesjustizministers Heiko Maas an den Social Media-Konzern Facebook. Darin beschwerte sich Maas: „Es wird noch immer zu wenig, zu langsam und zu oft auch das Falsche gelöscht.“ Dabei kündigte Maas „weitere Regulierungen“ an, wenn es den „beteiligten Unternehmen“ nicht gelänge, „ihrer Verantwortung gerecht zu werden“. (rf)