Migranten in Deutschland: Nur 4,9% aus Kriegsgründen – 69,6% aus wirtschaftlichen Gründen? – Ein Update

Im Jahresbericht 2016 von Ärzte der Welt (MEDECINS DU MONDE) hieß es unter anderem, dass Migranten nach Deutschland nur zu 4,9% aus Kriegsgründen gekommen seien und 69,6% aus wirtschaftlichen Gründen. Zu diesem Thema machten uns Leser auf Unklarheiten und Mängel unseres Artikels vom 17.11. aufmerksam. Wir korrigieren.

Obwohl es in der Umfrage von MdM (MEDECINS DU MONDE) hauptsächlich um die medizinische Versorgung der Migranten in Europa geht, wurden auch Fragen nach den Gründen ihrer Migration gestellt. Es geht jedoch aus den aufgeschalteten Statistiken hervor, dass es eben mehr um eine Patientenbefragung von Migranten geht, als um eine repräsentative Umfrage über Migration.

Aus der Umfrage unter etwa 10.000 Migranten in Europa 2015, veröffentlicht im Jahresbericht 2016 der Ärzte der Welt, wurde auch eine Übersicht der unterschiedlichen Fluchtgründe erstellt. Daraus geht hervor, dass 69,6% der Migranten, die nach Deutschland kamen, als Hauptgrund wirtschaftliche Gründe angaben. Zweithäufigste Ursache war mit 21,8%, einem Familienmitglied zu folgen.

Bei der Befragung waren mehrere Antworten möglich: „Plusieurs réponses étaient possibles.“ Deshalb ergeben sich bei der Zusammenrechnung unter den Ländernamen auch häufig mehr als 100 Prozent.

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Anzahl der Befragten nach Ländern offenbart Schwachstelle

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So waren es z.B. in Deutschland und der Schweiz je nur etwa 500 Patienten, die befragt wurden, die aber in Deutschland vorwiegend aus Bulgarien, Rumänien, Serbien und Vietnam kamen (50 aus Deutschland, unerklärt), in der Schweiz dagegen aus Eritrea, Afghanistan, Syrien und dem Irak. Bei dem zugrundeliegenden Material mit 500 Migranten aus Bulgarien, Rumänien, Serbien und Vietnam und weiteren nicht genannten Ländern, konnte in Deutschland jedoch keine hohe Anzahl von Kriegsflüchtlingen befragt worden sein.

Die fünf Top-Herkunftsländer der Befragten

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Die Médecins du monde (MdM) – Ärzte der Welt – untersuchten im Bericht des Internationalen Netzwerks den Zugang zur Gesundheitsversorgung für Menschen auf mehrere Schwachstellen im Gesundheitswesen.

Für den Bericht 2016  wurden medizinische und soziale Daten im Jahr 2015 in 31 Städten gesammelt in 12 Ländern (Belgien, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Spanien, Schweden, Schweiz, Türkei und Großbritannien).
Analysiert wurden „nur“ die vollständigen Interviews, einschließlich sozialer und medizinischer Daten von 10.447 Patienten in 38.646 Beratungen in 12 Ländern.
94,2% der Befragten waren ausländische Staatsangehörige, davon 24,7% Migranten aus EU-Ländern und 69,5% Migranten aus Nicht-EU-Ländern.

Quelle französisch   Quelle englisch

EUROPÄISCHES NETZWERK

Im Januar 2015 schuf MdM ein Netzwerk zur Verringerung der „Anfälligkeiten im Gesundheitswesen“, durch die Zusammenführung von MdM, Organisationen aus dem Internationalen Netzwerk, Partner-NGOs und Akademikern. Das Netzwerk zählt nun 23 Mitglieder-Organisationen laut Aussage von MdM.

Sein Hauptziel ist es, zur Reduzierung beitragen von EU-weiten gesundheitlichen Ungleichheiten und zur Unterstützung der europäischen Gesundheitssysteme, um besser auf  Schwachstellen zu reagieren. Die Netzwerkmitglieder versuchen, mehr Kapazität zu gewinnen.

INTERNATIONALE ANMERKUNGEN

Die Mitglieder des Europäischen Netzwerks und des internationalen Netzwerks sammeln die Daten in diesem Bericht und in den vorherigen Jahresberichten der Internationalen Beobachtungsstelle.
Alle Umfrageberichte und weitere Informationen über die Internationales Observatorium für den Zugang zu Gesundheitsversorgung sind verfügbar unter:
www.mdmeuroblog.wordpress.com