Gabriel bittet um mehr Hilfsgelder für Hungernde in Afrika und im Jemen – Mehr Geld für Rüstung als für humanitäre Hilfe

"Wir müssen uns der wachsenden Herausforderung durch mehr Verantwortung stellen", forderte Bundesaußenminister Sigmar Gabriel mit Blick auf die drohende Hungerkatastrophe in Afrika und im Jemen. "Denn Hunger wartet nicht auf eine politische Lösung."

Angesichts der Hungerkrisen in Ostafrika und im Jemen bittet Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) dringend um mehr Hilfsgelder. Weltweit litten mehr als hundert Millionen Menschen Not und Hunger, schrieb Gabriel in einem Gastbeitrag für die Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwochsausgaben).

In Nordost-Nigeria, am Horn von Afrika und im Jemen sei die Situation besonders bedrohlich. Nur mit schneller humanitärer Hilfe lasse sich „eine Katastrophe noch größeren Ausmaßes verhindern“.

„Wir müssen uns der wachsenden Herausforderung durch mehr Verantwortung stellen“, forderte Gabriel. „Denn Hunger wartet nicht auf eine politische Lösung.“ Deutschland sei einer der größten humanitären Geber weltweit, könne Hungerkatastrophen aber nicht alleine abwenden, erklärte Gabriel. „Deshalb führen wir viele Gespräche mit anderen Gebern und mit Hilfsorganisationen“, fügte der Minister hinzu.

Auch andere Geber müssten „zu ihrer Verantwortung stehen und nun mehr Mittel und Engagement für humanitäre Hilfe bereitstellen.“ Um eine Katastrophe zu verhindern, seien nach Angaben der UNO rund 5,6 Milliarden Dollar (5,3 Milliarden Euro) für humanitäre Hilfsmaßnahmen in Nigeria, Südsudan, Jemen und Sudan notwendig – 4,4 Milliarden Dollar bereits bis Mitte des Jahres. „Das ist gut ein Viertel Prozent der globalen Rüstungsausgaben 2015“, verdeutlichte Gabriel.

Gabriel hat für Mittwoch zu einer internationalen Konferenz gegen die Hungersnot in Berlin eingeladen. „Unser Berliner Appell soll auch ein Weckruf für die internationale Gemeinschaft sein“, betonte er. (afp)

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