Gauck bezeichnet AfD-Mitglieder als „Dödel“

Beim Katholikentag in Leipzig hat Bundespräsident Joachim Gauck AfD-Mitglieder "Dödel genannt.

Die "Rheinische Post" berichtete Gaucks Äußerung, die bei einem Treffen mit Vertretern der alevitischen Gemeinde fiel.

Ausgangspunkt Gaucks war eine Äußerung des bayerischen AfD-Landesvorsitzenden Petr Bystron im Vorfeld gewesen, der den Amtskirchen vorwirft, sie verdienten über ihre Wohlfahrtsverbände Caritas und Diakonie „alleine an der Flüchtlingskrise mehrere Milliarden Euro pro Jahr". Die Kirchen hätten daher "aus kommerziellen Gründen ein massives Interesse an weiterer Zuwanderung", so Bystron.

AfD-Leute waren zwar nicht zum Katholikentag eingeladen, doch die Empörung über Bystrons Kritik an der Asylindustrie zog sich wie ein roter Faden durch die Gespräche des 27. Mais.

Joachim Gauck kommentierte: Bei einem Besuch von Aleviten habe er einen Grad an Dankbarkeit feststellen können, "den ich mir bei einigen dieser Dödel wünschen würde." Mit „Dödel“ waren die AFD-Mitglieder gemeint.

Außerdem beim Katholikentag: Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung erklärte, lieber sein Amt zur Verfügung zu stellen, als mit der AfD zusammenzuarbeiten zu wollen. Der Berliner Erzbischof Heiner Koch darauf aufmerksam machte, dass ein Katholikentag kein Parteitag sei, und Innenminister Thomas de Maizière (CDU) sprach von einem empörenden "Schlag ins Gesicht der Helfer", so die RP. (rf)

Schlagworte