Geldbörse im Todes-LKW könnte auch falsche Spur sein: Schon gestern gefunden

"Es gibt einen neuen Verdächtigen. Nach dem Verdächtigen wird gefahndet". Das sagte Innenminister de Maizière in Berlin und schob sofort nach: Der jetzt zur Fahndung ausgerufene müsse aber nicht unbedingt der gesuchte Todesfahrer sein.

Nach dem LKW-Anschlag in Berlin hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Mittwoch die Fahndung nach einem neuen Verdächtigen bestätigt. „Es gibt einen neuen Verdächtigen. Nach dem Verdächtigen wird gefahndet“, sagte de Maizière in Berlin. Er sei seit Mitternacht in Deutschland und im europäischen Schengen-Raum zur Fahndung ausgeschrieben.

Einzelheiten wollte der Minister nicht nennen. Er äußerte sich damit auch nicht zu den verschiedenen Medienberichten, wonach es sich bei dem Gesuchten um einen jungen Tunesier handeln soll. De Maizière betonte, bei dem Verdächtigen müsse es sich nicht zwingend um den Täter handeln.

De Maizière hatte zuvor zusammen mit Generalbundesanwalt Peter Frank den Innenausschuss des Bundestags in einer Sondersitzung über den Stand der Dinge unterrichtet. Der SPD-Innenexperte Burkhard Lischka sprach anschließend von einer „heißen Spur“ der Ermittler. Unter Berufung auf den Generalbundesanwalt sagte Lischka, im Führerhaus des Lkw sei eine Geldbörse gefunden worden.

Der Linken-Politiker Frank Tempel verwies darauf, dass die Geldbörse mit Ausweispapieren bereits am Dienstag im Führerhaus des Lkw entdeckt worden sei. Er verwies aber darauf, dass es sich auch um eine gelegte Spur handeln können, um die Ermittler auf eine falsche Fährte zu führen. Der Grünen-Politiker Konstantin von Notz sprach von einer „sehr spannenden und schlüssigen Spur“. (afp)