Hamburg: Behördenversagen begünstigt Vergewaltigung – Marokkanischer Straftäter hätte längst abgeschoben sein sollen

Weil ein abgelehnter und in Deutschland mehrfach straffällig gewordener marokkanischer Asylbewerber nicht schon längst in seine Heimat abgeschoben wurde, konnte er am vergangenen Wochenende eine 24-Jährige in St. Pauli vergewaltigen. Erinnerungen an den tödlich verlaufenen Fall Maria aus Freiburg werden wach.

Am frühen Sonntagmorgen gegen 3.45 Uhr vergewaltigte ein 34-jähriger Marokkaner in der „99 Cent“-Bar auf der Großen Freiheit in St. Pauli eine 24-jährige Frau. Offenbar war der Täter nur noch dank unglaublicher Behördenschlamperei im Land und hätte längst in seine Heimat abgeschoben worden sein sollen.

Der Asylantrag des Marokkaners war längst abgelehnt worden und obendrein wurde er straffällig, doch nichts geschah.

Kurze und intensive Zeit in Deutschland

Der 34-jährige Adil B. aus dem nordafrikanischen Marokko kam im Dezember 2015 mit der Flüchtlingswelle nach Deutschland. Im niedersächsischen Holzminden fand er Aufnahme. Allerdings wurde bereits am 1. April sein Asylantrag abgelehnt, worauf Adil B. freiwillig ausreisen will. Dafür erhält er eine Grenzübertrittsbescheinigung und darf noch bis Mitte Mai bleiben. Dann taucht der Marokkaner plötzlich unter.

Am 9. Juli klaut der 34-Jährige bei „SportScheck“ an der Mönckebergstraße ein Paar Wanderstiefel. Bereits am nächsten Tag bricht er in ein Restaurant an der Winsener Straße in Wilstorf ein, entwendet ein iPhone, Bargeld und das Fahrzeug des Wirts, einen Seat. Mit diesem verunglückt der Marokkaner ohne Führerschein am nächsten Morgen in Seevetal im Landkreis Harburg. Er kommt in Untersuchungshaft.

Wie die „Bild“ recherchierte, soll die Hamburger Ausländerbehörde wenige Tage nach seiner Verhaftung bei der Holzmindener Landkreisverwaltung angefragt haben, ob für den Marokkaner die Abschiebehaft beantragt werden soll. Keine Antwort!

Am 20. Oktober ist die Verhandlung. Adil B. erhält neun Monate auf Bewährung, kann seelenruhig aus dem Amtsgericht Harburg herausspazieren, obwohl er gar nicht mehr in Deutschland sein dürfte!

Ein fataler Fehler, wie sich jetzt herausstellte. Am Sonntag musste eine junge Frau für das Behördenversagen büßen, als Adil B. die 24-jährige Kiez-Besucherin vergewaltigte. Diesmal erging Haftbefehl.

Laut „Bild“ sagte eine Sprecherin des Landkreises Holzminden zur Behördenpanne:

Ob es einen Anruf aus Hamburg gab, kann ich nicht sagen. Die Akte ist nicht griffbereit, die zuständige Kollegin nicht im Haus.“

(Marie-Luise Niegel, Sprecherin Landkreisverwaltung Holzminden)