Heftige Kritik nach Berlin-Attentat: „Sturmgeschütz gegen Rechts statt Benennung echter Gegner wie Salafisten und radikalen Islam“

Heftige Kritik übt der SWR-Redakteur Frank Wahlig nach dem Attentat in Berlin an deutschen Politikern: "Es geht um unsere Lebensweise, um unser Land, um das, was viele Menschen hier geschaffen haben. Die Opfer lagen noch nicht mal in der Leichenhalle, da musste das Sturmgeschütz gegen Rechts, der Vize-SPD-Vorsitzende Ralf Stegner, schon lostwittern. Natürlich gegen das, was er als Rechts begreift. Das sind im Zweifel alle außer ihm selbst. Alles Populisten außer Stegner und die Seinen."

Der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin schockte die Bundesbürger und löste Emotionen der Trauer, Verzweiflung, bis hin zur Wut aus.

Wut über den Täter und die Tat an sich, aber auch Wut über die Politiker des Landes, die nach jeder Tat zur „Besonnenheit“ aufrufen, von „Einzelfällen“ sprechen und jeden, der Kritik an der „Willkommenskultur“ übt, als rechten Hetzer abstempeln.

Ein Kommentar des SWR-Journalisten Frank Wahlig über den Anschlag in Berlin und die Haltung der sogenannten Volksvertreter spricht wahrscheinlich vielen Bürgern aus der Seele.

„Der Typ ist ein Drecksack“

„Nach dem Anschlag in Berlin haben Politiker über die Sicherheit diskutiert und die Bürger aufgerufen, besonnen zu bleiben“, schreibt Wahlig. Doch was kein Politiker sagte: „Der Typ ist ein Drecksack“.

Aber nicht nur der Täter an sich sei ein „Drecksack“, sondern auch die „mörderische Ideologie“, die er vertrete. „Warum sagt das keiner? Weil Politiker mit anderem beschäftigt sind – mit dem Üblichen. Zum Beispiel, dass die Tat nur den Rechten nutze. Der Bürger sollte auf den Weihnachtsmarkt gehen und die Blockflöte zum Fest hervorholen“, kritisiert Wahlig die Rhetorik der Politiker.

Von seiten der Volksvertreter gebe es „null Emotion“. Auch kein Zorn über das Attentat – was aber wichtig wäre, meint der Journalist. Denn: „Es geht um unsere Lebensweise, um unser Land, um das, was viele Menschen hier geschaffen haben. Die Opfer lagen noch nicht mal in der Leichenhalle, da musste das Sturmgeschütz gegen Rechts, der Vize-SPD-Vorsitzende Ralf Stegner, schon lostwittern. Natürlich gegen das, was er als Rechts begreift. Das sind im Zweifel alle außer ihm selbst. „Alles Populisten außer Stegner und die Seinen“, so Wahlig.

„Wo bleiben die Hilfstruppen des Justizministers?“

Als ob Deutschland nicht andere Probleme hätte, als das Gerede über rechts. Wahlig fragt: „War das nicht etwas? Tote, Verletzte, wohltemperierte Asylpolitik. Im Netz wird dem Drecksack von Terrorist sogar applaudiert. Wo bleiben da die Hilfstruppen des Justizministers, der Hass und Hetze sucht und sie immer auf der rechten Seite findet?“

Die Salafisten machten sich in Deutschland breit und außer „Floskelhaftes“ wäre nichts von der Politik zu hören. Warum? „Weil sie in ihren politisch korrekten Satzbausteinen wie in einem Korsett gefangen sind? Nein, weil sie nicht den Gegner benennen wollen: Salafisten, radikaler Islam – alle, die ein Buch des siebten Jahrhunderts für wichtiger als das Grundgesetz des Landes halten, das sie aufgenommen hat und versorgt“, kritisiert Wahlig die deutsche Politik.

„Die Schweigespirale bekommt Risse“

Von Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert der Journalist „Meinung und Haltung“ und keine Aussagen wie, es sei „widerwärtig, sollte ein Flüchtling die Tat begangen haben“. Die Kanzlerin müsste die Gegner der Freiheit benennen. Und, so Wahlig: „Der Drecksack ist Terrorist, kein Flüchtling. Man kann wohl feststellen, dass die Politik der Grenzenlosigkeit Männer in das Land mit seiner Willkommenskultur ließ, die etwas anderes als Schutz suchten“.

Doch es gebe auch etwas Gutes am Schlechten: „Die Schweigespirale bekommt Risse“. Die Bürger würden diskutieren und sich nicht mehr von Politikern „zum Glühweintrinken auf Weihnachtmärkte schicken“ lassen, so Wahlig. Denn viele Menschen merkten, „es geht um unsere Heimat, unsere Freiheit, um unsere Lebensweise.“