Berlin: Hier wird die nächste temporäre Flüchtlingsunterkunft in Steglitz-Zehlendorf gegen Bürgerwillen „eingepasst“

Bereits 300 Bürger unterstützen die Initiative um den Erhalt einer Sportanlage im Herzen von Steglitz-Zehlendorf. Nur per Zufall erfuhren sie von Plänen des Senats darauf eine temporäre Flüchtlingsunterkunft zu bauen. Einzelne Bürger sorgen sich auch um den nahen Park benannt nach dem jüdischen Geiger Yehudi Menuhin.

Wieder fühlen sich Bürger in Steglitz-Zehlendorf mit spontanen Bauplänen des Senats im Stich gelassen, wie eine Anwohnerin berichtet. Der einzige frei nutzbare Sportplatz der umliegenden Ortsteile (Lissabonallee 6) soll dicht mit temporären Flüchtlingsunterkünften bebaut werden (siehe Baupläne unten). Direkt an der Anlage stehen eingeschössige Reihenhäuser. Die Flüchtlingsbauten selbst sollen zweigeschössig werden.

Infrastrukturell sei der Ort zwischen Nikolassee und Kleinmachnow ebenfalls ungeeignet, berichtet die Anwohnerin – Kindergärten und Schulen gebe es nur wenige in der Umgebung. Ebenso Einkaufsmöglichkeiten. Zudem sei die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwach.

Obwohl das Wohngebiet „Düppel“ selbst nur 1.200 Einwohner hat, soll die Kapazität der Anlage für 450 bis 500 Menschen ausreichen, berichtet sie weiter. Bei der Anzahl der Einwohner, die dort einziehen sollen, soll es sich zwar zunächst um 250 handeln. Aber die Sorge vor einer Vollbelegung ist schwer zu nehmen. Wer konkret einziehen wird, also Familien oder alleinstehende Männer, sei ebenfalls ungewiss.

Bürger erfahren per Zufall über Baupläne des Senats

Ärger herrscht vor allem darüber, dass die Bürger über die Pläne des Senats nur zufällig erfuhren, wie auf der Webseite der Bürgerinitiative zu lesen ist. Die Planung habe entgegen den Interessen der Anwohner stattgefunden. Mit einer Petition auf Change.org wehren sich nun die Bürger. Immerhin haben bislang 192 Menschen unterschrieben.

Ein weiteres Anliegen der Bürgerin ist ein kleiner Park nahe der Sportanlage, der Yehudi-Menuhin-Park. Sicher – niemand spricht wie in Lankwitz vom Abholzen des öffentlichen Parks. Aber wie in Lankwitz hängen die Bürger am Park. Sie sorgen sich darum, er könne die Menschenmengen nicht ertragen und zu sehr in Mitleidenschaft gezogen werden. Und wie in Lankwitz ist es ein Jude, der dem Park seinen Namen gibt. Der berühmter Geiger Yehudi-Menuhin (1916-1999).

Hier zur Einpassplanung in der Endfassung:

Einpassplanung Endfassung