In Deutschland als Flüchtinge, in Syrien plündern und vertreiben – Brüder Mustafa, Abdullah, Sultan und Ahmed K. verhaftet

Der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof Karlsruhe erlässt Haftbefehl gegen vier syrische Asylbewerber. Sie stellten sich in Deutschland als Hilfsbedürftige und Kriegsflüchtlinge vor, während sie zuvor in ihrer Heimat einer Terror-Gruppe angehörten und dort Menschen vertrieben, um ihre Anwesen zu plündern.

Am heutigen 12. Juni 2017 wurden die vier syrischen Brüder Mustafa K. (41), Abdullah K. (39), Sultan K. (44) und Ahmed K. (51) aufgrund eines Haftbefehls des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs verhaftet.

Die Festnahmen erfolgten in Lübeck, Hamburg und Umgebung durch Polizeibeamte der Länder Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg. Die Wohnungen der Beschuldigten wurden durchsucht.

Terror-Brüder als Asylbewerber in Deutschland

Den vier syrischen Flüchtlingen wird Folgendes vorgeworfen:

Mustafa K., Abdullah K., Sultan K. und Ahmed K. sind dringend verdächtig, sich als Mitglieder an der ausländischen terroristischen Vereinigung „Jabhad al-Nusra“ beteiligt (§ 129 a Abs. 1 i.V.m. § 129 b Abs. 1 StGB) und gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen (§ 22 a Abs. 1 Nr. 6 KrWaffKG) zu haben.“

(Generalbundesanwaltschaft)

Zudem sollen die Brüder Mustafa (41) und Sultan (44) darüber hinaus „nach dem humanitären Völkerrecht zu schützende Personen vertrieben und deren Besitz geplündert haben“, so Frauke Köhler von der Pressestelle der Behörde, was ihnen als Begehung von Kriegsverbrechen ausgelegt wurde.

Vertreiben und Plündern in Syrien

Die vier Brüder sollen spätestens seit Anfang November 2012 als Mitglieder der „Jabhat al-Nusra“ (JaN) bei bewaffneten Auseinandersetzungen der Terror-Gruppe mit syrischen Regierungstruppen in der nordsyrischen Stadt Ra’s al-‚Ain beteiligt gewesen sein. Nach der Einnahme des Westteils der Stadt entschlossen sich Mustafa und Sultan K. gemeinsam mit anderen JaN-Mitgliedern, lokale Regierungsbeamte zu vertreiben.

In einem Fall waren die Brüder mit weiteren 20 Terror-Kämpfern an der Festnahme eines Regierungsbeamten beteiligt. Die Familie des Beamten wurde aus der Stadt vertrieben, das Anwesen geplündert.

Im Kampf gegen Kurden

Sultan und Abdullah kämpften auch gegen die „kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG)“, um den überwiegend von Kurden bewohnten Nordosten der Stadt zu besetzen. Ihr Bruder Mustafa stellte dabei der JaN sein an den nordöstlichen Stadtteil angrenzendes Wohnhaus als Stützpunkt zur Verfügung und leistete zusammen mit Abdullah und Ahmed Fahrdienste für die Terror-Vereinigung.

Ahmed K. hatte auf der Ladefläche seines Pick-ups ein Dreibeinmaschinengewehr montiert und fuhr zusammen mit weiteren Kämpfern durch den Nordost-Teil der Stadt und forderte die Bewohner zum Verlassen derselben auf.

Darüber hinaus leisteten alle vier Beschuldigten jeweils bewaffnet mit einem Sturmgewehr Wachdienste für die Vereinigung.“

(Frauke Köhler, Staatsanwältin)

Die Beschuldigten werden morgen dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser entscheidet dann über den Vollzug der Untersuchungshaft.