„Integrations-Comic“ sendet missverständliche Botschaften

Werte ohne Worte vermitteln ist die Idee hinter einem Comic für Migranten, den ein schwäbischer Kreis herausbrachte. Doch das gelang nicht unproblematisch, wie Internet-User bemerkten.

Der Schwarzwald-Baar-Kreis hat den „Integrations-Comic“ herausgegeben, der mit Bildern das Zusammenleben in Deutschland illustrieren soll. Das 39-seitige Heft wurde in einer Auflage von 5.000 Stück gedruckt. Der SWR berichtete.

Durch die Zeichen „Daumen hoch“ oder „Daumen runter“ soll der Betrachter erfahren, was in Deutschland ok ist und was nicht. Es gibt „Daumen hoch“ für Familien, gleichgeschlechtliche Paare und auch für Männer in Frauenkleidern. Daumen hoch für verschleierte Frauen, die nach Bildung streben. Daumen runter für´s Begrapschen von Frauen und für Neonazis.

Das Problem ist nur: Der nach oben gestreckte Daumen bedeutet nur in Mitteleuropa und Nordamerika "super" / "alles klar". In vielen anderen Ländern der Welt bedeutet er das Gegenteil. Unter anderem in Syrien, Irak und Afghanistan, von wo die meisten Migranten kommen entspricht „Daumen hoch“ dem ausgestreckten Mittelfinger in unseren Breiten.

„Damit bekommen die Bildchen für viele Flüchtlinge eine ganz andere Bedeutung – und vermitteln möglicherweise genau die gegenteilige Botschaft“, kommentierte die Huffington Post in ihrem Bericht. Eine Kommentatorin der SWR-Website schlug ein Smiley-Symbol als unmissverständliche Lösung vor.

Bei der Gestaltung des Hefts wirkten laut dem Landratsamt Villingen-Schwenningen auch Migranten und zahlreiche Helfer mit, die Zeichner Titus Ackermann bei Auswahl der Bilder und Symbole berieten. (rf)

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