Kein Geld für Flutopfer – Bund beteiligt sich nicht an den Kosten der Flut in Simbach

Keine nationale Katastrophe - kein Geld: Der Bund lehnt ab, sich an den Kosten des Wiederaufbaus von Simbach und anderen betroffenen Orten der Unwetter vom Juni 2016 zu beteiligen.

Wie die Bayerische Staatskanzlei bestätigt, wird der Bund kein Geld für die Schäden der Flutkatastrophe in Simbach und dem Rottal-Inn-Kreis überweisen.

Bayern muss den Wiederaufbau selbst finanzieren, obwohl Ministerpräsident Seehofer bei der Kanzerin um finanzielle Unterstützung gebeten hatte. Der Bund begründet seine Entscheidung damit, dass die Flut keine nationale Katastrophe war.

„Anders als 2013 habe es die Bundesregierung abgelehnt, die Hochwasserereignisse als nationale Katastrophe einzustufen.“ Staatskanzleisprecherin Cornelia Weidmüller

Die Geschädigten, beispielsweise im besonders stark betroffenen Simbach, erhalten deshalb nur Fluthilfe von der bayerischen Staatsregierung. Diese versprach Zuschüsse zur Schadensbeseitigung in Höhe bis zu 80 Prozent der förderfähigen Instandsetzungskosten. Auch ein Neubau wird mit bis zu 80 Prozent gefördert, da einige Häuser abgerissen werden mussten.

Bei der Flutwelle in Niederbayern am 1. Juni in und um Simbach kamen sieben Menschen ums Leben, der Sachschaden beträgt über eine Milliarde Euro. Auf einem Spendenkonto des Landkreises Rottal-Inn sind bisher mehrere Millionen Euro an Unterstützung eingegangen.

Als Übergangslösung konnten am Landratsamt Pfarrkirchen und im Rathaus von Simbach am Inn von der Flut betroffene Menschen für die Erstversorgung das Sofortgeld beantragen. Pro Haushalt wurden 1500 Euro bar ausgezahlt. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks wurden allein im ersten Monat nach der Flut 11,5 Millionen Euro Soforthilfegeld ausbezahlt. (ks)