KIKA-Drama: Die verschleierte Brisanz des Pierre-Vogel-Likes und Diaas Islamisierungs-„Scherz“

Ein Eisberg treibt durch die öffentlich-rechtliche Medienlandschaft, es steckt mehr dahinter, als zunächst vermutet. Der Hessische Rundfunk würde das Thema gerne ad acta legen. Doch noch sind wichtige Fragen nicht geklärt.

Der KIKA kommt nicht zur Ruhe. Lange Zeit flimmerten selbst kritische Sendungen ohne jegliches Dementi über den Bildschirm und in die Köper der kindlichen und jugendlichen Zuschauer.

In kindgerechte Sprache und Bilder wurden gesellschaftspolitische Botschaften verpackt und den jungen Zuschauern eine zunehmend kritischer betrachtete Ideologisierung gefüttert.

Nachdem inzwischen die beiden Protagonisten des KIKA-Beziehungsfilms „Malvina, Diaa und die Liebe“ von rechtsextremer und islamistischer Seite bedroht wurden und nun unter Polizeischutz stehen, verzichtete der „Hessische Rundfunk“ aus Sicherheitsgründen auf die Aussendung eines mit Mohamed (Diaa) gemachten Interviews über die Umstände eines Likes auf der Seite des Salafistenpredigers Pierre Vogel.

Eine Antwort, die eigentlich keine ist

Auf einer FAQ-Seite widmete sich der federführende „Hessische Rundfunk“ den diskutierten Fragen und gab Antworten auf diese, wie die oben angesprochene: „Hat Diaa die Facebook-Seite des Islamisten Pierre Vogel geliked?“

Ja, weil er auf ein Gewinnspiel reagiert hat, bei dem es einen Flug nach Mekka zu gewinnen gab. Zudem hat er eine Vielzahl unterschiedlicher Seiten geliked, vom Fuldaer Netzwerk gegen Homophobie bis hin zu diversen ‚Erwachsenen‘-Seiten. Uns zeigt das, dass er ein junger Mann ist, der noch auf der Suche nach Orientierung ist.“

(FAQ des HR zur Diskussion)

Die Antwort des Senders wirkt offen. Allerdings: Die eigentliche Frage, nämlich diejenige nach dem „Warum?“, wurde gar nicht gestellt.

Neben den ablenkenden Informationen über sonstige Seiten, die Mohamed geliked hat – „bis hin zu diversen ‚Erwachsenen‘-Seiten“ –  und dass er auf der Suche nach Orientierung sei, so glaubt der Sender aus Gesprächen verstanden zu haben, liegt der eigentlich bedeutende Teil der Antwort im Nichtausgesprochenen, dem Teil des Eisbergs, der gefährlich unter der Wasseroberfläche lauert.

Doch mehr dazu nach  einem kurzen ergänzenden Einschub.

Der Islamisierungs-„Scherz“

Als irgendwann Mohameds Facebook-Profil geradezu zum Stöbern einlud, wurde man auch fündig. Abgesehen vom später noch erwähnten Like fand man diese in Arabisch geschriebene Eintragung unter einem Foto. Journalist Oliver Janich fragte den deutsch-libanesischen Autor und Regisseur Imad Karim nach der Bedeutung der Worte. Dieser übersetzte:

Ich werde mit Allahs Hilfe bewirken, dass ich die Deutschen islamisiere (aus ihnen Muslime machen)“

(Mohamed, Übersetzung Imad Karim)

In den FAQ des HR wurde dies nicht erklärt, jedoch widmete sich die „Welt“ dem Foto und fragte beim Sender nach. Der HR bestätigte am Montag der Zeitung, dass dort geschrieben steht:

Ich werde bewirken, dass alle Deutschen zum Islam konvertieren“.

(Mohamed, Übersetzung „HR“)

Welche Übersetzung passender ist, kann hier nicht erörtert werden. Sinngemäß meinen sie aber beide das Gleiche. Eine Erklärung gab der HR“dazu auch ab. Sendersprecher Christian Bender sagte: „Das war als Scherz gemeint.“

Ok. Vielleicht.

Die verborgene Brisanz des Pierre-Vogel-Likes

Seit einigen Jahren bietet Chef-Salafist Pierre Vogel schon Reisen nach Mekka an. Auch der KIKA-Doku-Protagonist Mohamed (20), syrischer Freund der 16-jährigen Malvina aus Fulda, wollte gerne am Gewinnspiel für eine Mekka-Reise mit Pierre Vogel teilnehmen.

Wie er auf die Idee kam oder wie er auf Pierre Vogels Facebook-Seite stieß, ist unbekannt. Das wurde auch später durch die HR-Redaktion nicht erläutert.

Jedenfalls wählte Mohamed den Weg des Gewinnspiels von „Bakkah Reisen“ auf der Pierre Vogel Facebook-Seite, vermutlich jenes, veröffentlicht am 18. August.

Die einzigen Gewinnspiel-Bedingungen dabei waren (sic):

  • einen von den 2 Flyern Posten auf eure Facebook Seite ( siehe Kommentar Bereich )
  • als Überschrift zum Flyer schreiben: In scha Allah bin ich dabei

Mohamed gefiel die Sache offenbar so gut, dass er gleich noch ein „Like“ hinterließ, vielleicht um weiterhin Neuigkeiten von der Seite zu erhalten bzw. über seine Seite zu verbreiten.

Man hätte die Reise natürlich auch buchen können, zwölf Tage all inc. für 1.290 Euro mit Pierre Vogel (Abu Hamsa) oder für 1.390 Euro mit dem Salafistenprediger Ahmad Abul Baraa.

Allerdings handelt es sich bei diesen Reisen keineswegs um eine Urlaubsreise im herkömmlichen Sinn, einen touristischen Besuch in Saudi-Arabien, um sich Land und Leute näher anzusehen, sondern um eine „Umra“, eine kleine islamische Pilgerfahrt.

Im Video bestärkt Abu Hamsa die Reisenden in ihrer göttlichen Ausgewähltheit, während zahlreiche andere Muslime sich gerade zum Ausgehen chic machen, „muslimische Mädchen, aus der Türkei, aus Marokko, aus Somalia, aus Bosnien, aus Albanien, die sind sich gerade am Schminken in Deutschland“, nachher würden sie Drogen nehmen und saufen, so der Prediger kurz vor der Reise über Neujahr 2017/2018.

Der Fall Aria L., Offenbach

Aria L. war für drei Wochen in den syrischen Krieg gezogen, soll dort auch an Kampfhandlungen teilgenommen haben und hatte auf Facebook lachend vor aufgespießten Menschenköpfen posiert. Im Oktober 2015 wurde er von einer GSG9-Einheit auf Beschluss des Generalbundesanwaltes aus seiner Wohnung geholt. Im Juli 2016 wird Aria L. zu zwei Jahren Haft verurteilt, schrieb die „Offenbach-Post“.

Dieser hatte nach einem Bericht der „Bild“ zuvor das Beten von Pierre Vogel gelernt und auch die islamistische „Lies!“-Kampagne unterstützt.

Der Beschuldigte hielt sich seit 2013 in der islamistisch-salafistischen Szene des Rhein-Main-Gebietes auf. Er wurde immer radikaler, machte eine Pilgerfahrt nach Mekka und besuchte regelmäßig die Tauhid-Moschee in Offenbach. Dort wird offen für radikale und islamistische Strömungen geworben.“

(ein Fahnder)

Dabei wähnte sich der Deutsch-Iraner Aria L. selbst als „sensibel“, wie die „Welt“ im Mai 2016 aus dem Gerichtssaal berichtete. Seit Aria mit seinen „Brüdern“ in den Offenbacher Moscheen fünf Mal am Tag gebetet habe, gab es auch öfters Zoff mit der Freundin. Die wollte kein Kopftuch tragen. Immer wieder rutschte dem Islamisten die Hand aus. Es gab Anzeigen und Zurücknahmen.

Reise nach Mekka mit Folgen

Auf der Webseite „Vorwärts und nicht vergessen – Islamismus und Gesellschaft“ wird ausführlich von den ersten drei Verhandlungstagen gegen Aria L. im Mai 2016 aus dem Gerichtssaal des Strafsenats des OLG Frankfurt berichtet. Darin heißt es vom 2. Prozesstag: Aria L. sei von der Mekka-Reise im Dezember 2013 in einem desolaten psychischen Zustand zurückgekehrt. Er wollte sterben, um ins Paradies zu kommen. Seine Fahrkarte: der Märtyrertod.

„Leider fragt das Gericht nicht nach, auf welchem Wege die Mekka-Reise stattfand. Die enge Verbindung zu Sven Lau, der immerhin zur Trauung anreiste und diese vornahm, sowie derzeit unter Anklage steht, nach Syrien sozusagen weitervermittelt zu haben, könnte auch auf einer Reise entstanden sein. Lau und Vogel haben zu dieser Zeit eine Mekka-Reise angeboten, von der Pierre Vogel vorher sagte, man solle nach ihr ‚durch Wände gehen können‘: Ob L. an dieser Reise teilnahm, wurde nicht benannt.“

Vergessene Fragen?

Letztendlich bleiben einige Fragen an Film-Held Mohamed, den 20-jährigen Syrer aus Aleppo und KIKA-Vorzeige-Beziehungs-und-Integrationspartner der 16-jährigen Malvina aus Fulda, unbeantwortet.

  • Woher wusste der Syrer aus Aleppo vom deutschen Islamisten Pierre Vogel?
  • Warum „bewarb“ er sich auf dessen Facebook-Seite für eine doch offensichtlich ernsthafte und wenig touristische Reise nach Mekka?
  • Warum legt der Hessische Rundfunk diese brisante Frage so geschickt beiseite und veröffentlicht auch das Interview mit Mohamed dazu nicht?

„Wir sind noch nicht fertig …“

Der Berliner AfD-Bundestagsabgeordnete Götz Frömming, zuvor Gymnasiallehrer in der Bundeshauptstadt, veröffentlichte am 28. Januar einen Leserbrief eines Integrationshelfers zum KIKA-Film „Malvina“ aus dem „Tagesspiegel“ und kündigte an, dass man mit dem Thema noch nicht fertig sei.

Im Video: Eine Zusammenfassung der Kritik aus Sicht der öffentlich-rechtlichen Sender.

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