Kölner IS-Syrer Mohamad J. (16): „Alles nur Spaß“ – Haftbefehl wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat erlassen

In seiner Vernehmung sagte der junge Syrer, dass es sich bei den vermeintlichen Anschlagsplänen nur um einen Spaß gehandelt habe. Weitere Äußerungen machte er nicht.

Am Dienstag wurde der 16-jährige Flüchtlinge unter Extremismusverdacht von einem SEK-Kommando in einer Kölner Flüchtlingsunterkunft verhaftet. Auf seinem Handy fanden die Ermittler Chatprotokolle mit einem ausländischen Kontaktmann des IS. Dieser hatte dem Jugendlichen auch Anleitungen zum Bau von Bomben geschickt und ihm auch angeboten, ihn für Geld nach Syrien zu bringen.

Wie der Sprecher der Kölner Polizei, Klaus-Stephan Becker, äußerte, habe der junge Flüchtling dem Chatpartner „unmissverständliche Bereitschaft“ entgegengebracht, einen Anschlag zu begehen.

Auch habe der 16-Jährige mehrfach mit dem Kontaktmann aus dem Nahen Osten telefoniert, wie der „Kölner Express“ schreibt. Dabei bekam der Jung-Extremist das Angebot, dass ihn der IS-Kontakter für 2.000 Euro auf „legalem Wege“ nach Syrien schleusen könne, um für den IS zu kämpfen.

Doch dazu kam es nicht mehr: Am Dienstag wurde der junge Syrer von einem Spezialkommando der Polizei in der als Flüchtlingsunterkunft umfunktionierten Turnhalle des Porzer Gymnasiums überwältigt und festgenommen.

Turbo-Radikalisierung in drei Monaten

Der „Kölner Stadtanzeiger“ schreibt, dass der Jugendliche ursprünglich aus einem Akademikerhaushalt in Damaskus stammte. Von dort flüchtete er mit seinen Eltern und seiner Schwester nach Deutschland, wo er am 4. Januar 2015 zunächst in Dülmen im Münsterland erfasst wurde. Anschließend kam er mit seiner Familie nach Köln. Am 10. Juni 2016 geriet er erstmals in den Blick der Polizei, weil er Bilder mit IS-Bezug an Freunde und Bekannte verschickt hatte.

Das 35-köpfige Ermittler-Team geht von einer „Turbo-Radikalisierung im Internet“ aus, die offenbar im Juni begann, wie der „Focus“ berichtet. Das Verhalten des Jugendlichen habe sich in dieser Zeit deutlich verändert.

Tipp kam aus türkischer Moschee

Laut dem „Kölner Express“ kam ein wichtiger Hinweis zu Mohamads Veränderungen aus der Ditib-Moschee in der Porzer Bahnhofstraße. Dort soll der Jugendliche „in die falsche Richtung“ gebetet haben, was typisch für IS-Anhänger sei. Der „KStA“ ergänzt, dass sich der Junge dort tagelang aufgehalten und verdächtig verhalten haben soll.

Weitere Hinweise kamen aus der in den Niederlanden lebenden Verwandtschaft des Jugendlichen. Ihnen habe Mohamad regelmäßig Fotos mit IS-Symbolen und von IS-Kämpfern geschickt.

In der Flüchtlingsunterkunft soll er sich zuletzt auch abgekapselt haben, so der „Express“. In seiner Vernehmung sagte der junge Syrer, das sei alles nur Spaß gewesen. Weitere Äußerungen machte er nicht.

Siehe auch:

Update Köln: Syrischer Jung-Extremist wollte Bombe bauen – Pläne kamen von ausländischem IS-Kontakt