Internet-User fragen: Lief die „Hollywood-Verhaftung“ des Terrorverdächtigen al-Bakr nicht etwas zu glatt?

Alles lief wie geschmiert. Die Verhaftung von Jaber al-Bakr hört sich an wie ein Hollywood-Drehbuch. Lief das nicht alles ein bisschen zu glatt, fragen User im Internet. Sie wollen wissen, wieso die beiden Syrer Fotos von al-Bakr geschossen hatten. Oder warum man al-Bakr die Strapazen der Festnahme auf dem Foto nicht ansah...

Wie lief die Festnahme von Jaber al-Bakr tatsächlich ab? Internet-User zweifeln an der Hollywood-reifen Geschichte der Festnahme des Terrorverdächtigen durch zwei seiner Landsleute. Einer der Syrer die al-Bakr der Polizei übergeben hat war Mohammed A. Im Interview mit der „Bild-Zeitung“ berichtete er über den Hergang.

Bevor al-Bakr von Mohammed A. und seinem Freund überwältigt wurde, wurde der Syrer bereits von der Polizei gesucht.

Deshalb floh al-Bakr aus seiner Wohnung und meldete sich wenige Stunden später in einem Online-Netzwerk syrischer Flüchtlinge. Er sei am Leipziger Hauptbahnhof und suche eine Unterkunft. Von dort hätten Mohammed A. und ein Bekannter al-Bakr abgeholt und zu einem Freund gebracht, berichtet Mohammed A. der Zeitung.

Der weitere angebliche Ablauf der Ereignisse ist zwar bekannt, viele Internetnutzer scheinen sich über die Details jedoch unschlüssig zu sein.

Zweifel kursieren im Internet

Mohammed A. berichtete der „Bild“, dass die Männer zu einem weiteren Freund gefahren seien, wo al-Bakr übernachtet habe. Nach al-Bakr wurde bereits gesucht und die syrische Community dazu aufgerufen, Hinweise zum Verbleib des Syrers zu melden. Diese Nachricht erreichte nach Angaben von Mohammed A. auch ihn und seinen Freund. Erst dann hätten sie bemerkt, wen sie bei sich in der Wohnung hatten. Schließlich fesselten sie al-Bakr und machten Fotos mit ihm.

Zahlreiche Internetnutzer beschäftigt nun aber die Frage nach dem warum. Wieso sollten die beiden Syrer Fotos von al-Bakr machen? 

Eine Erklärung auf „Focus-Online“ war: Die Syrer machten die Bilder um der Polizei glaubhaft machen können, sie hätten den Terrorverdächtigen bei sich in der Wohnung gefangen.

Doch eindeutig geklärt ist das mit den Fotos nicht. Denn, so die „Bild“, die Befragung von Mohammed A. habe sich als schwierig gestaltet, da er kaum Deutsch spreche. User fragen sich nun, warum man keinen weiteren Dolmetscher hinzugezogen habe? 

Ähnlich zweifelhaft scheint den Nutzern, das man al-Bakr auf dem Foto in der „Bild“-Zeitung die Strapazen der vergangenen Stunden und der Überwältigung durch die Syrer kaum ansah. Auf dem Bild sieht man eine Person, die den scheinbar wehrlosen al-Bakr im Schwitzkasten hält. Seine Lippen scheinen blutig, sonst wirkt er aber weitgehend unversehrt.

In den sozialen Netzwerken wundern sich Nutzer auch darüber, dass es ausgerechnet Syrer waren, die den Terrorverdächtigen aufgenommen haben. Womöglich kannten sich die Männer bereits?

Dies ist nach Angaben von Rainer Wendt, dem Chef der Gewerkschaft der Polizei, sehr gut möglich, schreibt der „Focus“. Schließlich würden diese al-Bakrs Sprache verstehen und kämen aus demselben Kulturkreis. Sie hätten mitunter ähnliche Biografien.

Warum fiel al-Bakr bei seiner Reise nach Leipzig nirgendwo auf?

Die Polizei hatte die Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen und Hauptbahnhöfen bereits am Samstag erhöht, so „Focus“. Aber wieso fiel keinem Polizisten der Terrorverdächtige auf, wollen die User wissen? Es gebe zahlreiche Videokameras an Bahnhöfen wie in Leipzig, argumentieren sie. Doch, ist al-Bakr überhaupt mit der Bahn gefahren? Oder hat er die Bahnhöfe gemieden und ist per Mitfahrgelegenheit oder anders nach Leipzig gekommen?

Bis heute ist auch unklar, ob al-Bakr zu irgendeinem Zeitpunkt Sprengstoff bei sich hatte. Viele Fragen bleiben offen im Fall des Syrers al-Bakr. Nach seinem Tod werden diese nun auch nicht mehr eindeutig geklärt werden können.