„Linke“ Journalistin Andrea Röpke vom AfD-Parteitag verwiesen – Vorwurf der gezielten Personenfotografie

Die anerkannte Rechtsextremismusexpertin und Journalistin Andrea Röpke wurde von der Berichterstattung beim AfD-Landesparteitag in Demmin in Mecklenburg-Vorpommern ausgeschlossen. Die AfD warf Röpke vor, Bilder von AfD-Mitgliedern auf linksextemistischen Webseiten veröffentlicht zu haben. Röpke schreibt unter anderem für Szene-Magazine, die bekannt dafür sind, "Zielpersonen" zu veröffentlichen.

Die Delegierten des Parteitages trafen sich im Vorfeld der Landtagswahlen. Sie beschlossen den Ausschluss Röpkes nach Antrag eines AfD-Vertreters aus dem Schweriner Kreisverband mit großer Mehrheit.

Die beantragende Person hatte der Journalistin vorgeworfen, die Mitglieder der Oppositionspartei im Saal zu fotografieren, um die Bilder später auf diversen Internetseiten linksextremistischer Gruppen, wie der Antifa zu veröffentlichen. Später kursierten Gerüchte, dass Röpke auch Autokennzeichen fotografiert habe. Beweise für die Vorwürfe wurden nicht vorgelegt. 

Röpke wurde unter dem Applaus der Delegierten durch Sicherheitsleute aus dem Saal begleitet, berichtete der NDR.

Wie "Die Welt" berichtet, wurde Andrea Röpke von der Schweriner SPD-Landtagsfraktion beauftragt, ein Buch über die rechtsextreme Szene in Mecklenburg-Vorpommern zu schreiben. Dafür wurde sie 2015 vom Zentralrat der Juden in Deutschland mit dem Paul-Spiegel-Preis ausgezeichnet.

Platzverweis in 2014 mit Slapstickeinlagen

Dies war nicht das erste Mal, dass Andrea Röpke von der AfD vor die Tür gesetzt wurde.

Wie die "Junge Freiheit" 2014 schrieb, wurde die Journalistin, die der linksextremistischen Szene als nahe zugeordnet wird, bereits bei einer Wahlkampfveranstaltung der AfD in Bremen des Saales verwiesen. Hier wurde ihr ebenfalls das gezielte Abfotografieren einzelner Versammlungsteilnehmer vorgeworfen.

Bei der Aktion stürzte der die Journalistin begleitende Fotograf der linksalternativen TAZ plötzlich auf den Boden. Röpke gab mehreren Medien gegenüber an, dass der Mann von Sicherheitskräften zu Boden geworfen worden sei. Spätere Videoaufnahmen zeigten allerdings, dass es sich dabei um eine Slapstickeinlage des Fotografen gehandelt hatte und er ohne äußere Einwirkungen plötzlich zu Boden fiel.

Der damalige AfD-Chef und ehemalige CDU-Politiker (Berliner Kreis) Konrad Adam war selbst über 20 Jahre Redakteur bei der FAZ und mehrjähriger Chefkorrespondent der "Welt". Zu den Vorkommnissen um Andrea Röpke und ihren Fotografen sagte er im Gespräch mit der "Jungen Freiheit":

"Guter Journalismus lebt von der Unterscheidung zwischen Nachricht und Kommentar, Meinung und Dokument. Die beiden Klassenkämpfer, die da Radau gemacht haben, scheinen diesen Unterschied vergessen zu haben – sofern sie ihn je kannten. Sie bekämpfen so ziemlich alles, was zu verteidigen sie behaupten, den Journalismus, den Rechtsstaat und die freie Meinung."

Andrea Röpke und der linksextreme Journalismus in Deutschland

Die Journalistin Röpke schreibt regelmäßig Artikel für "Der rechte Rand – Magazin von und für AntifaschistInnen", eine vom Verfassungsschutz als linksextremistische Publikation eingestufte Plattform, die laut dem Bundesorgan stark personenzentriert arbeitet. Dabei würden die Namen, Wohnanschriften und heimlich angefertigte Porträtfotos von tatsächlichen oder vermeintlichen Rechtsextremen als Zielpersonen veröffentlicht, schreibt die "Junge Freiheit".

Auch sei Röpke Mitglied der VVN-BdA, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten. Laut Wikipedia ist diese eine von der KPD und später der DKP beeinflusste Organisation, in deren Leitungsfunktionen Exmitglieder der DKP und der PDS sitzen. Die Vereinigung wird regelmäßig vom Verfassungsschutz als linksextremistisch beeinflusst dargestellt.

Der Fall "Nazi-Kind"

2010 beantragte ein Familie aus Mecklenburg-Vorpommern die Patenschaft des Bundespräsidenten Christian Wulff für ihr siebtes Kind. Dabei sollen die Eltern Kontakte zur NPD gehabt haben. Sie wurden daher von der Journalistin in ihrem Artikel über die "rechtsradikale Familie" kurzerhand als "braune Eltern" gebrandmarkt und auch das Kind wurde als "Nazi-Kind" abgestempelt.

Selbst der Bürgermeister des Orts, Herr Knaack, ein Politiker der Linken, wollte die Urkunde des Bundespräsidenten nicht aushändigen.

Wie die "Junge Freiheit" damals berichtete, trauten sich die Kinder nach der Medienkampagne aus Angst nicht mehr in die Schule. Dabei hatte sich die Journalistin nicht einmal die Mühe gemacht, mit der Familie persönlich zu reden. Die Familie sagte der JF, dass sie rechtsextreme Kontakte hätte und auch den verstorbenen Bundesvize der NPD kenne, aber weder Straftaten begangen habe, noch Mitglieder der NPD seien.

In diesem Zusammenhang hatte die Deutsche Kinderhilfe davor gewarnt, ein Neugeborenes für seine Eltern unmittelbar haftbar zu machen. dies erinnere an die sogenannte Sippenhaft der Nationalsozialisten, so Rainer Becker der Landesvorsitzende von Mecklenburg-Vorpommern. Becker kritisierte auch, dass der Patenschafts-Fall überhaupt in die Öffentlichkeit gekommen sei.

Die TAZ schrieb damals unter der Überschrift "Keine Urkunde fürs siebte Nazi-Kind" über die Weigerung des Bürgermeisters, die Urkunde mit den damit verbundenen 500 Euro der Familie zu übergeben.

Der Kinderhilfe-Chef mahnte auch die öffentliche Bloßstellung der Kinder an und stellte in den Raum, dass der Bürgermeister eventuell absichtlich die Öffentlichkeit gesucht habe, um die Familie, das Neugeborene und dessen Geschwister für seine persönliche politische Auseinandersetzung zu missbrauchen.

Knaack betonte der JF gegenüber, dass sich die Presse an ihn gewandt habe, nicht umgekehrt. Ein Journalist hätte ihn gezielt nach dem Vorgang gefragt. "Wenn, dann hat er von meiner Haltung aus dem Präsidialamt erfahren", so der Bürgermeister der Linken. (sm)

Andrea Röpke erhält den Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage 2015