Vertuschen, verdecken, verharmlosen:

Skandalös: Erster Silvesterbericht der Kölner Polizei sprach von "friedlicher Innenstadt"

Epoch Times, Donnerstag, 7. Januar 2016 23:59
Der auf Facebook veröffentlichte Lagebericht der Kölner Polizei vom 1. Januar 2016, 11.43 Uhr, spricht mit vorauseilendem Gehorsam von einer ruhigen, friedlichen Lage. Zu diesem Zeitpunkt konnte die Polizei unmöglich keine Informationen über die dramatischen Vorkommnisse der Nacht gehabt haben.
Symbolbild
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Foto: Philipp Guelland/Getty Images

Heute ist der 7. Januar 2016, die Sex-Attacken von Köln sind schon fast eine Woche alt und immer noch steht auf der Facebook-Seite der Polizei NRW Köln der "Feigenblatt"-Eintrag von besagter Nacht. Die Spekulationen im Netz gehen von "vergessen", bis hin zu "versteckter Hinweis auf Maulkorb".

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Wie auch immer, hier wurde massiv versucht, die gute Stimmung zu halten, die schon bekannte Wahrheit (noch) zu verdecken und den Bürger weiterträumen zu lassen. Ohne den öffentlichen Aufschrei der Masse an Opfern, hätten wir wohl auch heute noch "Ausgelassene Stimmung - Feiern weitgehend friedlich".

Vielleicht waren zu dieser Zeit erst wenige Anzeigen eingegangen, doch das Geschehen um den Dom und den Hauptbahnhof kann nicht spurlos an den Beamten vorbeigegangen sein.

Ob der neujährliche Polizeibericht nur als Beruhigungspille dienen sollte oder aber ein von oben verordnetes Schweigen darstellte, bleibt wohl Amtsgeheimnis.

Kölner Innenstadt: friedlich

Foto: Screenshot/Facebook

POLIZEIBERICHT: "Wie im Vorjahr verliefen die meisten Silvesterfeierlichkeiten auf den Rheinbrücken, in der Kölner Innenstadt und in Leverkusen friedlich."

Die Vorkommnisse fanden zwischen dem Bahnhofsvorplatz und der Domplatte (Innenstadt) statt. Beide Bereiche sind etwa 100 Meter voneinander entfernt.

Ingo K. arbeitete als Security an diesem Abend in einem Gastrobetrieb am Dom. Er sprach von "hasardierenden Banden", die sich zumeist in französisch unterhalten hätten. Sie hätten bis zum Morgengrauen den Bereich Domplatte/Bahnhofsvorplatz dominiert. [HIER]

Ab 22 Uhr eskaliert die Situation dann auf der nahen Domplatte, Böller fliegen und Raketen werden in Menschenmengen geschossen. Zwei junge Frauen fliehen zu Ivan Jurcevic, bitten um Hilfe, weil sie verfolgt werden...Hundertschaften der Bereitschaftspolizei ziehen auf. Sie werden mit Feuerwerk beschossen, kann Jurcevic beobachten....Die nordafrikanischen Araber machen auch Jagd auf Schwarzafrikaner und prügeln sich untereinander....Eine Frau soll vergewaltigt worden sein. Sogar einer Zivilpolizisten wurde in die Hose gefasst. [HIER]

Lagebericht der Polizei von 18 Uhr bis 6 Uhr morgens?

POLIZEIBERICHT: "Von Donnerstagabend (31. Dezember) 18 Uhr bis heute Morgen (1. Januar) um 6 Uhr sprachen die Einsatzkräfte im Stadtgebiet Köln 94, in Leverkusen zwei Platzverweise aus."

"Kurz nach Mitternacht kamen die ersten Frauen auf uns zu. Weinend und geschockt schilderten sie, wie sie massiv sexuell belästigt worden seien. Wir hielten daher Ausschau nach Frauen in der Menge." Dann zog er eine 20-jährige junge Frau aus Stuttgart aus der Menge: "Ich bekam sie zu packen. Sie schrie und weinte. Man hatte ihr den Slip vom Körper gerissen", so der Beamte. [HIER]

Auf der Polizeiwache trafen sie dann andere Opfer. "Ein junges Mädchen hatte ein Kleid an, der hat man die Strumpfhose und die Unterhose ausgezogen, sie war praktisch nackt. Wir hatten zum Glück Hosen an." [HIER]

Sie habe sich mit ihrem Freund aus der Masse befreien können und sah in einem Mittelgang verstörte weinende Frauen, während mutmaßliche Täter von Polizisten mit Hunden abgeführt wurden..."Aber schon, als wir auf dem Bahnhofs-Vorplatz ankamen, habe ich plötzlich nur noch Männer gesehen. Es waren Hunderte. Und sie haben uns behandelt wie Freiwild." [HIER]

POLIZEIBERICHT: Kurz vor Mitternacht musste der Bahnhofsvorplatz im Bereich des Treppenaufgangs zum Dom durch Uniformierte geräumt werden. Um eine Massenpanik durch Zünden von pyrotechnischer Munition bei den circa 1.000 Feiernden zu verhindern, begannen die Beamten kurzfristig die Platzfläche zu räumen. Trotz der ungeplanten Feierpause gestaltete sich die Einsatzlage entspannt - auch weil die Polizei sich an neuralgischen Orten gut aufgestellt und präsent zeigte.

Ausgelassene Stimmung - Feiern weitgehend friedlichDie Polizei Köln zieht BilanzWie im Vorjahr verliefen die meisten...

Posted by Polizei NRW Köln on Freitag, 1. Januar 2016

Nichts als die Wahrheit kommt ans Licht

Ein altes chinesisches Sprichwort besagt: "Wolken können die Sonne nicht für immer verdecken". Es brauchte eine Weile, bis die Geschehnisse durch die mutigen Opfer- und Zeugenaussagen und ihre erdrückende Masse das große Schweigen durchbrachen und nicht mehr wegzuretuschieren waren.

Am Freitag, am Neujahrsmorgen schwebte der oben genannte Polizeibericht der "ruhigen Lage" schützend über den Vorkommnissen der Nacht. Allerdings spielten einige Lokalmedien da schon nicht mehr mit. Erste Berichte von sexuellen Übergriffen wurden publik, wenn auch noch nicht das ganze Ausmaß der Ereignisse erahnt wurde.

Am Samstagnachmittag, dem 02. Januar, sprach die Polizei schon von 30 Betroffenen und einer Tätergruppe um die 20 Personen, berichtet der "Spiegel" in einer chronologischen Übersicht der Meldungen. Am Sonntag berichtete ein Polizist anonym im "Kölner Express" über dramatische Ereignisse. Einen Tag später waren es schon 60 Anzeigen und der Polizeipräsident sprach von "Straftaten einer völlig neuen Dimension" und OB Reker kündigte die Krisensitzung für den kommenden Tag an. 

Am Dienstag erreichten die Informationen über den Kölner Silvester-Horror die Bundesebene und Justizminister Maas und die Kanzlerin reagierten empört und entsetzt. Dann wurden Übergriffe aus weiteren deutschen Städten bekannt: Hamburg, Stuttgart, Bielefeld, Leverkusen. Zum heutigen Stand sind in Köln 100 Anzeigen gestellt und in Hamburg 50.

Wie immer man es auch betrachtet, liegen diesen Anzeigen und den noch kommenden reale Straftaten zugrunde, die sich in jener Silvesternacht abspielten, die bis zum Mittag des Neujahrstages als "weitgehend friedlich" bezeichnet wurde. (sm)

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