Mecklenburg-Vorpommern schiebt die meisten Flüchtlinge ab – Nur jeder zehnte Illegale wird abgeschoben

Mecklenburg-Vorpommern schiebt im bundesweiten Ländervergleich die meisten Flüchtlinge ab. Allerdings schaffte es die Regierung in Schwerin nur, fast jeden zehnten illegalen Flüchtling im ersten Halbjahr abzuschieben (8,8 Prozent).

Gemessen an der Zahl der dort lebenden Ausreisepflichtigen schiebt Mecklenburg-Vorpommern im bundesweiten Ländervergleich die meisten Flüchtlinge ab. Das geht aus den Antworten der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor, die die „Bild“ (Mittwoch) zitiert.

Danach waren in Mecklenburg-Vorpommern Mitte des Jahres zwar nur 3.377 Ausreisepflichtige insgesamt registriert.

Allerdings schaffte es die Regierung in Schwerin nur, fast jeden zehnten illegalen Flüchtling im ersten Halbjahr abzuschieben (8,8 Prozent). Die meisten Ausreisepflichtigen sind in Nordrhein-Westfalen registriert (72.375). Die Abschiebequote lag mit 4,4 Prozent dort trotzdem relativ niedrig.

Schlusslicht der Abschiebeliste ist Bremen. Dort wurden im ersten Halbjahr 2017 lediglich 47 Flüchtlinge abgeschoben, das waren 1,4 Prozent der dort lebenden Ausreisepflichtigen. Das Ergebnis zeige, dass es in Mecklenburg-Vorpommern keinen Bonus für Ausreisepflichtige gebe, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) der „Bild“: „Über das Asylrecht wollen sich viele Zugang nach Deutschland verschaffen, aber dafür ist es nicht gemacht, sondern für den Schutz der wirklich Schutzbedürftigen. Deshalb setzen wir alles daran, geltendes Recht durchzusetzen, was in der Praxis schwer genug ist“, so Caffier. (dts)

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