Wolfgang Schäuble als "Übergangskanzler"

Merkel-Aus schon im März - Ex-Chef der "Bild am Sonntag" erklärt warum

Epoch Times, Mittwoch, 20. Januar 2016 12:53
Die Kanzlerschaft von Angela Merkel könnte schon bald zu Ende sein, glaubt Michael Spreng. Merkel verfolgt ihre Asylpolitik hartnäckig. Doch der Rückhalt innerhalb der Parteien schwindet. Die Kritik an der Kanzlerin wächst unaufhörlich.
Angela Merkel
Angela Merkel
Foto: Getty Images

"Sie steht vor der Wahl, ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren oder möglicherweise ihre Macht," sagt Michael Spreng über die Situation der deutschen Kanzlerin. 

Anzeige

Sprenger war zehn Jahre als Chef der "Bild am Sonntag" tätig und fungierte als Wahlkampfmanager für Edmund Stoiber. Er kennt die politische Lage in Deutschland genau. Der Experte sagte, dass Angela Merkel als Kanzlerin schon bald ihren Hut ziehen müsste, berichtet die "Huffington Post". Schon im März könnte Merkel aus dem Amt sein. 

Das Problem der Kanzlerin beschreibt Sprenger damit, dass sie vehement an ihrem Kurs der offenen Grenzen festhält und auch keine Obergrenze für Flüchtlinge will. Für diese Strategie hat sie aber kaum noch Rückendeckung. Die CSU lässt nicht locker und droht weiter, um Merkel zu einem härteren Vorgehen zu zwingen. Auch die SPD geht in der Berliner Koalition schon auf Sicherheitsabstand. Merkels Nahziel heißt vor allem: Einige Wochen Zeit gewinnen, um ihren Plan A doch noch zu retten.

Doch dieser Plan kann nur mit Hilfe anderer EU-Staaten gelingen. Die Flüchtlingszahlen in Deutschland können nur sinken, wenn mehr europäische Länder Einwanderer aufnehmen. Doch selbst wenn sich osteuropäische Staaten bereit erklären Flüchtlinge aufzunehmen, gibt es für diese im Osten keine Perspektiven. Deutschland verlangt, dass Griechenland, Italien und Spanien ihre Grenzen besser schützen, doch sind diese Länder durch die Wirtschaftskrisen schwer angeschlagen und kaum im Stande diese Forderungen zu erfüllen. Die Willkommenskultur wurde von Deutschland ausgerufen, und nun bleibt die BRD wahrscheinlich auch auf den Flüchtlingen sitzen.

"Eine Frage der Glaubwürdigkeit"

Der Ex-Chef der "Bild am Sonntag" glaubt, dass die Kanzlerin die Grenzen nur schließen könne, sollte ihr Europa die Hilfe verweigern. Nur dann wäre es ihr möglich das Gesicht zu wahren, so Spreng. "Sie muss wenigstens bis zur letzten Sekunde versuchen, auf europäischer Ebene etwas zu erreichen", sagt der Ex-"Bild" Mann, schreibt die Zeitung. "Erst dann könnte sie ihre Politik ändern, und dann stellt sich immer noch die Frage des Glaubwürdigkeitsverlustes."

Die Zeit drängt, denn am 13. März finden in drei Bundesländern die Landtagswahlen statt und sollte die CDU dabei ein Desaster erleben, könnte das schon das Ende für Merkels Kanzlerschaft sein, so die "Huffington Post" weiter.

Die Kritik an der Kanzlerin bringe auch einen "schleichenden Autoritätsverlust" mit sich, so Spreng. Vor allem der CSU-Chef Horst Seehofer kritisiert die Kanzlerin seit Monaten. Bricht die Union bei den Landtagswahlen ein, bleibe Merkel nichts anderes übrig, als die Vertrauensfrage zu stellen. Und dann müssten die Merkelkritiker die Kanzlerin notfalls abwählen.

Spreng meint weiter, dass die Kritiker der Kanzlerin gedacht hätten, sie könnten "Merkel zur Vernunft bringen". Dies sei aber nicht gelungen und deshalb müssen sie sich nun offiziell gegen die Kanzlerin stellen. 

"Die CSU setzt jede Woche ein neues Ultimatum, also sie spitzt den Mund, aber sie pfeift nicht. Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem gepfiffen werden muss," beschreibt der Experte die Situation. 

Nach den Landtagswahlen könnte es dazu kommen, dass Seehofer seine Drohung wahr macht und die Bundesregierung wirklich in Karlsruhe verklagt, dann "müsste die CSU eigentlich auch die Koalition verlassen", sagt Spreng. Damit wäre auch das Ende von Merkel besiegelt. 

Als "Übergangskanzler" bis zu den Wahlen in 2017 sieht Spreng nur den Finanzminister Wolfgang Schäuble. (so) 



Anzeige