München: Silvester alles easy? – Was sich wirklich auf dem Marienplatz abspielte – Rückblick auf Sex-Attacken zur Rathaus-Party

In München spielten sich auf dem Marienplatz chaotische Szenen zu Silvester ab, doch für das Rathaus unter OB Dieter Reiter (SPD) scheint das nicht besonders erwähnenswert. Ebenso, wie die sexuellen Übergriffe bei einer Party im Rathaus. Erst Wochen danach fanden die Vorkommnisse ihren Weg an die Öffentlichkeit. Was ist los im sozialdemokratischen München - alles easy?

„Muenchen.de“, das offizielle Stadtportal der Bayern-Metropole berichtet am Neujahrstag von 320 „silvestertypischen Einsätzen“ der Polizei. Dabei habe es sich um „125 Schlägereien, Streitereien und Randalierer, 36 Hilfeleistungen für betrunkene oder verletzte Personen und 115 Einsätze im Zusammenhang mit pyrotechnischen Gegenständen“ gehandelt.

Daneben wurde auf die erhöhten Feinstaubwerte durch Abschießen von Feuerwerk hingewiesen, so das Stadtportal.

„Heikle Situationen“ auf dem Marienplatz

Laut der „Süddeutschen Zeitung“ waren es im Vorjahr nur etwas mehr als 200 Polizeieinsätze gewesen. Auf dem Marienplatz kam es zwischen 23 Uhr und 0.30 Uhr zu „heiklen Situationen“. Beobachter sprachen von größeren Gruppen junger Männer, Böllern und Raketen in Richtung von Passanten und einer aggressiven Stimmung. Es gab bis zu fünf Festnahmen. Immerhin.

Ein Video der Silvesternacht zeigt Böller und Raketen auf Menschen und Gebäude und eine hoffnungslos überforderte Polizei.

Im Text zum Video hieß es u.a.:

„+++ Das passierte wirklich in der Silvesternacht in München (Marienplatz) +++Raketen und Böller wurden in die Menge, auf historische Gebäude und sogar auf die völlig überforderten Polizisten abgefeuert. Augenzeugen berichteten uns, dass man kaum Frauen, kaum Deutsche, fast keine Polizei…fast nur Nafris und Araber sehen konnte.“

Weiterhin wurde darauf verwiesen, dass der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) zu alldem schwieg, was auch zu der charmant gehaltenen Meldung auf dem Stadtportal passte.

„Von einer öffentlichen Stellungnahme des Bürgermeisters ist uns bisher immer noch nichts bekannt. Genau wie bei der Rathaus-Party, wo massenweise junge Frauen von derselben Tätergruppe belästigt und genötigt wurden – IM RATHAUS!“

Apropos: Rathausparty 2016 in München

Jedes Jahr lädt die Stadt die 18-jährigen Münchner zu einer Rathausparty ein. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ rund vier Wochen (!) nach der Party berichtete, hatte Dieter Reiter zu einem Abend mit coolen DJs, Live-Bands und verschiedenen Dance-Floors eingeladen. Doch dann ging es los.

In einem vollen Disco-Raum wurden drei Mädchen immer wieder „von jungen Männern aggressiv angetanzt, kein Wegdrehen half, kein klares ‚Nein!‘ Sie sahen sich um, nicht nur ihnen erging es offenbar so“, schildert das Blatt die Erlebnisse der Freundinnen. Weiter unten wurden sie wieder attackiert. Fünf junge Männer standen vor einer Art Kinosaal, quatschten die Mädchen an, wollten, dass sie mit in den leeren Saal mit ihnen gehen. Das klare „Nein!“ brachte wieder nichts. Zwei der Mädchen wurden von den jungen Männern am Arm gepackt, um sie mit Gewalt in den Saal zu zerren. Drei Security gingen dazwischen und warfen die jungen Männer raus.

Gegen 0.05 Uhr mussten renitente junge Männer von der Polizei zum Gehen überredet werden. Vier von ihnen widersetzten sich und erhielten einen Platzverweis. „Laut den eingesetzten Beamten handelte es sich um heranwachsende Flüchtlinge, beziehungsweise Asylbewerber“, sagt die Polizei laut „SZ“. Im Rathaus gehe man davon aus, dass es die jungen Männer gewesen seien, die zuvor die Mädchen in den Kinosaal zerren wollten.

Ernüchternde Erkenntnis

Für eines der Mädchen war der Abend ernüchternd. Sie hatte auf ihrem Facebook-Profil ein „Like“ beim Toleranzbündnis „München ist bunt“ gesetzt. Doch die 18-jährige Studentin musste frustriert feststellen, dass „all die von ihr wahrgenommene aggressive Anmache von jungen Männern ausging, die sie der Gruppe der Flüchtlinge zuordnet“, so die „SZ“ in ihrem Bericht.

Einer anderen 18-Jährigen rückte ein gleichaltriger Syrer zu Leibe. Er begrapschte sie brutal und versuchte seine Zunge in ihren Mund zustecken. Sie wehrte sich vehement, die Polizei nahm ihn fest: Anzeige wegen sexueller Nötigung, später wurde er wieder laufen gelassen.

Insgesamt wurden an dem Abend im Rathaus zehn junge Männer des Hauses verwiesen.

Politische Heimlichkeiten?

Bürgermeister Josef Schmidt (CSU) forderte umfassende Aufklärung und griff OB Reiter unbenannt scharf an. „Das Rathaus ist ein besonders symbolträchtiger Ort – ein parteiübergreifender und transparenter Umgang mit Vorfällen, die sich dort ereignen, müsste selbstverständlich sein.“

Wir haben von den Vorfällen im Rathaus, die bereits vier Wochen zurückliegen, erst aus der Zeitung erfahren. Darüber sind wir sehr irritiert.“

(Manuel Pretzl, Fraktionsvize der CSU)

Die „Münchener Abendzeitung“ zitierte am 01. Dezember die CSU-Politiker und berichtete von den Vorkommnissen der Rathaus-Party, die am 29. Oktober bereits stattfand.

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