Umfrage: Wer Kontakt zu Migranten hatte, sieht inneren Frieden eher gefährdet

Wer mit Migranten Kontakt hatte, sieht Deutschlands inneren Frieden durch die Masseneinwanderung eher gefährdet. Dieses Ergebnis förderte eine Umfrage von N24 zu Tage.

Der Meinungsforscher und Emnid-Geschäftsführer Klaus-Peter Schöppner stellte das Ergebnis auf N24 am 23. Oktober selbst vor. „Ist der innere Friede durch weiteren Zuzug gefährdet?“, war eine der Fragen. 68 Prozent der Deutschen sagen dazu „Ja“. 22 Prozent gehen davon aus, dass die Situation gleich bleiben wird und 3 Prozent glauben, dass sich Deutschlands innerer Friede durch die Migranten verbessert.

Die Meinungsforscher untersuchten, wie viel die Bürger von der Flüchtlingskrise mitbekommen haben und stellten fest, „9 von 10 Deutschen haben zumindest mitbekommen, dass irgendetwas in der Nähe passiert“.
„Persönliche Erfahrung führt dazu, Flüchtlinge deutlich kritischer gesehen werden“
36 Prozent hatten schon persönlichen Kontakt zu Migranten, 64 Prozent noch nicht. In Kontakt waren vor allem jüngere Menschen bis 29 Jahre (da sagten 49 Prozent Ja und 51 Prozent Nein). Von den über 50-jährigen hatten nur 26 Prozent Kontakt.
Normalerweise sollte man meinen, dass persönliche Kenntnis die Empathie stärkt“, so der Meinungsforscher, „und durch persönlichen Kontakt die Einstellungen positiver ausfallen“. In diesem Fall sei es aber leider nicht so. „Wir haben mal die 36 Prozent mit dem persönlichen Kontakt ausgewertet“, so Schöppner, und das Ergebnis war: Hier gehen sogar 77 Prozent davon aus, dass weiterer Zuzug den inneren Frieden gefährdet. (Gleichbleibend schätzen hier 13 Prozent die Situation ein und 3 Prozent „besser“).
„Das Problem ist, keiner weiß was in Zukunft passiert"
„Persönliche Erfahrung führt dazu, dass Ausländer und Flüchtlinge deutlich kritischer gesehen werden“, konstatierte er abschließend. Das Ergebnis erklärt er so: „Das Problem ist, dass keiner weiß was in der Zukunft passiert, angesichts der Mengen die weiter nach Deutschland strömen.“
Schöppner sieht das Problem darin, dass die Politik es nicht schaffe eine Zukunftslösung anzubieten. Das verunsichere natürlich die Menschen, welche sich fragen, inwiefern die Migrationskrise ihr Leben tangieren wird. Die Zahlen, die Monat für Monat nach oben korrigiert würden und der Umstand, dass auch von der EU keine Lösung komme, führe dazu, „dass mehr als zwei Drittel der Deutschen sagen, da braut sich was zusammen, da müssen wir schon aufpassen.“
Zwei Drittel wollen Obergrenze
Gefragt wurde auch, ob die Deutschen für eine Obergrenze bei der Aufnahme von Asylbewerbern seien und das Ergebnis war: 68 Prozent sagen Ja, 32 sagen Nein. Bei den Nichtwählern, die der Regierung kein Vertrauen mehr schenken, werde sogar in 80 Prozent der Fällen eine Obergrenze gefordert. (Die Obergrenzen-Forderer sind übrigens vor allem ältere Menschen und Leute aus dem Osten, aber genaue Zahlen dazu nannte Schöppner nicht.)
Interessant war auch die Frage, wieviele Deutschen würden einen Migranten bei sich zu Hause aufnehmen: 10 Prozent antworteten mit Ja, 46 mit „falls sie andere Lebensumstände hätten, ja“ und 43 mit Nein.

Schöppner schließt daraus – weil es ja leichter gesagt als getan ist und es sich bei moralischen Lippenbekenntnissen zum Beispiel zu Bio-Nahrungsmitteln ähnlich verhält – dass nur 3, maximal 5 Prozent der Deutschen tatsächlich einen Asylbewerber persönlich bei sich aufnehmen würden.
Das größte Problem sei die Zukunftsunsicherheit, so der Meinungsforscher. „Wir haben keinen Masterplan und wissen auch nicht, wenn wir Leute aufnehmen, wie lange wird das sein?“ Integration sei nur möglich, wenn das ganze überschaubar bleibe und diese auch wirklich zu leisten sei. (rf)
Das Video der Präsentation