„Nein zur Diktatur“: Kurden demonstrieren in Frankfurt – 20.000 Menschen erwartet

20.000 Kurden demonstrieren heute in der Frankfurter Innenstadt. Sie feiern das kurdische Neujahr Newroz. Die Demonstration wird von der innenpolitischen Entwicklung in der Türkei und dem Referendum über eine Änderung der türkischen Verfassung im April geprägt sein.

Unter dem Motto „Nein zur Diktatur – Ja zu Demokratie und Freiheit“ demonstrieren Kurden aus ganz Deutschland heute in Frankfurt.

Zur zentralen Kundgebung zum kurdischen Neujahrsfest Newroz rechnen die Veranstalter mit bis zu 20.000 Teilnehmern. In diesem Jahr dürfte die Newroz-Feier von der innenpolitischen Entwicklung in der Türkei und dem Referendum über eine Änderung der türkischen Verfassung im April geprägt sein.

Zudem hat bei vielen Kurden die Ausweitung der Verbote kurdischer Symbole bei Demonstrationen in Deutschland für Unmut gesorgt – darunter auch Fahnen mit dem Porträt des inhaftierten PKK-Führers Abdullah Öcalan.

Unlängst erinnerte Bundesinnenminister Thomas de Maiziere die Innenminister der Länder in einem Schreiben an ein grundsätzliches Verbot von PKK-Symbolen. Der kurdische Verein NAV-DEM – Veranstalter der Demonstration – sieht das kritisch: „Für uns kommt das Verbot der Symbole der kurdischen Befreiungsbewegung einem Verbot der kurdischen Identität gleich,“ heißt es seitens des Vereins, berichtet die „Hessenschau“.

Öcalan verbüßt in der Türkei eine lebenslange Haftstrafe, nachdem er im Jahr 1999 festgenommen wurde. Er wurde zunächst wegen Hochverrats und Bildung einer terroristischen Vereinigung zum Tode verurteilt, später wurde die Strafe umgewandelt. In Deutschland ist die PKK seit 1993 als Terrororganisation verboten.

Zwei Demonstrationszüge angemeldet – Polizei mit Großaufgebot dabei

Es ist die größte Kurden-Demonstration seit Jahren und ist mit zwei Demonstrationszügen durch die Stadt angemeldet: Beide starten um 10 Uhr, einer an der Alten Oper, einer an der Bockenheimer Warte. Anschließend treffen sich die Teilnehmer an der Mainzer Landstraße und laufen von dort Richtung Europaviertel.

Die Demonstranten reisen aus dem gesamten Bundesgebiet an. Es wurden sogar Busse organisiert. Organisatorin Ayten Kaplan berichtet der Zeitung: „Bis jetzt haben wir allein 150 Busse.“ Nach der Abschlusskundgebung wollen die Teilnehmer das Neujahr feiern . Dort sollen kurdische Musiker auftreten.

Es gebe zwar keine Hinweise auf Gegendemonstrationen oder geplante Störungen, so ein Polizeisprecher, dennoch werde die Exekutive die Demonstration und Kundgebung mit einem Polizeiaufgebot „im niedrigen vierstelligen Bereich“ sichern.

Es kommt zu Verkehrsbehinderungen

Wegen der Demonstration kommt es heute in der Frankfurter Innenstadt zu Verkehrsbehinderungen. Das betrifft vor die Straßenbahnlinien 11, 16, 17 und 21, sowie die Buslinien 32, 36, 46, 50, 52, 64 und 75. Weitere Details finden Sie HIER. (dpa/so)

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