Oettinger warnt vor zu strengen CO2-Grenzwerten für Autos: „Einige Politiker sind zu blauäugig“

"Einige Politiker sind bei diesem Thema einfach zu blauäugig und glauben, die Autoindustrie schafft jede Vorgabe", meinte der deutsche EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger.

Der deutsche EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger will sich in Brüssel für „realistische“ CO2-Grenzwerte für Autos einsetzen. „Einige Politiker sind bei diesem Thema einfach zu blauäugig und glauben, die Autoindustrie schafft jede Vorgabe“, wandte sich Oettinger am Mittwoch auf dem Auto-Gipfel in Sindelfingen bei Stuttgart gegen zu strenge Vorgaben. In zwei Wochen will die EU-Kommission ihren Vorschlag für neue Grenzwerte bis 2030 vorlegen.

Eine Verringerung des Grenzwerts auf 60 Gramm CO2 pro Kilometer, wie ihn einige Umweltschützer forderten, sei „nicht vorstellbar“, sagte Oettinger. Der CDU-Politiker wandte sich auch gegen eine Elektroautoquote und forderte die künftige Bundesregierung auf, ebenfalls auf Quoten zu verzichten.

Oettinger unterstütze auf der vom Düsseldorfer „Handelsblatt“ organisierten Tagung auch weitgehend die von der deutschen Autoindustrie erhobenen Forderungen. Volkswagen-Chef Matthias Müller sagte auf dem Kongress: „Herr Oettinger nimmt sich unserer Themen intensiv an.“ Müller forderte auch, dass Politiker und Autoindustrie wieder enger zusammenarbeiten müssten.

Oettinger war bei der Vorlage des letzten Vorschlags für CO2-Grenzwerte 2012 von Umweltschützern scharf kritisiert worden, als ein Brief an den damaligen VW-Chef Martin Winterkorn publik wurde. Darin hatte Oettinger geschildert, wie er sich in der Kommission für die Forderungen der deutschen Autobauer eingesetzt habe.

Schließlich war damals ein Grenzwert von 95 Gramm ab dem Jahr 2021 beschlossen worden. Die Grenzwerte sind für die Autoindustrie von existenzieller Bedeutung, denn sie bestimmen, wie viel Kraftstoff ein Auto im Durchschnitt offiziell verbrauchen darf. 2021 sind das im Schnitt 4,1 Liter Benzin pro 100 Kilometer. (afp)

 

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