Özdemir fordert von Deutsch-Türken Bekenntnis zur neuen Heimat

"Das Wahlergebnis zeigt auch, dass wir in Sachen Integration noch einen langen Weg vor uns haben: Es gibt offensichtlich unter den Deutsch-Türken diejenigen, die glauben, es reicht aus, wenn man nur mit den Zehenspitzen auf dem Grundgesetz steht", meint der Grünen-Politiker Özdemir mit Blick auf das Referendum in der Türkei.

Angesichts des Verfassungs-Referendums in der Türkei hat Grünen-Chef Cem Özdemir die in Deutschland lebenden türkischstämmigen Mitbürger aufgerufen, sich zu ihrer neuen Heimat zu bekennen.

„Das Wahlergebnis zeigt auch, dass wir in Sachen Integration noch einen langen Weg vor uns haben: Es gibt offensichtlich unter den Deutsch-Türken diejenigen, die glauben, es reicht aus, wenn man nur mit den Zehenspitzen auf dem Grundgesetz steht“, schrieb Özdemir in einem Gastbeitrag für die „Bild“-Zeitung (Dienstagsausgabe).

„Man muss sich aber schon ganz zu den Werten und zur Verfassung unseres Landes bekennen, wenn man hier auf Dauer glücklich werden will“, fügte der Sohn türkischer Einwanderer hinzu. Von der Bundesregierung forderte Özdemir, endlich aus den Fehlern der Integrationspolitik der letzten Jahrzehnte zu lernen. „Wir brauchen eine Strategie, die zum Ziel hat, Kopf und Herzen der Deutsch-Türken zu erreichen“, schrieb Özdemir. Deutschland sei ein offenes Land, aber auch eines „mit einem großartigen Grundgesetz und einer Werteordnung, deren Respekt wir von allen einfordern“.

Bei dem Referendum über die Einführung eines Präsidialsystems in der Türkei hatten 63 Prozent der in Deutschland lebenden Türken mit Ja gestimmt. In der Türkei selbst erzielte das Lager um Präsident Recep Tayyip Erdogan dagegen mit 51,4 Prozent einen deutlich knapperen Sieg. (afp)